Polizei sucht Zeugen

KZ-Gedenken: Weiterer Vandalismus im Zusammenhang mit Kunstwettbewerb

Unbekannte haben in der Vergangenheit bereits das Banner zerschnitten, mit dem die Mittelschule Hersbruck an den täglichen Fußmarsch der Häftlinge erinnert. | Foto: Privat2022/07/IMG_8556-scaled.jpeg

HAPPURG/HERSBRUCK – Im Rahmen des Kunstwettberwerbs „ErinnerungsRÄUME“, soll an verschiedenen Orten rund um Hersbruck an das ehemalige KZ erinnert werden. Nun haben Unbekannte insgesamt zum vierten Mal etwas zerstört und zwar diesmal nicht in Hersbruck, sondern am Happurger Stausee.

Wie die Hersbrucker Polizei meldet, haben die Täter von Mittwoch, 20. auf Donnerstag, 21. Juli, zwei Hinweistafeln beschädigt, die am Ostufer des Stausees Informationen zum Projekt ErinnerungsRÄUME zeigten. Die Tafeln stellten die frühere Situation am Happurger Stausee dar, wo ein Außenlager des KZ Hersbrucks eingerichtet war.

Außerdem wurde bereits zwischen Ende Juni und ebenfalls Donnerstag, 21. Juli, am Hohlen Fels über den Happurger Stausee eine Hinweistafel komplett gestohlen. Auch sie enthielt Informationen über den Ort im Jahr 1945. Neben dem ideellen Wert der Werke, entstand ein Schaden von rund 175 Euro. In beiden Fällen sucht die Hersbrucker Polizei nach Zeugen.

Am Stausee hat Künstler Ferdinand Rosenbauer unter dem Begriff „Versunkenes sichtbar machen“ geplant, eine Lichtinstallation am Grund des Sees zu installieren. Ob es sich bei den beschädigten Tafeln um Beschreibungen seines Projektes handelt, oder ob es sich um andere Erinnerung-Tafeln an das KZ in Zusammenhang mit dem Kunstwettbewerb handelt, geht aus dem Polizeibericht nicht hervor.

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Drei weitere Fälle

Bereits in der Vergangenheit haben Unbekannte sich an Kunstwerken des Wettbewerbs vergriffen. Das Banner, das die Grete-Schickedanz-Mittelschule an der Kuhpegnitzbrücke aufgehängt hat, die „Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“ von Sybille Fenzel und Helga Koch im Rosengarten sowie die „Menschlichkeitsbank“, die ebenfalls an der Kuhpegnitzbrücke aufgestellt war, wurden beschädigt.

Bereits damals gingen die Organisatoren des KZ-Projektes von zielgerichteten Taten gegen den Wettbewerb aus. Die Hersbrucker Polizei wollte – als erst zwei Kunstwerke beschädigt worden waren – aber auch reinen Vandalismus nicht ausschließen.


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