Segelflug-Club Lauf organisiert dieses Jahr das Altstadtfest

Kleiner Verein – großer Aufwand

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LAUF — Für die Besucher startet das Laufer Altstadtfest heute Abend, für den Segelflug-Club Lauf hat es schon im Herbst letzten Jahres begonnen. Denn so lange dauern für den Verein, der heuer für die Ausrichtung des Spektakels zuständig ist, schon die Vorbereitungen. Rund 80 Personen, Mitglieder genauso wie Angehörige und Freunde, werden für den Segelflug-Club am Altstadtfest im Einsatz sein.

„Alle, die nicht schnell genug wegrennen konnten, wurden zum Dienst eingeteilt“, erzählt Mathias Sperl lachend, der bisherige „Chef“ der Laufer Segelflieger, der den Vorsitz im Frühjahr an Iris Waldhauser abgegeben hat. Jede helfende Hand wird gebraucht, schließlich hat der Verein „nur“ 125 Mitglieder. Drei Bierstände am Marktplatz müssen mit Personal „bestückt“ werden, zehn Mann pro Stand und Schicht sind dafür notwendig. Außerdem braucht es Helfer, die in der Nacht, wenn die letzten Gäste den Heimweg antreten, die Bänke hochstellen und durchkehren – von Hand natürlich.

Mathias Sperl selbst sperrt deshalb seine Nürnberger Zahnarztpraxis heute zu und zieht für drei Tage in sein Wohnmobil auf den Parkplatz Pegnitzwiesen um. „Aber natürlich weiß man als Verein, worauf man sich einlässt, wenn man sich als Ausrichter bewirbt“, betont Sperl. Außerdem können die Segelflieger auf einige Erfahrung zurückgreifen: Sie haben das Altstadtfest bereits 1994 und 2005 organisiert.

Seitdem allerdings sind vor allem die Sicherheitsauflagen extrem gestiegen, meint Schatzmeister Karlheinz Zobel, der nach eigener Aussage zuletzt jeden Tag drei bis vier Stunden in Sachen Altstadtfest unterwegs war. „Die Kosten rund um das Fest explodieren“, sagt Zobel, ein finanzieller Selbstläufer sei das Altstadtfest deshalb für die Vereine längst nicht mehr. Man brauche gutes Wetter und damit einen ordentlichen Bier-Umsatz, damit nach drei Tagen ein Plus in der Vereinskasse bleibt.

Bei den Budenbetreibern steht das Altstadtfest nach wie vor hoch im Kurs. „Wir haben so viele Bewerbungen bekommen, wir hätten locker noch zehn Stände mehr aufstellen können“, berichtet Karlheinz Zobel. Denn auch für die Zusammenstellung der Buden ist der jeweils ausrichtende Verein zuständig. Unzählige Male haben Zobel und seine Vereinskollegen zuletzt den Zollstock gezückt und nachgemessen, ob der Platz ausreicht, ob Wasseranschlüsse richtig liegen. Rund 65 Anbieter und Schausteller sind am Wochenende vertreten, etwa ein Drittel davon sind im Vergleich zum letzten Jahr neu.

Auf einige neue Gesichter setzen die Veranstalter auch bei der Musik. Auf dem Podium 1 am Oberen Marktplatz spielen heuer vor allem Bands aus dem Umfeld des Segelflug-Clubs. „Das sind Bands, die wir von ,Rock im Hangar’ gut kennen, das wir regelmäßig am Lillinghof veranstalten “, erzählt Zobel. Die seien zwar (noch) nicht ganz so bekannt, aber genauso gut wie die Etablierten, verspricht Zobel.

Und was tun Mathias Sperl und Karlheinz Zobel am Sonntagabend? „Da werden wir uns hoffentlich eine Maß genehmigen“, meint Zobel lachend.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger