Landrat Kroder stellt Haushalt vor

„Ein Kraftpaket ohne neue Schulden“

Der Vermögenshaushalt 2017 mit seinen Einzelpläne2017/01/vermoegenshaushalt.jpg

NÜRNBERGER LAND – Als ein „Kraftpaket ohne neue Schulden“ überschrieb Landrat Armin Kroder bei der Vorstellung im Kreistag den Kreishaushalt 2017. Gegenüber 2016 steigt das Haushaltsvolumen um rund drei Millionen auf 203.386.968 Euro. Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 178.986.550 Euro ab, auf den Vermögenshaushalt entfallen 24.420.418 Euro.

Bevor Kämmerer Werner Rapp näher auf die Einzelpläne und deren Entwicklung einging verwies Landrat Armin Kroder auf einige wenige Zahlen, die es in sich haben. Größter Posten im Verwaltungshaushalt ist die Bezirksumlage mit rund 42 Millionen Euro. Damit, so hatte der Landkreischef nachgerechnet, könnte der Landkreis zwei Jahre sein Personal bezahlen. Die Erhöhung um 0,2 Prozentpunkte auf den nunmehr höchsten Satz (23,1 Prozent) aller bayerischen Bezirke wäre nicht notwendig gewesen.

3,85 Millionen Euro mehr an den Bezirk

Um die Unterschiede zu verdeutlichen verwies er auf den Hebesatz von Oberfranken. Dort müsste der Landkreis Nürnberger Land zehn Millionen Euro weniger bezahlen.

Die Erhöhung des Hebesatzes der Bezirksumlage und die Umlagekraftsteigerung im Vergleich zum Vorjahr bedeutet für den Landkreis, dass er 3,85 Millionen Euro mehr an den Bezirk abführen muss.

Durch die Nichtweitergabe der Bezirksumlagenerhöhung entlastet der Kreis seine Gemeinden um ca. 360.000 Euro. Trotz der Erhöhung sei man aber in den Vorgesprächen übereingekommen, den Kreisumlagenhebesatz bei 47 Prozent zu belassen und auf eine Netto-Neuverschuldung zu verzichten.

Der Landkreis nimmt über die Kreisumlage insgesamt 85.915.841 Euro ein, 7,16 Millionen Euro mehr als im letzten Haushaltsjahr, von denen im Landkreis aber nur 3,3 Millionen Euro verbleiben.

Schulden vertretbar

Die Verschuldung bleibe durch geschicktes Management mit 36 Millionen Euro im vertretbaren Bereich, auch im Hinblick auf die in den nächsten Jahren noch anstehenden Investitionen.

Werner Rapp präsentierte dann einen ausgeglichenen Haushalt, in dem alle Aspekte der Aufgabenstellung für den Landkreis berücksichtigt sind. Schwerpunkte bleiben wie in den letzten Jahren die Bereiche Bildung und Soziales.

So sind im Vermögenshaushalt mit 11.994.500 Euro knapp 58 Prozent für die Schulen eingeplant. Für den Bereich Soziale Sicherung sind im Verwaltungshaushalt mit 57.640.126 Euro knapp 47 Prozent vorgesehen.

Der Verwaltungshaushalt 2017
Der Verwaltungshaushalt 20172017/01/verwaltungsghaushalt.jpg

Im Verwaltungshaushalt konnte der Zuschussbedarf für die 13 Schulen, deren Schaufwandsträger der Landkreis ist, um 668.059 Euro auf 6.257.648 Euro gesenkt werden, was auf Mehreinnahmen bei den Gastschulbeiträgen, den Mehreinnahmen bei der Schülerbeförderung und die Finanzierung der Flüchtlingsklassen durch den Freistaat zurückzuführen ist. Zudem musste weniger für Schülerbeförderung und Bauunterhalt eingeplant werden.

Leibniz-Sanierung ist der größte Kostenfaktor

Bei den Investitionen ist die Sanierung des Leibniz Gymnasiums Altdorf mit 5.040.000 Euro der größte Brocken. Für das Gymnasium Röthenbach sind 2.830.000 Euro eingeplant, für die Realschule Lauf 2,5 Millionen Euro, die Realschule Herbsruck 200.000 Euro und 750.000 Euro für die Dreifach-Turnhalle in Altdorf.

Der Schwerpunkt Soziales liegt mit dem Ansatz von 14.209.700 Euro rund 1,35 Millionen Euro unter dem Vorjahresansatz. Zwar sind die Verwaltungskosten um rund 600.000 Euro gestiegen, der Bereich Hartz IV jedoch um 1.626.000 Euro (gestiegener Bundesanteil) und der Sozialhilfeansatz um 302.500 Euro reduziert.

Jugendhilfe-Ansatz ist weiter gewachsen

Weiter im Wachsen ist der Ansatz Jugendhilfe um 748.127 Euro auf 19.336.566 Euro. Mit steigenden Ausgaben rechnet man bei der Tagesbetreuung, der Vollzeitpflege und den Eingliederungshilfen. Weiter gestiegen sind die Personalkosten. Ohne die noch nicht beratenen Stellenmehranforderungen sind dafür 26.651.650 Euro eingeplant. Werden die beantragten Stellenmehrungen beschlossen, steigt der Etat auf 26.042.150 Euro.

Freiwillige Leistungen

Ein weiterer Punkt der Ausführungen waren die Freiwilligen Leistungen mit einem Gesamtvolumen von 1,64 Millionen. Berücksichtigt werden insgesammt 63 Vorhaben

221.940 Euro gibt es an Zuschüssen für Vereine zur Jugendarbeit und Investitionsförderung, 110.000 Euro beträgt der Landkreisanteil zu den Ganztagesklassen, 100.000 Euro sind für den Denkmalschutz vorgesehen, 100.000 Euro für das Dehnberger Hoftheater, 122.500 Euro für die Asylsozialarbeit und 200.000 Euro für den Bildungsfonds. Über zusätzlich beantragte Leistungen muss der Kreistag entschieden. Fortgesetzt wird die Sanierung des Landratsamtes, wofür 4.050.000 Euro eingeplant sind. Bei den Tiefbaumaßnahmen sind der Ausbau der Ortsdurchfahrt Engelthal mit 480.000 Euro und der Ausbau der LAU 32/B 14 Ausbau Bräunleinsberg mit 350.000 Euro die größten Brocken.

Landkreis hat 36,4 Millionen Euro Schulden

Während der Etat für den Tourismus unverändert bleibt müssen Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung leichte Abstriche hinnehmen.

Aktuell hat der Landkreis 36,4 Millionen Euro Schulden, auf 3.046.000 Euro beziffert sich die Rücklage und auf dem Konto Sonderücklage Abfallbeseitigung liegen zweckgebunden 5.847.000 Euro.

Abschließend dankte der Landrat der Kämmerei für die optimale Vorbereitung. Das vorgelegte Zahlenwerk sei eine „hervorragend und solide Entscheidungsgrundlage.“

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl