IHK-Empfang in Lauf

Keine Angst vor der Krise

Der Laufer Gremiumsvorsitzende Thomas Geißdörfer (links) lobt in seiner Eröffnung den Präsidenten der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Dirk von Vopelius (erste Reihe, Zweiter von rechts), für dessen vorbildliche Arbeit. | Foto: Beck2019/09/IHK-Empfang-2019-Raiffeisenbank-Lauf-Geissdorfer-Foto-Beck.jpg

LAUF — Die gefürchtete schrumpfende Konjunktur und die von Kunden zunehmend geforderte Nachhaltigkeit von Produkten: Das sind die zen­tralen Themen des Laufer IHK-Wirtschaftsempfangs 2019, zu dem das hiesige Gremium der Industrie- und Handelskammer in den Saal der Raiffeisenbank eingeladen hat.

Rund 50 Vertreter von Unternehmen aus Lauf und Umgebung nehmen am Mittwochabend an dem Treffen teil, um sich auszutauschen und den Worten des Gremiumsvorsitzenden Thomas Geißdörfer, des Landrats Armin Kroder und des Präsidenten der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Dirk von Vopelius, zu lauschen.

Es ist eine gut vernetzte Gruppe von Unternehmensvertretern, die von Geißdörfer darüber informiert wird, dass er sein Amt als Gremiumsvorsitzender nach zehn Jahren abgeben wird. „Es ist Zeit für die Ideen eines neuen Vorsitzenden“, sagt Geißdörfer. Über seinen Nachfolger wird das neue Laufer Gremium entscheiden, das bis Ende Oktober von den lokalen IHK–Mitgliedern gewählt wird.

Als Hauptredner des Empfangs zieht Mittelfrankens IHK–Präsident von Vopelius unter dem Titel „Wirtschaftspolitischer Blick zurück nach vorn“ die Bilanz seiner ebenfalls zehn Jahre dauernden Präsidentschaft. Ein zentraler Punkt ist die aktuelle Angst vor einer Talfahrt der deutschen Konjunktur, die unter anderem von Finanzminister Olaf Scholz vorausgesagt wird.

Von Vopelius sieht das anders. „Wirtschaft ist viel Psychologie“, sagt er und rät seinen Zuhörern, frohen Mutes zu bleiben. „Wenn wir die ganze Zeit negativ berichten, gehen natürlich die Investitionen zurück. Deswegen will die IHK informieren, Innovationen vorantreiben und eine positive Stimmung verbreiten“, so von Vopelius.

Neue Innovationen empfiehlt er vor allem im Bereich des Top-Themas Nachhaltigkeit. Als Beispiel nennt er die neue Kampagne des Sportwarenherstellers Adidas, der Schuhe aus Müll, der ins Meer geworfen wurde, fertigen will. „Das Kaufverhalten der Kunden wird sich in Zukunft verändern. Immer mehr Verbraucher werden sich abwenden von Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft“, sagt von Vopelius und betont die Notwendigkeit, sich darauf einzustellen: „Man kann als Unternehmen gegen den Wandel arbeiten oder mit ihm gehen. Das Beste ist es allerdings, am Wandel zu verdienen.

Die Zukunft, das seien aufgeklärte Konsumenten, die mehr persönliche Beratung verlangen. Die Firmen sollten sich laut von Vopelius auf Zielgruppen spezialisieren. Auch das Thema Menschenrechte werde für die Verbraucher an Bedeutung gewinnen. Weniger die Politik hätte auf diese Bewegung Einfluss als vielmehr internationale Organisationen: „Aktuell arbeiten rund 130 NGOs auf ein Lieferkettengesetz hin, das die Prüfung der vollständigen Lieferkette vorschreibt. Die IHK plädiert aber für eine ehrliche Selbstverpflichtung“, so von Vopelius.

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