Abgeordneter zu Besuch in Lauf und Altdorf

Krankenhäuser an der wirtschaftlichen Belastungsgrenze

Auch am Altdorfer Krankenhaus spitzt sich die Lage zu. | Foto: Spandler/ Archiv2019/07/Altdorf-Krankenhaus.jpg

LAUF/ALTDORF – Bundestagsabgeordneter Jan Plobner informierte sich über die angespannte finanzielle Situation der Krankenhäuser im Nürnberger Land. Denn die Kliniken bringt die Energiekrise und die Coronapandemie an die Belastungsgrenze.

Die medizinische Versorgung der Menschen im ländlichen Raum ist eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. Beim Besuch des Krankenhauses Lauf im Nürnberger Land hat sich der Bundestagsabgeordnete Jan Plobner (SPD) über die angespannte finanzielle Situation im Krankenhauswesen informiert, die insbesondere kleinere Häuser wie in Lauf und Altdorf trifft.

Wie Dr. med. Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, schilderte, haben die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf in den vergangenen Jahren ihr medizinisches Spektrum weiterentwickelt und ausgebaut. Sie versorgen derzeit jährlich stationär rund 15 000 Patientinnen und Patienten aus der gesamten Region.

Dr. med. Thomas Grüneberg, Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH, MdB Jan Plobner, MdB-Mitarbeiterin Julia Kaltenegger, Pflegedienstleiter Peter Herbach (von links) beim Besuch des Krankenhauses Lauf. / Foto: Lukas Ott | Foto: Lukas Ott2022/10/a495056387i0012_max1024x.jpeg

Energiekosten verdreifachen sich

Umso bedrückender sei es, dass die beiden Standorte nun wirtschaftliche Sorgen haben: Allein für 2022 rechnen die Krankenhäuser in Lauf und Altdorf mit einem deutlichen Anstieg der Sachkosten und mit einer Verdreifachung der Energiekosten. 2023 könnten die Kosten noch weiter steigen. „Das bringt uns an die wirtschaftliche Belastungsgrenze“, sagt Grüneberg.

Grund dafür ist zum einen die Energiekrise. Gleichzeitig sind die Preise für Materialien und Dienstleistungen seit Beginn der Corona-Pandemie um ein Vielfaches gestiegen. Hinzu kommen Kostensteigerungen bei den Bauvorhaben. „Wir können diese Mehrkosten nicht einfach weitergeben, deshalb muss die Bundesregierung handeln und einen Inflationsausgleich für Krankenhäuser auf den Weg bringen“, fordert Grüneberg.

Corona verschärft die Situation

Verschärfend in der aktuellen Situation sind die erneut steigenden Zahlen von Corona-Patienten, die in Lauf und Altdorf stationär behandelt werden. Seit September haben sich diese wieder deutlich erhöht, was den Krankenhausbetrieb erheblich belastet und Kapazitäten bindet. Die bereits angespannte Personalsituation werde durch Corona-Ausbrüche unter Mitarbeitenden zusätzlich verschärft, berichtet Pflegedienstleiter Peter Herbach.

Doch die Corona-Ausgleichszahlungen für Krankenhäuser sind mittlerweile ausgelaufen. „Wir haben deutlich weniger Erlöse bei gestiegener Belastung. Es bleibt uns nichts Anderes übrig, als Betten zu sperren.“

Seinen Gesprächspartnern sicherte Bundestagsabgeordneter Jan Plobner zu, die dringenden Anliegen in der SPD-Bundestagsfraktion zu thematisieren. Krankenhäuser wie in Lauf und Altdorf leisteten derzeit einen enormen Spagat.

„Am Ende des Tages soll es eine qualitative und wohnortnahe Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger geben, die Pflegekräfte sollen einen guten Arbeitsplatz haben und nicht auf den Burnout zusteuern – und am Ende soll sich alles rechnen. Dass das unter den aktuellen Vorzeichen schwierig ist, ist klar. Wir müssen priorisieren zugunsten der Menschen“ so Plobner.

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