Protest gegen schlechte Bus- und Bahnverbindung

Jusos besetzen Haltestelle

Ungewöhnliche Protestaktion: Am Freitag vergangener Woche haben Juso-Mitglieder an der Kersbacher Bushaltestelle campiert. | Foto: Jusos Nürnberger Land2019/11/jusos-bushaltestelle-demo.jpg

KERSBACH – Um gegen den aus ihrer Sicht schlechten öffentlichen Nahverkehr im Nürnberger Land zu protestieren, haben die Jusos vo-
rübergehend eine Bushaltestelle im Neunkirchener Ortsteil Kersbach besetzt.

Mitglieder der SPD-Jugendorganisation campierten dort am vergangenen Freitag. Die Aktion ist Teil einer Reihe von Themenveranstaltungen, die in einem „modernen Mobilitätskonzept“ münden sollen.

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Gerade in kleineren Orten sei die Taktung von Bus und Bahn katastrophal. In Kersbach etwa gibt es am Wochenende lediglich eine Rufbus-Anbindung. „Wenn man im Landkreis mit dem ÖPNV von A nach B kommen möchte, muss man damit rechnen, dass stundenlang gar kein Bus kommt“, begründete Wölfel den Camping-Protest. Vielerorts würden Busse nur unter der Woche und dann nur zweimal täglich fahren. So könne der öffentliche Nahverkehr kaum einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Erst vor zwei Wochen hat der Kreistag ein neues Nahverkehrskonzept verabschiedet (die PZ berichtete). Es soll vor allem die Versorgung in ländlichen Gebieten wie dem Schnaittachtal verbessern. Zentraler Baustein sind Rufbusse. Sie sind wie Linienbusse zwar an feste Strecken und Abfahrtszeiten gebunden, können aber nur nach telefonischer Bestellung genutzt werden. Zwischen 5 und 20 Uhr will der Landkreis damit sogar einen Stundentakt umsetzen. Das jedoch klappt erst ab 2024.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel