Klinik feierte Jubiläum mit Tag der offenen Tür

Krankenhaus Lauf ist gerüstet für weitere 50 Jahre

Der offizielle Festakt war die eine, die Aktionen, Vorführungen und Vorträge im Krankenhaus, die andere Seite des Jubiläums. Links der Neurochirurg Jürgen Kreuzer bei seinem Vortrag. Einer nur von vielen im immer vollen alten Krankenhausfoyer. Ein Publikumsmagnet war auch die Live-Information zur ersten Hilfe (rechts).2012/07/47434_krankenhaus50notfall_New_1342982464.jpg

LAUF — Finanziell konsolidiert und medizinisch fachlich besser aufgestellt denn je, so die einhellige Meinung von Politikern und Medizinern am Jubiläumstag, feierte das Laufer Krankenhaus seinen 50. Geburtstag. Dabei sei bei all den neuen Möglichkeiten durch die Fachkompetenz des Klinikums Nürnberg, zum dem das Krankenhaus seit sechs Jahren gehört, das Laufer Krankenhaus die wichtigste Anlaufstelle für die Bevölkerung und „die zentrale Einrichtung für die stationäre Grundversorgung im Landkreis und eine der tragenden Säulen der Gesundheitsfürsorge in der Region“ geblieben. So Ministerialrat Herwig Heide aus dem Gesundheitsministerium in seinem Grußwort.

Hier geht’s zur Bildergalerie.

Schon 1962, so der Referent, der das Laufer Haus von vielen Besuchen persönlich kennt, habe der Neubau am Fuße des Kunigundenbergs architektonische und medizinische Maßstäbe gesetzt. Ziel war es damals, in einem funktionalen und ansprechenden Haus die Grundversorgung vor Ort auf hohem Niveau zu ermöglichen. Ein Anspruch, den das Krankenhaus bis heute erfüllt. Und dass die Entscheidung des Landkreises richtig war, die Häuser in Lauf, Altdorf und Hersbruck an das Klinikum abzugeben richtig war, zeige nicht zuletzt die Zahl der behandelten Patienten, die seit 2006 um 16 Prozent gestiegen sei.

Das Laufer Krankenhaus sei so gesehen auch ein sehr gute Beispiel bayerischer Krankenhauspolitik. Diese setze bewusst auf die Stärken der ländlichen Regionen, die Bevölkerung außerhalb der Ballungsräume dürfe nicht von der allgemeinen Entwicklung abgehängt werden. Insbesondere gelte dies für die medizinische Versorgung, weshalb der Krankenhausetat in Bayern 2013 noch erhöht würde.

Der Nürnberger Oberbürgermeister Maly, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender des Klinikums, erinnerte an die Probleme kleiner Krankenhäuser, mit der viele Landkreise seit der Gebietsreform zu kämpfen hätten. Draufzahlen, schließen oder privatisieren, vor diesen Alternativen standen und stehen deshalb viele Träger. Im Nürnberger Land habe man einen anderen, viel besseren Weg, gewählt, so Maly. Die öffentlich rechtsliche Partnerschaft auf Augenhöhe und mit Bestandsgarantien, von der Bettenzahl bis zu den Beschäftigten. Weil eben Gesundheit keine Marktware sei, sondern eine öffentliche Aufgabe. Und er glaube, dass in der Gefühlslage der Bevölkerung das Laufer Krankenhaus auch heute noch „unser Krankenhaus“ sei.

Landrat Kroder bestätigte diese Einschätzung in seiner Rede ausdrücklich. Denn die schlichten Zahlen können nicht falsch sei: 9 000 stationäre und 10 000 ambulante Patienten allein im vergangenen Jahr sprächen eine sehr deutliche Sprache. Und dabei sind am Laufer Krankenhaus über 500 Mitarbeiter beschäftigt, ebenfalls mehr denn je.

Der Internist und ärztliche Direktor des Laufer Krankenhauses, Werner Diekstall, der selbst schon über 20 Jahre in Lauf arbeitet, verwies noch einmal auf das Jubiläum. 50 Jahre seien für eine Klinik „eine wirklich lange Zeit“, wenn man bedenke, dass sich das medizinische Wissen alle zehn Jahre verdopple. 2006 sei es auch sein Anliegen gewesen, dass Lauf nicht einfach nur ein Portalkrankenhaus, ein Anhängsel oder Zulieferbetrieb für Nürnberg würde. „Das Ziel wurde erreicht, heute geht es uns gut, es geht uns besser. Der Zusammenschluss ist ein Gewinn.“


Den Schlusspunkt des offiziellen Jubiläumsteils setzte der Laufer Arzt und Krankenhausfördervereinsvorsitzende Hans Ludwig Eschenbacher mit einem Blick in die Geschichte des Laufer Krankenhauses. Die mit dem Spital schließlich schon im 14. Jahrhundert begonnen habe und mit der gelungenen Partnerschaft mit Nürnberg vorläufig endet. „Die Krankenhausgeschäftsführung jedenfalls hat die Besonderheiten der Kreiskrankenhäuser erkannt und gestärkt“, so sein Fazit.

Begrüßt worden waren die Gäste zum Jubiläum von Geschäftsführer Michael Hitzschke, der angesichts der vielen positiven Reaktionen sicher sei, dass das Laufer Krankenhaus auch in den nächsten 50 Jahren seinen Patienten eine sehr gute medizinische Versorgung garantieren könne. Aber, so seine Warnung und Bitte: „Krankenhäuser dürfen nicht zum Spekulationsobjekt werden.“

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren