Friseurweltmeisterin Sonja Fischer

Haare vor dem Aus

Friseurmeisterin Sonja Fischer aus Diepersdorf bewertet bei der Fachmesse Haare im Herbst 2018 das Können junger Nachwuchstalente. | Foto: Archiv2019/01/Diepersdorf-Friseur-Fischer.jpg

NÜRNBERG/DIEPERSDORF – Die Fachmesse Haare für Friseure, Barbiere und Kosmetiker wird nicht mehr stattfinden. Dies hat der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und die Nürnberger Messe entschieden. Davon betroffen sind auch die bayerischen und deutschen Meisterschaften, bei denen Friseur-Weltmeisterin Soja Fischer aus Diepersdorf als Jurorin tätig ist. Die stellvertretende Kreativdirektorin des Verbandes möchte, dass das Wettbewerbsfrisieren andernorts weitergeführt wird – vielleicht sogar in München.

Seit über zehn Jahren sitzt Sonja Fischer in der Jury bei den bayerischen und deutschen Meisterschaften, die bis dato seit 28 Jahren einmal im Jahr auf der Messe Haare in Nürnberg abgehalten wurden. Die Messe Nürnberg und der Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks haben jedoch einen klaren Schnitt gemacht: Die Haare Messe wird nicht weitergeführt.

Grund sei die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Die Heterogenität des Marktes hat letztlich dazu geführt, dass besonders die Marktführer der Branche nicht mehr auf der Messe waren“, erklärt Christian Arnold, Abteilungsleiter der Partner- und Publikumsveranstaltungen bei der Nürnberger Messe. Arnold versicherte, dass die Messe in Nürnberg dem Handwerk auch in Zukunft verbunden bleibe.

Karriereschub für Friseure

Fischer findet es schade, dass die Fachmesse nicht mehr in Nürnberg stattfinden wird. „Ich bin sehr heimatverbunden und war immer wahnsinnig stolz darauf“, sagt die 45-Jährige bedauernd. Besonders das Wettbewerbsfrisieren liege ihr am Herzen. Sie genießt ihre Tätigkeit als Jurymitglied bei den bayerischen und deutschen Meisterschaften. Für viele junge Friseure seien diese entscheidend für ihren beruflichen Werdegang. „Es macht sehr viel Spaß zu sehen, wie sich die Jugend mit hocharbeitet“, sagt die Friseur-Weltmeisterin und Jurorin. „Es ist schön, wenn sich jemand ehrlich mit Leidenschaft und Herzblut hochkämpft.

Nur der richtige Mix aus Trendgespür, kreativer Gestaltung und perfekter Umsetzung sowie einer gekonnten Inszenierung auf dem Catwalk bringe den Teilnehmer seinem Ziel näher, erläutert sie ihre Bewertungskriterien. Da die Meisterschaften einen hohen Stellenwert genießen, sei es das Ziel des Verbandes, sie andernorts weiterzuführen.

„Die bayerische Meisterschaft mit ihren Damen-, Herren-, und Kosmetikwettbewerben war für viele Friseurinnen und Friseure ein Sprungbrett zum Erfolg und stellte die Weichen für eine Karriere im Friseurhandwerk. Diesen Karriereschub werden wir als Landesinnungsverband auch zukünftig unterstützen“, betont Landesinnungsmeister Christian Kaiser in einer Pressemitteilung.

Möglichkeit München?

In welcher Form und an welchem Ort die Meisterschaft letzten Endes fortgeführt wird, ist bislang unklar. Eine Möglichkeit, die momentan im Verband diskutiert werde, sei etwa, die Wettbewerbe in die Münchner Kosmetik Messe zu integrieren, erzählt Fischer. „Spruchreif ist das Ganze aber noch nicht“, gibt sie zu.
Eines steht für die stellvertretende Kreativdirektorin trotzdem jetzt schon fest: Egal, wo und wie die Meisterschaften weitergeführt werden, sie wird weiterhin als Expertin mit in der Jury sitzen. „Ganz klar, da bin ich weiter dabei, keine Frage.“

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