Gezielte Tat mit Giftköder und Nägeln

Hinterhältiger Anschlag auf Hunde in Lauf

Vor dem Anschlag war Maya eine quietschfidele junge Hündin.2014/08/Giftko__der_Maya_Bild.jpg

LAUF — In Lauf schlägt der Fall Wellen der Empörung: In einem Privatgarten in der Siechenlohstraße hat jemand am Wochenende sieben vergiftete Wurstköder ausgelegt, von denen die einjährige Hündin Maya einen verschluckte. In einer dreistündigen Operation retteten ihr Ärzte das Leben. 14 Nägel und eine größere Portion Rattengift holten sie aus dem Körper, auch Schneckenkorn war beigemischt. Nur weil die Besitzer schnell reagierten, hat das Tier überlebt.

Die Ärzte waren entsetzt: „Das wäre ein fürchterlicher Tod geworden“, war nur einer von vielen Sätzen der Fassungslosigkeit, die Martina und Günter Höhl, Mayas Besitzer, von den Tiermedizinern zu hören bekamen. Die Menge der spitzen Metallstifte und der Giftmix lassen keinen Zweifel an der Absicht des Täters: die Vierbeiner auf grausamste Art umbringen.

Laut den Höhls nahm er dabei auch in Kauf, dass Kleinkinder die Wurst schlucken. Denn auf dem Wochenendgrundstück sei nach dem Vorfall eine Bekannte mit ihren eineinhalbjährigen Enkeln zu Besuch gewesen. „Ein Kind fand noch eine vergiftete, mit Nägeln gespickte Wurstscheibe, die wir ihr gerade noch entreißen konnten, bevor es sie in den Mund schob“, sagt Günter Höhl entsetzt.

Es war nicht der erste Vorfall mit Giftködern auf dem Grundstück. Bereits vor einem Jahr habe jemand mehrfach mit Rattengift präparierte Wurst und Fleisch über den Zaun geworfen, erzählt Martina Höhl. Damals habe nicht Maya, sondern ein anderer Hund sich einen Happen geschnappt, der mit einer Schraube gespickt war. Der Vierbeiner spuckte das Ganze aber wieder aus.

Um den Fall zu verstehen, spielt es wahrscheinlich eine Rolle, dass sich die Höhls für die gemeinnützige Tiernothilfe Moldawien „Casa Katharina“ engagieren und dort auch einige Freunde haben, die sie immer mal wieder auf dem Laufer Grundstück besuchen. „Manchmal haben wir hier zwei, manchmal fünf Hunde“, bestätigt Mayas Besitzerin. Um eine Hundepension oder Ähnliches handele es sich in Lauf aber nicht. Alles bewege sich im normalen Rahmen. Dabei müsse jedem klar sein, dass Hunde eben auch einmal bellen, „das kannst du ihnen ja nicht verbieten“, rechtfertigt sich Martina Höhl im Gespräch.

Nach der dramatischen Rettungsaktion war sie „fix und fertig“, wie sie sagt, erst recht, als ihr bewusst wurde, wie die Geschichte hätte ausgehen können – für Maya und womöglich auch für die Kleinkinder. Jetzt macht sie sich Vorwürfe, fragt sich, ob sie die vor einem Jahr installierte und seit dem Winter nicht wieder aufgestellte Kamera nicht besser hätten stehen lassen, ob sie nicht – wie im Sommer 2013 – weiterhin bei jeder Ankunft den Garten systematisch hätten absuchen sollen und so weiter …

Trotz des Schocks, trotz der Tierarzt- und Klinikrechnung über 1300 Euro überwiegt bei Höhls doch die Erleichterung über den guten Ausgang. Denn Maya ist – gemessen an der Dramatik – wieder wohlauf. Wichtig für die vielen mitfühlenden Hundebesitzer in Lauf ist aber auch die Information, dass die Laufer Polizei nicht von einem wahllosen Hundehasser ausgeht, sondern von gezielten Aktionen gegen die Nürnberger Familie.


Grund zur Vorsicht bestehe immer, aber kein Grund zur Panik. In Schwaig sei vor zwei Jahren mehrmals vergiftete Wurst ausgelegt worden, aber seitdem sei kaum etwas derartiges mehr geschehen – abgesehen von den Fällen in der Siechenlohstraße im Juni/Juli 2013 und jetzt.

Die Polizei bittet nun Zeugen, sich zu melden, Tel. 09123/94070. Dem Täter droht eine Geldstrafe oder sogar eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren – wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung.

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