Kooperationsvertrag von Stadt und Freistaat

Laufer Kaiserburg bleibt für die Bürger zugänglich

Die Laufer Kaiserburg als winterliches Märchenschloss: In einem Kooperationsvertrag verspricht der Freistaat der Stadt Lauf die unentgeltliche Nutzung verschiedener Räume in dem historischen Gebäude. | Foto: Fischer2017/12/kaiserburg-wenzelschloss-lauf-schnee-winter.jpg

LAUF — Die Stadt Lauf kann Räume der Kaiserburg auch künftig unentgeltlich nutzen. Dies sagte (noch) Finanz- und Heimatminister kurz vor Jahresende in einer Pressemitteilung zu, in der auch von einem Kooperationsvertrag mit der Stadt die Rede ist. Damit, so Söder, soll auch gewährleistet werden, dass das Wenzelschloss weiterhin für die Bürger offen bleibe.

Die Laufer Kaiserburg gehört dem Freistaat, der sie nach dem Auszug der Akademie und vor dem Jubiläumsjahr zum Kaisergeburtstag 2016 von Grund auf sanierte. Als Finanzminister ist Markus Söder deshalb sozusagen der aktuelle Hausherr auf der Schlossinsel.

„Wir wollen unser reichhaltiges kulturelles Erbe erhalten und mit Leben erfüllen“, begründet Söder in dem Schreiben die Zusammenarbeit mit der Stadt Lauf. Allerdings müssten dafür, als mietfreie Nutzung durch die Stadt, noch „haushaltsgesetzliche Voraussetzungen (im Nachtragsetat des Freistaates) geschaffen werden“. Was aber wohl nur eine Formalie darstelle, war aus München zu erfahren. „Damit kann das Wenzelschloss mit Wappensaal, Herrenstube und Kaisersaal angemessen präsentiert und auch für Veranstaltungen vielfältig genutzt werden“, so die Pressemitteilung. Das heiße, in dem historischen Wappensaal sowie im Kaisersaal kann auch künftig geheiratet werden.

„Die ehemalige Kaiserburg ist ein wichtiges Baudenkmal unserer Heimat Bayern mit überregionaler Bedeutung“, hob Söder hervor. Kaiser Karl IV. ließ die Burg im 14. Jahrhundert als Zwischenstation der Goldenen Straße zwischen Nürnberg und Prag errichten. Das Schloss ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke des ausgehenden Mittelalters. Besonders beeindruckend und einmalig auf der Welt ist der um 1360 entstandene „Wappensaal“ im Ostflügel mit über 120 gut erhaltenen Farbreliefs von Wappen bedeutender Grafschaften, Territorien, Bistümer und Städte. Diese stellen den gesamten kaiserlichen Herrschaftsbereich aus dieser Zeit dar.

Der böhmische König und römisch-deutsche König und Kaiser Karl IV. (1316–1378) gehört zu den bedeutendsten Herrschern der böhmischen und deutschen Geschichte. Nicht zuletzt auch weil Kaiser Karl IV. immer wieder als Brückenbauer zwischen Deutschen und Tschechen bezeichnet wird, planen Stadt und Landkreis in Zusammenarbeit mit der Uni Nürnberg und natürlich dem Freistaat für die Burg eine deutsch-tschechische Begegnungsstätte bzw. ein Sprachinstitut; ein Lieblingskind von Anfang an auch des Laufer Bürgermeisters Benedikt Bisping und des tschechischen Honorarkonsuls Hans-Peter Schmidt.

Ausstellung läuft weiter

Die Stadt Lauf setzt derzeit noch im Kaisersaal und in der Herrenstube die zur bayerisch-tschechischen Landesausstellung Karl IV. im vergangenen Jahr konzipierte Begleitausstellung als eigenständige städtische Ausstellung fort. Die Burg ist auch fester Bestandteil der Stadtführungen.

Seit der Eröffnung nach der Restaurierung wurden bereits über 100 Veranstaltungen, Kongresse, Ausstellungen und Tagungen in dem historischen Gebäude durchgeführt, wie Benedikt Bisping, dazu mitteilt. Besonders gefragt seien Trauungen im Wappensaal und nun neu im Kaisersaal sowie Kulturveranstaltungen. Ein Info-Punkt zum persönlichen Empfang der Gäste, die aus dem In- und Ausland die Burg besichtigen, wurde seitens der Stadt eingerichtet. Stadtführer und Altstadtfreude bieten zudem Führungen an. „Die Zusammenarbeit von Freistaat, der Stadt Lauf und Ehrenamtlichen habe sich für die Öffnung dieses besonderen Gebäudes bestens bewährt“, so der Bürgermeister.

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