Gemeinderat

Kirchensittenbach verabschiedet seinen Haushalt

Den größten Haushaltsposten stellt der Neubau am Kindergarten in Kirchensittenbach dar. | Foto: E. Bodendörfer2020/04/20200424-110718.jpg

KIRCHENSITTENBACH – 5,32 Millionen Euro umfasst der Gesamthaushalt der Gemeinde Kirchensittenbach für 2020. Ob am Ende des Jahres wirklich so viel Geld in die Hand genommen wird, wie Kämmerer Falk Tichatschke im Gemeinderat vorstellte, ist derzeit mehr als fraglich.

Erstellt wurde das Zahlenwerk nämlich bereits Ende Februar – vor der Corona-Krise. Werden die Steuern und Fördermittel wirklich so sprudeln wie eingeplant? Oder sollte man sich besser gleich von ein paar Projekten verabschieden? „Maßnahmen, die nicht erforderlich sind, werden auf Eis gelegt, zum Beispiel der Bau einer Photovoltaikanlage an der Kläranlage bei Unterkrumbach, damit wir noch einen Puffer haben. Wir sollten die Situation vorsichtig beobachten“, mahnt Bürgermeister Klaus Albrecht. Schon jetzt gebe es Stundungen von Gewerbesteuereinnahmen aus dem Jahr 2018.

Etat steigt weiter

Der Verwaltungshaushalt, der immer weiter steigt, wird für 2020 auf 3,78 Millionen Euro beziffert. Darin enthalten sind hauptsächlich die Steuereinnahmen sowie die Ausgaben für Personal, Energiekosten, Versicherungen und Kreditzinsen.

Im Vermögenshaushalt sind 1,54 Millionen Euro eingestellt – etwas weniger als im Vorjahr, weil auch weniger Projekte anfallen. Der größte Brocken ist der Kindergartenanbau, der mit 700 000 Euro zu Buche schlagen wird. Für die Kläranlage Sittenbachtal ist noch eine Schlussrechnung in Höhe von 130 000 Euro zu begleichen, für die besagte Photovoltaikanlage sind 90 000 Euro anberaumt, die aber höchst unwahrscheinlich ausgegeben werden.

150 000 Euro sind für Grunderwerb vorgesehen, 120 000 Euro für diverse Asphaltierungs- und Straßenausbesserungsmaßnahmen, 88 000 Euro für Architekten- und Ingenieurleistungen am Frühmesserhaus, 50 000 Euro für den Glasfaseranschluss zur Grundschule, 40 000 Euro fürs Archiv, die Zeiterfassung im Rathaus, Hort und Kindergarten sowie für Büroeinrichtungen, 27 500 Euro für einen neuen Salzstreuer sowie 25 000 Euro für das Buswartehäuschen und die Bordsteinabsenkung in Steinensittenbach.

Die Schlüsselzuweisung vom Freistaat Bayern beträgt rund 855 000 Euro. Allerdings fallen auch rund 914 000 Euro an Kreisumlage an, also Geld, das an den Landkreis zu berappen ist. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt beträgt rund 482 000 Euro, deutlich mehr als die erforderlichen 51 000 Euro, die in diesem Jahr für die Tilgung von Krediten vorgesehen sind.

30 Euro pro Kopf

Die Investitionspauschale, also das Geld vom Staat für Investitionen und Modernisierungen, liegt bei 126 500 Euro, die Entnahme aus dem Sollüberschuss 2018 bei rund 78 000 Euro. Neue Kredite sollen auch in diesem Jahr nicht aufgenommen werden. Der Bau der Verbundleitung von Kühnhofen nach Unterkrumbach wird über BayernGrund zwischenfinanziert und erscheint nicht im Haushalt 2020.


Der Schuldenstand beträgt am Jahresende 62 000 Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 30 Euro. Die Steuersätze bleiben wie gehabt. Die Steuerkraft der Gemeinde Kirchensittenbach liegt bei 664 Euro pro Einwohner.

Der Gemeinderat hatte nichts gegen den Haushaltsplan einzuwenden und billigte diesen so wie von Kämmerer Tichatschke vorgestellt.

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