Bei roter Ampel

Keine Maskenpflicht für Grundschüler

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NÜRNBERGER LAND — Das Landratsamt Nürnberger Land hat heute angekündigt: Wenn die Corona-Ampel auf Rot springt, werden Grundschüler – anders als eigentlich vom Freistaat vorgesehen – keine Maske im Unterricht tragen müssen. Auch einen Wechsel zum teilweisen Distanzunterricht sieht das Gesundheitsamt als „noch nicht notwendig“ an.

Vermutlich am Wochenende wird es so weit sein, vielleicht auch erst Anfang nächster Woche: Der Inzidenz-Schwellenwert von 50 wird dann auch nach der offiziellen Zählweise des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überschritten. Darauf deuten die Zahlen des Landratsamts hin, das heute nach eigener Berechnung bereits eine Sieben-Tage-Inzidenz von 60,59 ausweist. Dieser Wert landet in der Regel erst mit Verzögerung beim LGL.

Springt die Corona-Ampel auf Rot, gilt eigentlich die Maskenpflicht in allen Jahrgangsstufen. Von dieser Regelung können die Landkreise und kreisfreien Städte aber abweichen, wie es zuletzt etwa München getan hat. Nun kündigt auch das Nürnberger Land an: „An den Grundschulen wird es keine Maskenpflicht am Platz während des Unterrichts geben.“ Grundschüler seien nach jetzigem Erkenntnisstand keine Infektionstreiber.

Auch ein Wechsel zum teilweisen Distanzunterricht sei aktuell noch nicht notwendig, so ein Sprecher. Er begründete dies unter anderem mit den ohnehin unmittelbar bevorstehenden Herbstferien.

Schulen sind laut Schulamt vorbereitet

Noch am Freitagmorgen hatten die Vorzeichen anders ausgesehen.  Da hatte das Staatliche Schulamt in Feucht die Schulleitungen der Grund- und Mittelschulen im Landkreis bereits schriftlich darüber informiert, dass man sich ab Montag, spätestens ab Dienstag wieder auf ein Wechselmodell einstellen müsse, so wie es bereits während der Sommermonate in ganz Bayern praktiziert worden war.

„Unsere Schulen sind darauf vorbereitet“ betonte Schulrätin Elisabeth Wolfermann auf Nachfrage der Pegnitz-Zeitung, man habe die vergangenen Wochen genutzt, um Konzepte zu entwickeln, wie der Wechselunterricht gut vonstatten gehen könne. Auch eine Notbetreuung für Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen werde es geben, versicherte Wolfermann, „wir werden abfragen, wer diese benötigt“. Sie gehe davon aus, dass es diesmal deutlich weniger Familien als im Frühjahr betreffe, „viele haben mittlerweile doch auf Homeoffice umgestellt“.

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Gegen Mittag dann, nach langen Beratungen und vielen Telefonaten mit dem LGL, die Nachricht aus dem Landratsamt: Man werde den Wechselunterricht momentan noch nicht verfügen, „wir ziehen die Woche bis zu den Ferien noch durch“.

Diese Nachricht erreichte aber offensichtlich nicht mehr alle Schulleitungen. Einzelne Schulen kündigten bereits selbst das Wechselmodell an. So teilte etwa die Röthenbacher Mittelschule den Eltern schriftlich mit, dass der Unterricht ab Montag in zwei Schichten stattfinden soll: je ein Tag Schule und ein Tag zu Hause.

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