Parcours mit Tücken

Hersbrucker Schleppermeisterschaft

Bei der landwirtschaftlichen Geräteschau waren eindrucksvolle Maschinen zu sehen. | Foto: J. Ruppert2017/09/8375495.jpg

HERSBRUCK – Matthias Pickelmann hat die erste Mittelfränkische Schleppermeisterschaft gewonnen. Der 28-Jährige aus Offenhausen blieb im Parcours auf dem Hersbrucker Parkplatz Plärrer fehlerfrei und hatte die schnellste Zeit. Etwas langsamer wurde Routinier Konrad Schmidt aus Plech Zweiter vor dem Großviehberger Tobias Loos. Die Titelkämpfe im Geschicklichkeitsfahren waren in einen Tag der Landwirtschaft eingebettet.

Für das Schlepperturnier hatte der AC Hersbruck unter der Leitung von Günter Lincke etliche Stationen aufgebaut: Kurvenstrecke, rückwärts in ein Gatter rangieren, über Balken manövrieren, nahe seitlich an eine Rampe heranfahren, ein Slalom und Bremsen auf einer Zielplatte. Unter fast 40 Startern sammelten bis auf die beiden Erstplatzierten alle Strafpunkte. So wurde dem Egensbacher Franz Reinhard die Tordurchfahrt zum Verhängnis, Tobias Rupp aus Schrotsdorf kam nicht rechtzeitig zum Stehen, Max Flohrer warf ein Gatter um.

Außerdem gab es noch einen weiteren Fallstrick: Bei Martin Klischewski aus Loch bei Hartenstein kippte kurz vor dem Ziel die Milchkanne auf der Ladefläche des Anhängers um, und er fiel aussichtslos zurück. Sogar Rennstrecken-Sprecher Rudi Huyer litt mit, denn Martin Klischewski hatte eigentlich eine Topzeit (6.40 Minuten) vorzuweisen. Noch schneller war Andreas Beierlein aus Lieritzhofen, dem das gleiche Missgeschick passierte.

Landrat kann’s noch
Bekanntlich ist Armin Kroder auf einem Bauernhof aufgewachsen. Auf dem Parcours zeigte der Landrat, dass er da durchaus noch mit anpacken kann. Sechs Aufgaben löste er ohne Fehler und platzierte sich am Ende im Mittelfeld.

Das Schlepper-Geschicklichkeitsfahren war eine gemeinsame Aktion von AC Hersbruck und dem Kreisverband des Bayerischen Bauernverbandes. Diese Kombination passt wunderbar zusammen, fand Bürgermeister Robert Ilg. Er hofft angesichts des Zuspruchs, dass sich die Veranstaltung weiter zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt.

Der Kreisobmann der Landwirte, Günther Felßner, und sein Team hatten als Gastgeber zudem ein buntes Drumherum-Programm unter dem Motto „Stadt trifft Land“ zusammengestellt. Armin Kroder empfahl den scharenweise gekommenen Gästen, darunter Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf und Politiker mehrerer Parteien, die „Genussmeile“ der Direktvermarkter.

Traktoren von gestern waren im Rahmen einer Sternfahrt nach Hersbruck getuckert. Der mobile Ellenbacher Hühnerstall mit Hähnen und jede Menge Hennen bewies, dass Eierproduktion auch ortsnah funktioniert. Auf einer Strohhüpfburg durften sich Kinder austoben.

Besonderes Interesse rief vor allem die Landtechnikausstellung hervor. Bezirkstagsmitglied und Fachmann Alexander Küßwetter zeigte in seinem Grußwort mit einem Beispiel auf, wie sehr Maschinen die Arbeit der Bauern bestimmen: Um das Jahr 1900 dauerte es insgesamt vier bis fünf Stunden, um einen Doppelzentner Getreide zu produzieren – heute sind es vier bis sechs Minuten. An manchen Großfahrzeugen – vom Traktor über Radlader und Riesenhäcksler bis zum Bewässerungs-Selbstfahrer – schritten die Besucher doch etwas ehrfürchtig vorbei.

Einen ersten Bericht gab es hier.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert