Norbert Dünkel (CSU) über seine neue Aufgabe

Erster Tag im Landtag

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NÜRNBERGER LAND — Die neue CSU-Landtagsfraktion kam am Mittwoch zum ersten Mal in München zusammen. Unter den 30 Neulingen im Team ist auch Norbert Dünkel, der im Stimmkreis Nürnberger Land das Direktmandat geholt hat. Die PZ hat mit dem Hersbrucker gesprochen.

PZ: Herr Dünkel, wie war Ihr erster Tag im Landtag?

Dünkel: Sonnig (lacht). Das herrliche Wetter hat perfekt zur guten Stimmung gepasst. Es ging vor allem ums gegenseitige Kennenlernen. Die Fraktion ist ja gewaltig groß, wir sind 101 Abgeordnete. Jeder hat sich kurz vorgestellt, gesagt woher er kommt und was er macht. Das hat eine Weile gedauert. Um politische Themen ging es noch gar nicht, es wurden nur die Regularien und organisatorische Fragen geklärt.

Die Stimmung war ausgelassen?

Dünkel: Das nicht. Der Ministerpräsident hat die Sitzung ungewöhnlich eröffnet. Statt den Wahlsieg zu loben, war sein erster Satz: „Ich begrüße euch in München – in sechs Monaten sind Kommunalwahlen.“ Er wollte damit ausdrücken, dass der CSU bewusst ist, welches Vertrauen uns die Bürger geschenkt haben, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen und uns nicht darauf ausruhen werden.

Haben Sie sich im Landtag eigentlich verlaufen?

Dünkel: Nein, ich hatte durch meinen Vorgänger Kurt Eckstein und auch beruflich schon häufiger die Möglichkeit, im Maximilianeum zu sein und wusste schon, wo die Sitzungsräume sind oder wo die Fraktionen sitzen. Wo die einzelnen Abteilungen sind, muss ich in den nächsten Monaten natürlich erst lernen, aber die Angestellten sind alle sehr freundlich und höflich. Deshalb wird das bestimmt nicht schwer.

Wie geht es für Sie jetzt in München weiter?

Dünkel: Ich habe das Glück, dass ich die Wohnung und einige Möbel von Kurt Eckstein in einem Appartmenthaus übernehmen kann und nicht erst suchen muss. Darin sind zum Beispiel eine Schlafcouch, ein Schreibtisch, eine Dusche und eine Kochplatte.

Und politisch?

Dünkel: Für uns Neue heißt es, überhaupt erst mal seinen Platz zu finden. Nächste Woche wird sich der Ministerpräsident wohl um Personalfragen kümmern. Das kann eine Weile dauern, weil es viele Dinge zu berücksichtigen gilt: die Qualifikation natürlich, aber auch, dass genügend Frauen dabei sind oder die Bezirke, Konfessionen und Berufsgruppen gleich behandelt werden. Außerdem werden die Ausschüsse besetzt.

In welchen Ausschüssen möchten Sie mitarbeiten?

Dünkel: Ich habe mich für den Haushaltsausschuss beworben. Das ist bei den Abgeordneten aus dem Nürnberger Land schon Tradition, aber der ist natürlich gefragt, weil dort die Gelder verteilt werden. Viele Abgeordnete sind schon lang dabei und haben bei der Ausschussbesetzung den Vortritt. Eine weitere Möglichkeit wäre der Wirtschaftsausschuss. Ich war ja wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Bezirkstagsfraktion. Und auch der Ausschuss für kommunale Fragen und innere Sicherheit käme in Frage.

Da wird sicher viel Arbeit auf Sie zukommen. Trotzdem wollen Sie weiterhin Geschäftsführer der Lebenshilfe Nürnberger Land bleiben. Wie lässt sich das vereinbaren?

Dünkel: Ich werde meine Arbeitszeit auf zehn Stunden die Woche reduzieren, wahrscheinlich bin ich aber 15 bis 20 im Haus. Das mache ich natürlich unentgeltlich. Auf diese Weise muss ich mich nicht rechtfertigen. Der Landtag tritt normalerweise dienstags, mittwochs und donnerstags zusammen, außerdem ist eine Woche im Monat sitzungsfrei. Wir haben am Montag im erweiterten Gremium der Lebenshilfe darüber gesprochen und ich habe den Rückhalt von Leitung, Belegschaft, Betreuten und Eltern.

Und wer übernimmt in Ihrer Abwesenheit Ihre Aufgaben?

Dünkel: Am Samstag werden wir eine Anzeige in den drei Heimatzeitungen und auch in Nürnberg schalten, mit der wir einen Betriebswirt suchen, der Geschäftsführeraufgaben übernimmt. Ich werde ihn dann suksessive einarbeiten.

Sie nehmen also nicht ganz Abschied von der Lebenshilfe.

Dünkel: Nein. In den 25 Jahren bei der Lebenshilfe habe ich miterlebt, wie sie sich vom kleinen Verein zum großen Sozialunternehmen entwickelt hat. Da kann ich schon aus ethischen Gründen nicht einfach hinwerfen und sagen: „Schaut, wie ihr klar kommt.“ Außerdem ist es wichtig, außerhalb des Sitzungssaals zu arbeiten. Das hält fit und lässt einen den Blick auf die Tagesprobleme nicht verlieren.

N-Land Tina Chemnitz
Tina Chemnitz