SCHWARZENBRUCK – Das Schwarzenbrucker Moor, ein ökologisches Kleinod in der Gemeinde, ist in großer Gefahr. Zum zweiten Mal seit 2003 droht das als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal trocken zu fallen. Darauf weist die Biologin Tanja Kaiser hin, die regelmäßig in dem Gebiet unterwegs ist und die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge beobachtet.
In vielen Bereichen des Moors ist deutlich zu sehen, wie der Wasserstand kontinuierlich zurückgeht. An den Rändern der Teiche bilden sich Flächen aus Schlamm, die geschützte Sumpfcalla, Paradepflanze des Naturschutzgebiets, die sich in den vergangene Jahren gut vermehren konnte, ist wieder auf dem Rückzug. Das gilt auch für viele seltene Tierarten, die man im Schwarzenbrucker Moor beobachten kann. Der Eisvogel ist in dem Gebiet ebenso heimisch wie der Graureiher, wie Ringelnatter und Teichfrosch.
Die Untere Naturschutzbehörde am Laufer Landratsamt kümmert sich um den Erhalt des Schwarzenbrucker Naturschutzgebiets. Seit 2014 ist dort bekannt, dass sich eine für das Gebiet bedrohliche Entwicklung abzeichnet. Der vergangene Herbst war niederschlagsarm, der Winter brachte wenig Regen und Schnee und auch das Frühjahr blieb relativ trocken, so dass der Grundwasserstand deutlich gesunken ist. Ein Teil des Moors wird aber direkt vom Grundwasser gespeist, während im nördlichen Bereich Quellen in die Moorteiche fließen. Diese Zuflüsse aber sind in den vergangenen Monaten sehr viel schwächer als in nasseren Jahren.
„Auf den Klimawandel haben wir keinen Einfluss“, sagt Karl Heinz Pühl, an der Unteren Naturschutzbehörde zuständig für das Naturschtzgebiet in Schwarzenbruck. „Wir haben aber die Möglichkeit, die Wasserhaltung im Moor zu verbessern.“ Derzeit sind die dortigen Weiher, das räumt Pühl ein, in einem sehr schlechten Zustand. Mit baulichen Maßnahmen sei es aber möglich, hier Verbesserungen zu erreichen. „Das Wasser soll in dem Gebiet zurückgehalten werden.“ Die Maßnahmen sind bei der Regierung von Mittelfranken angemeldet, Pühl war mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts und der Gemeinde Schwarzenbruck vor Ort, und es gibt zwischenzeitlich konkrete Ideen zur Rettung des Moors. Die entsprechenden Aufträge sollen jetzt ausgeschrieben werden.
Gefahren gab es für das Moorgebiet in Schwarzenbruck in der Vergangenheit schon öfter. 1979 etwa beantragte die Besitzerin eines Teils des Areals den Bau von Fischteichen. Die Angelegenheit ging bis vor das Verwaltungsgericht in Ansbach, nachdem das Landratsamt den Antrag zurückgewiesen hatte. Am Ende konnte die Fischteichanlage abgewehrt werden und die Grundbesitzerin verkaufte das Moor an die Gemeinde Scharzenbruck, die dafür 1981 vom Freistaat 49.000 DM erhielt und 71.000 DM aus eigenen Mitteln zahlte. Als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde das Moor dann im Jahr 1992. Die Gemeinde ersteigerte später einen weiteren Fischweiher im nordöstlichen Bereich des Moores aus Privatbesitz, der in das Naturschutzgebiet mit einbezogen wurde. Damit ist Schwarzenbruck die einzige Kommune Nordbayerns, auf deren Gebiet sich gleich zwei Naturschutzgebiete befinden – neben dem Moor auch die Schwarzachklamm.
