Inzidenz im Nürnberger Land

„Keine Anhaltspunkte für zu hohe Zahlen“

Das Landratsamt hält den vom RKI am Mittwoch gemeldeten Inzidenzwert für plausibel. | Foto: Fischer2020/07/landratsamt-neu-fi.jpg

NÜRNBERGER LAND — Das Landratsamt Nürnberger Land geht nicht davon aus, dass der am Mittwoch vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Inzidenzwert zu hoch ist. „Und dann greift der Automatismus“, sagt Behördensprecher Rolf List. Gemeint sind Verschärfungen der Anti-Corona-Maßnahmen ab Freitag. Aktuell läuft aber noch eine Prüfung der Zahlen.

Update, Stand 13 Uhr: Es bleibt dabei, die Zahlen im Nürnberger Land liegen den dritten Tag über dem Schwellenwert. Ab Freitag gilt damit wieder: nächtliche Ausgangssperre, strenge Kontaktbeschränkungen und Distanzunterricht. Dazu sagt Rolf List, Sprecher des Landratsamt: „Unsere Zahlen stimmen. Wir sind wirklich über 100, morgen kommt ein Amtsblatt und ab Freitag gelten im Landkreis Nürnberger Land wieder die Regeln zwischen 100 und 150.“ Das Landratsamt hat sich dafür die Bestätigung vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen geholt.

Der Kreisbehörde liegen nach eigener Aussage „keine Erkenntnisse“ über Doppelmeldungen vor, die den Inzidenzwert verfälschen würden. Dieser lag am Mittwochmorgen den dritten Tag in Folge über der ausschlaggebenden 100er-Marke. „Wir haben keine Anhaltspunkte für zu hohe Zahlen“, so der Sprecher weiter.

List zufolge ist dem Landratsamt noch unklar, worauf sich die Nürnberger Gesundheitsreferentin Britta Walthelm am Dienstag bezogen hat. Sie hatte gegenüber Medien davon gesprochen, dass Doppelmeldungen nicht nur die Stadt Nürnberg, sondern – unter anderem – auch den Landkreis betreffen würden. „Wir versuchen gerade herauszufinden, was Sie damit gemeint hat“, sagt List. Die internen Zahlen der Behörde lägen aber sogar noch über denen des RKI, so dass ein Fehler in der Meldekette, der die Inzidenz nach oben getrieben haben könnte, unwahrscheinlich sei.

Fehler am Sonntag

Eine Meldepanne allerdings räumt List ein: Sie trug sich am Sonntag zu. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen übermittelte Fälle, die ihm wiederum vom Landratsamt korrekt berichtet worden waren, zunächst nicht weiter zum RKI.

Das führte dazu, dass der Inzidenzwert noch am Morgen mit 82,56 angegeben wurde und erst später über die 100er-Marke rutschte. Trotzdem traten mit Wirkung zum Dienstag Lockerungen in Kraft, denn maßgeblich war der erste Wert des RKI, der den fünften Tag in Folge unter 100 lag.


Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung

Nun greift ab Freitag voraussichtlich wieder die Notbremse. Nach der Corona-Verordnung des Freistaats hat die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, also das Landratsamt, allerdings „unverzüglich amtlich bekanntzumachen, sobald ein relevanter Schwellenwert“ über- oder unterschritten wurde. Das ist bisher noch nicht geschehen.

Bleibt es aber dabei, so tritt unter anderem die nächtliche Ausgangssperre erneut in Kraft. Die Schulen müssten – mit Ausnahme der Grundschulen und der Abschlussklassen – zurück in den Distanzunterricht. Auch die Kontaktbeschränkung würde verschärft: Treffen wären nur noch mit einer haushaltsfremden Person möglich.

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