Beschluss im Laufer Stadtrat

Pompl wird 
Ehrenbürger

Rüdiger Pompl war 29 Jahre Laufer Bürgermeister.2015/05/pompl.jpg

LAUF — Altbürgermeister Rüdiger Pompl, der 29 Jahre an der Spitze der Stadt stand, wird Laufer Ehrenbürger. Dies beschloss der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung. Wann diese höchste Auszeichnung der Stadt verliehen wird, ist noch nicht bekannt. Derzeit gibt es keinen lebenden Ehrenbürger in Lauf.

Die Ehrung wird dem von allen Seiten hoch gelobten früheren Stadt
oberhaupt mit CSU-Parteibuch jetzt allerdings erst im zweiten Anlauf zuteil. Bei der Kommunalwahl 2008 war der heute 70-Jährige nicht mehr angetreten. Zwei Jahre später, im Frühjahr 2010, lehnte die damals regierende „Allianz“ aus Grünen, SPD und FW fast geschlossen einen CSU-Antrag ab, die Verdienste Pompls mit dieser Ehrung zu würdigen.

Pompl sei in einer schwierigen Zeit, 1979, zum Bürgermeister gewählt worden und habe mit seiner harmonischen und ausgleichenden Art alle Gruppierungen an den Entscheidungen beteiligt, so damals die Begründung von CSU-Sprecher Mayer. Ob Altstadtsanierung, Kläranlagen- und Kindergartenbau, ob Kulturförderung (Musikschule, Museum, Bücherei) oder Städtepartnerschaften und Wohnungsbau, Pompl habe maßgeblich dazu beigetragen, Lauf zur blühenden und liebenswürdigen Stadt zu machen, die sie heute sei. Er habe sich über sein Amt hinaus für die Stadt engagiert.

Ehrenamt als Gradmesser?

Die anderen Parteien, mit Ausnahme von Stadtrat Zeltner und Karl-Heinz Herrmann, wollten dieser Argumentation nicht folgen und begründeten 2010 ihre Ablehnung auch damit, dass vor allem ein ehrenamtlicher Einsatz für die Stadt Gradmesser für die Ehrenbürgerwürde sein sollte und nicht die hauptamtliche Tätigkeit eines Bürgermeisters. Die Ablehnung, so verschiedene Sprecher damals, bedeute für sie allerdings auch ein Dilemma, weil man ja grundsätzlich an den Verdiensten Pompls nicht zweifle. Die goldene Bürgermedaille wäre doch die bessere Ehrung gewesen, so die Ansicht der Mehrheit vor fünf Jahren.

Jetzt also die Kehrtwende mit ganz neuen Mehrheiten: „Auf gemeinsamen Antrag von Bürgermeister Bisping, seinen beiden Stellvertretern sowie allen Fraktionssprechern beschloss der Stadtrat, dem Laufer Altbürgermeister für sein außerordentliches 36-jähriges kommunalpolitisches Engagement (Pompl war auch Kreisrat und vor dem Bürgermeisteramt Stadtrat) diese hohe Auszeichnung zu verleihen“, heißt es in einer Pressemeldung.

Und weiter: Pompl habe über mehrere Jahrzehnte als Bürgermeister und darüber hinaus in vielen Ehrenämtern die Geschicke Laufs geleitet und das Stadtbild, die Ortsteile, die Kultur- und Vereinslandschaft sowie die Städtepartnerschaften maßgeblich geprägt. Dabei habe stets das Wohl seiner Heimatstadt im Vordergrund gestanden.

„Mit sichtlicher Freude nahm Rüdiger Pompl, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes, die gute Nachricht von seinem Amtsnachfolger, Benedikt Bisping, entgegen“, schreibt die Stadt weiter. Die Ernennung zum Ehrenbürger wird in einer Sondersitzung des Laufer Stadtrats vorgenommen.

Die letzten Laufer Ehrenbürger waren Dr. Carl-Ludwig Völker (1973), Karlheinz Petersens (1962) und Hans Kohl (1949). Wie bedeutsam die Ehrung von Rüdiger Pompl ist, zeigt sich daran, dass mit Gottlieb Eckert im Jahr 1919 letztmals ein Laufer Bürgermeister die Ehrenbürgerwürde erhielt. In Röthenbach ist der frühere Bürgermeister Hubert Munkert ebenfalls Ehrenbürger.

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