Hohe Auszeichnung für den Laufer Altbürgermeister

Pompl ist Laufer Ehrenbürger

Linkes Bild: Christoph Grassl und Peter Schwarzer von der Laufer Musikschule umrahmen den Festakt im Saal des Alten Rathauses. In der ersten Reihe sitzen von links Rüdiger Pompls Sohn Raphael und seine Ehefrau Petra. Rechtes Bild: Altbürgermeister und neuer Laufer Ehrenbürger Rüdiger Pompl nach der Überreichung der Urkunde durch seinen Amtsnachfolger Benedikt BispingFotos: Fischer2015/06/103041_pomplehrenbuergerehrung_New_1435319464.jpg

LAUF — Rüdiger Pompl ist Ehrenbürger der Stadt Lauf. Der Altbürgermeister ist damit nicht nur der erste neue Würdenträger seit über 40 Jahren, sondern auch der einzige lebende Träger dieser höchsten Auszeichnung der Stadt. In einer Sondersitzung des Stadtrates im Alten Rathaus wurden dem 70-jährigen Urkunde und Anstecknadel von seinem Amtsnachfolger Benedikt Bisping überreicht. Rüdiger Pompl ist der achte Ehrenbürger seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts und erst der vierte seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Altbürgermeister Pompl erhält die seltene Auszeichnung für „sein langjähriges Wirken und aufgrund seiner herausragenden Verdienste um das Wohl der Stadt in einer über mehrere Jahrzehnte währenden Amtszeit“ (29 Jahre Bürgermeister, sieben Jahre Stadtrat), wie es in der Urkunde heißt. Kein anderer Bürgermeisters Laufs war jemals so lange im Amt.

Der neue Würdenträger wurde am 14. November 1944 im Sudetenland im Kreis Marienbad geboren und kam nach dem Krieg nach Lauf. Pompl studierte Jura und war ab 1975 als Verwaltungsjurist und als Leiter des Rechtsamtes bei der Stadt angestellt. Von 1979 bis 2008 war er erster Bürgermeister (von der CSU aufgestellt), viele Jahre Kreisrat im Nürnberger Land und zuvor auch Stadtrat in Lauf. Pompl wurde mit der bayerischen Verfassungsmedaille und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er ist mit Petra Pompl verheiratet und hat drei Kinder aus erster und zweiter Ehe.

Von den Festrednern Bürgermeister Benedikt Bisping und Landrat Armin Kroder wurden die Leistungen Pompls in doppelter Hinsicht gelobt: Zum einen die als Bürgermeister mit den sichbaren Ergebnissen vom Kindergarten über die Kläranlage bis zur Fußgängerzone, der Ostumfahrung und des Industriemuseums. Und zum anderen jene als politisches Vorbild, für Pompls humanistischen Ansatz, für sein ausgleichendes Wesen und seinen Respekt für alle anderen Menschen. Vor allem letzteres, und weil Pompl immer die Sache und niemals seine Person in den Mittelpunkt stellte, wurde seine Arbeit im Rathaus, im Laufer Stadtrat der 80er Jahre und in der Bevölkerung nach den vielen politischen Streiterein in den Jahren zuvor als sehr angenehm empfunden. Pompl habe den Ausgleich gelebt, so Bisping.

Dieser erinnerte dann an die Pompl´sche Leistungsbilanz: „Sie haben viel bewegt. Erfolge messe ich nicht an Grußworten und Debatten, sondern an Taten und Ergebnissen“. Pompl habe in den fast drei Jahrzehnten seiner Amtszeit Lauf modernisiert und dabei die Traditionen nicht vergessen. Er habe erfolgreich die Balance gehalten zwischen Wirtschaft, Sozialem, Ökologie und Kultur. Dabei habe er Ziele mit Kompetenz, Weitblick, Überzeugungskraft und Beharrlichkeit verfolgt.

Besonders am Herzen lag Pompl die Altstadtsanierung. Dabei wurden unter Pompl beispielsweise auch die Fußgängerzone eingeführt und der Marktplatz saniert. Pompl zeichnet für den Neubau der Kläranlage genauso verantwortlich wie für viele Kindergärten, die Stadtbücherei oder die Eröffnung des Industriemuseums. In Pompls Amtszeit wurden das Jugendzentrum, die Gasversorgung, die VHS Unteres Pegnitztal und die Musikschule gegründet. Unter anderem als großer Förderer des Dehnberger Hof Theates hat sich Pompl immer für Kunst und Kultur in der Pegnitzstadt eingesetzt. Zu kurz kamen aber auch der Straßen- und Radwegbau nicht, wie beispielhaft die Weigmannunterführung oder die Karlsstraße und Karlsbrücke (Ostumfahrung) zeigten.

Vorbildlich war auch sein Einsatz für Initiativen wie den Tag der Nationen, den Weihnachtsmarkt, den Bürgertreff und die Stärkung der Vereine in der Stadt. Und in Pompls Amtszeit entstanden die Städtepartnerschaften mit Brive, Nyköping und Drama. Und bei alledem habe er am Ende seiner Amtszeit „ein wohlbestelltes Haus mit geordneten Finanzen hinterlassen“, wie es 2008 in einer Stellungnahme des Kreises hieß.

Weniger auf den physischen Nachlass Pompls als vielmehr dessen Charakter und politische Arbeit ging Landrat Kroder in seiner Laudatio ein. Menschlich, unaufgeregt, klar in der Sache und immer mit höchstem Respekt vor anderen Personen, so habe er ihn kennengelernt. Pompl sei ein „Prachtexemplar der kommunalen Selbstverwaltung“, so Kroder und für ihn persönlich Beispiel und politisches Vorbild. „Die Laufer dürfen stolz sein auf ihren Ehrenbürger.“

Stolz auf Rüdiger Pompl ist auch die CSU, so 2. Bürgermeister Norbert Maschler in einer kurzen Rede. Für die Partei sei er Aushängeschild und Beispiel gleichzeitig. Die Auszeichnung zum Ehrenbürger habe er mehr als verdient. Vor allem, weil er persönliche oder ideologische Ansichten immer zugunsten der Arbeit „für seine Stadt Lauf“ zurückgestellt habe, wie Maschler betonte.

Vor allem Lockerheit und Heiterkeit bestimmten die Dankesrede des neuen Laufer Ehrenbürgers. „Ich wusste schon, dass ich gut war“, sagte Pompl kokett und mit einem Zwinkern im Auge. „Aber so gut? Ich glaube das jetzt halt.“ Und doch konnte er sich eine kleine Spitze an die Adresse seines Nachfolgers nicht verkneifen. Wenn er (Pompl) seine Leistungsbilanz so sehe, dann habe Lauf wohl auch schon vor 2008 geblüht.

Die Stadtentwicklung habe ihm immer besonders am Herzen gelegen, so Pompl, und nannte nur einige Punkte in der Rückschau. Oft musste man schon sehr dicke Bretter bohren, wie zum Beispiel beim autofreien Marktplatz oder der einst umstrittenen und heute selbstverständlichen Ostumfahrung. Persönlich freue er sich über das Industriemuseum und die Partnerschaften, die unbedingt in Ehren gehalten werden sollen, wie er bat. „Die großartige Stadt Lauf möge leben, wachsen und gedeihen“, so der neuen Ehrenbürger zum Schluss.

Die Laufer Ehrenbürger

Folgende Laufer erhielten die Ehrenbürgerwürde (alle gestorben): August Barth (1917), Gottlieb Eckert (1919), Daniel Schönleben (1923), Dr. Otto Weigmann (1936), Hans Kohl (1949), Karlfritz Petersen (1962) und Dr. Karl-Ludwig Völker (1973).

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