Interview mit Fachbereichsleiter Stefan Müller

Laufer Kitas fühlen sich gut gerüstet

Außen auf Abstand, innen mit Maske, lautete die Regel für die „Notgruppen“ im Laufer Kindergarten Am Hardt im Mai. Am Montag beginnt das Spiel von Neuem.  | Foto: Andrea Beck2021/01/Spielende-Kinder-Kindergarten-am-Hardt-Mai-2020-Rutsche-Ballspiel-Foto-abe-2-scaled.jpg

LAUF – Alle Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder während des aktuellen Lockdowns nicht mehr selbst bewältigen können, haben ab Montag ein Recht auf Notbetreuung, nicht nur die mit „systemrelevanten“ Berufen. Für die Kitas kam diese Nachricht sehr kurzfristig.

Bis kommenden Montag haben die Träger im Nürnberger Land Zeit, ihre Konzepte zu erstellen. Und noch weiß niemand so recht, wieviele Eltern das Angebot nutzen wollen. Stefan Müller, der Leiter des Fachbereichs „Kinder, Bildung und Soziales“ im Laufer Rathaus, ist trotzdem optimistisch.

Herr Müller, was macht der Heuchlinger Kindergarten, wenn von 50 Kindern am Montag 49 vor der Tür stehen? 

Müller: Davon gehen wir eigentlich nicht aus und das ist auch nicht der Sinn der Sache. Wir wollen die gestressten Eltern unterstützen, aber auch den Auftrag der Kontaktbeschränkung einhalten. Der Appell an die Eltern lautet ja, dass sie die Notbetreuung nur nutzen sollen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Die Anzahl der Kinder wird im Vergleich zu den Ferientagen wahrscheinlich steigen, aber genau wissen wir das erst am Montag. Die Eltern können sich auch kurzfristig entscheiden.  

Kurzfristig war auch die Entscheidung der Regierung. Die Kitas haben nur fünf Tage Zeit, um sich auf die Notbetreuung vorzubereiten. 

Müller: Ehrlich gesagt, war der Auftrag der Notbetreuung für uns keine Überraschung. Dass im ersten Lockdown die Anweisungen so kurzfristig eingingen, war tatsächlich schwierig. Diesmal sind wir vorbereitet. Wir haben mit der Entscheidung gerechnet und greifen auf unsere Checklisten und Konzepte aus dem Frühling zurück. In Lauf hatte ich schnell Kontakt zu allen Kita-Leitungen. Bereits ab Mittwoch wurde bei den Eltern angefragt, wer die Notbetreuung nutzen wird. Die Zusammenarbeit ist gut und der Stress hält sich diesmal in Grenzen. 

Wie geht es den Kita-Betreuern. Haben sie Angst um ihre Gesundheit?

Müller: Bis jetzt ist die Stimmung gut. Die Mitarbeiter sind motiviert und die Stadt Lauf stellt FFP-2-Masken und CO2-Messgeräte. Dafür haben wir viele positive Rückmeldungen bekommen. Mitarbeiter aus Risikogruppen gehen nicht in die Notgruppen und wir  haben strikte Hygienekonzepte. Eine Regel ist zum Beispiel, dass eine Notgruppe maximal aus 15 Kindern bestehen darf. Viele Mitarbeiter wünschen sich, dass die Kitas im Februar wieder normal öffnen. 

Und was sagen die Eltern?


Müller: Seit Dienstagabend klingeln natürlich die Telefone. Den Eltern geht es vor allem um den genauen Ablauf und das Topthema bleiben die Gebühren.

Müssen alle Eltern weiter Kita-Gebühren zahlen, auch wenn sie die Notbetreuung nicht nutzen?

Müller: Das wird der Laufer Stadtrat in seiner nächsten Sitzung diskutieren. Möglicherweise wird der Freistaat wieder einen Teil der Gebühren übernehmen. 

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