Fragebogen an die Bundestagsdirektkandidaten

Helmut Johach (Die Linke)

Helmut Johach, Die Linke. | Foto: privat2017/09/Helmut-Johach.jpg

NÜRNBERGER LAND – Am 24. September ist Bundestagswahl. N-land hat alle Direktkandidaten dasselbe gefragt. Ihre Antworten stellen wir in einer kleinen Serie vor. Heute: Helmut Johach, Linke.

Geboren: 10.12.1941, Eschweiler

Wohnort: Rednitzhembach

Beruf: Rentner, vormals Therapeut und Supervisor

Politische Stationen: 2004 Mitglied der WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit), 2007 Beitritt zur „Linken“, seit 2013 Vorsitzender der Partei im Kreisverband Schwabach-Roth.

Wie soll die BRD Zuwanderung steuern, Integration ermöglichen?
Die Aufnahme von Schutzsuchenden ist aus humanitären, Zuwanderung aus bevölkerungspolitischen und wirtschaftlichen Gründen notwendig. Zentral für beides ist berufliche Integration. Zahlreiche Ausbildungsverträge, vor allem im Handwerk, werden von der Bayerischen Staatsregierung blockiert, um Härte durch Abschiebung zu demonstrieren. „Die Linke“ fordert a) Deutschkurse für alle Flüchtlinge, auch ohne Anerkennung durch das Bamf, b) Flüchtlinge mit Ausbildungsvertrag sollen Ausbildung beginnen dürfen.

Herrscht in Deutschland soziale Gerechtigkeit? Was stellt die Balance her?
Es herrscht keine soziale Gerechtigkeit, denn die Schere zwischen Arm und Reich – das entspricht der zwischen Arbeit und Kapital – klafft immer weiter auseinander. „Die Linke“ fordert a) Abschaffung von anlassloser Befristung und Werkverträgen, starke Einschränkung von Leiharbeit und Minijobs; b) Mindestlohn zwölf Euro, solidarische Mindestrente und sanktionsfreie Mindestsicherung (statt Hartz IV) in Höhe von 1050 Euro; c) stärkere Besteuerung von Jahreseinkünften über 70  000 Euro und Vermögensteuer in Höhe von fünf Prozent ab einer Million Euro.

Ab 2030 nur noch E-Autos in Deutschland? Wie geht das?
Der Abschied von fossilen Brennstoffen im Verkehr ist notwendig, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Ob dies bis 2030 vollständig gelingt, ist fraglich. Der E-Antrieb ist nicht die einzige Alternative. „Die Linke“ fordert zur Verringerung von Emissionen zusätzlich: a) Verlagerung von großen Teilen des Gütertransports von der Straße auf die Schiene; b) Reduzierung des Individualverkehrs per Auto durch Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs; c) Einschränkung des Flugverkehrs.

Wichtigste Ziele für das Nürnberger Land:
Mehr tariflich entlohnte Vollzeitjobs an Stelle von Leiharbeit und Minijobs; Wiederbelebung des Sozialen Wohnungsbaus vor allem im Nürnberger Einzugsbereich (Röthenbach, Schwaig, Lauf, Hersbruck); vollwertiger Ersatz in ortsnaher Gesundheitsversorgung nach Schließung des Hersbrucker Krankenhauses (vor allem mehr Pflegepersonal).
Mehr und bessere Jobs (wie oben); Förderung des Verkaufs regionaler landwirtschaftlicher Produkte; bessere Verkehrsanbindung kleinerer Gemeinden und Ausbau des S-Bahnnetzes; Verhinderung der „Monstertrasse“ zur Weiterleitung von Braunkohlestrom aus Norddeutschland nach Bayern nahe Altdorf.

Mein Lebensmotto: Es gibt ein richtiges Leben im falschen – trotz allem.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz