CSU-Mann ist 2. Bürgermeister

Grüne für Maschler

Norbert Maschler (links) wurde als zweiter, Thomas Lang (rechts) als dritter Bürgermeister von Benedikt Bisping vereidigt. Foto: Buchner-Freiberger2014/05/81678_vereidigungmaschlerbispinglang1_New_1399200664.jpg

LAUF — Norbert Maschler (CSU) und Thomas Lang (FW) heißen die beiden Stellvertreter von Benedikt Bisping für die nächsten sechs Jahre. Sie wurden in der Stadtratssitzung am Freitagabend zum 2. beziehungsweise 3. Bürgermeister gewählt und vereidigt. Dabei waren weniger die Namen an sich eine Überraschung als vielmehr die Tatsache, dass die Grünen-Fraktion nicht für den SPD-Kandidaten Georg Schweikert, sondern für CSU-Mann Maschler stimmte.

Ein hörbares Raunen und Ausrufe wie „Das ist ja eine Sensation“ gingen durch die dicht gefüllten Reihen im Zuschauerraum des Sitzungssaals, als Grünen-Stadträtin Erika Vogel die Katze aus dem Sack ließ. Man unterstütze die Kandidatur von Norbert Maschler als 2. Bürgermeister, sagte sie, „damit setzen wir… auf einen guten Dialog und auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für die nächsten sechs Jahre.“ Zuvor war Maschler, weniger überraschend, von den Freien Wählern vorgeschlagen worden. Die SPD-Fraktion schickte den bisherigen 3. Bürgermeister Georg Schweikert ins Rennen. Er hatte aber letztlich keine Chance, bekam in der geheimen Wahl wohl nur die sieben Stimmen der SPD, während Maschler 24 Unterstützer hatte.

Norbert Maschler war von der Empfehlung der Grünen selbst „völlig überrascht worden“, wie er gegenüber der PZ sagte. Als „Koalitionsangebot“ wollte er diese aber nicht werten. Die CSU setze vielmehr auf die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern und der FDP, „wobei wir bei manchen Themen wie etwa dem Krankenhaus-Parkplatz durchaus unterschiedlicher Meinung sein können“. Die Kooperation zeigte sich gleich in der ersten Sitzung an einer Reihe gemeinsamer Anträge.

Zum dritten Bürgermeister wurde Thomas Lang von den Freien Wählern gewählt, auf Vorschlag und mit den Stimmen der CSU sowie von FDP-Stadtrat Hermann. Insgesamt entfielen auf ihn 16 Stimmen. Hier nominierten die Grünen mit Erika Vogel eine eigene Kandidatin, um den Frauen, die im neuen Laufer Stadtrat mit vier Rätinnen denkbar schwach vertreten sind, eine gewichtigere Rolle zu geben. Sie konnte aber nur die acht Stimmen ihrer eigenen Fraktion auf sich vereinen, ebenso wie SPD-Mann Georg Schweikert, der auch im Rennen um das Amt des 3. Bürgermeisters mit sieben Stimmen das Nachsehen hatte.

Ziemlich brüskiert fühlte sich denn auch die SPD, die kurz vor der Sitzung von der Entscheidung der Grünen erfahren hatte. „Man muss damit leben, aber auf diese Weise haben die Grünen einen Block gesetzt, der die Zusammenarbeit in der Opposition sicher nicht leichter macht. Das werden wir sie auch spüren lassen“, sagte Alexander Horlamus gegenüber der PZ, der sich künftig das Amt des SPD-Fraktionsvorsitzenden mit Johannes Auernheimer teilt. Das hervorragende Ergebnis von Georg Schweikert bei der Kommunalwahl sei ganz klar als Auftrag der Wähler zu werten gewesen, dass er als stellvertretender Bürgermeister weiter mache. Dies sei nun nicht respektiert worden.

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