Paradies für soziale Zwecke soll entstehen

Ortstermin: Planungen für Ausbau der Harnbachmühle vorgestellt

Jochen Riehl (rechts) und Dieter Blase (2. v. rechts) erläutern den Bebauungs- bzw. Flächennutzungsplan der Gemeinde Hartenstein; mit dabei Michael Taubmann (links), Geschäftsführer Lebensgemeinschaft Münzinghof. Foto: S. Fuchs2016/04/Harnbachmuehle1.jpg

HARNBACHMÜHLE  – In einigen Jahren soll es schon realisiert sein, das geplante „Sondergebiet für soziale Zwecke“ einschließlich einem „Bildungshaus mit Gastronomie“ an der Harnbacher Mühle. Das meinte Jochen Riehl, Vorsitzender von Mühlenkraft, beim Ortstermin für interessierte Besucher und Nachbarn.

Der beruflich als Sonderschullehrer im Altdorfer Wichernhaus tätige Riehl sowie Diplom-Ingenieur Dieter Blase vom Nürnberger TOPOS-Team erläuterten zunächst den im Februar von der Gemeinde Hartenstein verabschiedeten vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnungsplan Nr. 6 „Harnbachmühle“ sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes im Bereich dieses Bebauungsplans. Konkret geht es um Bauvorhaben auf dem rund 21 Hektar großen Gelände direkt am rechten Pegnitzufer zwischen Enzendorf und Rupprechtstegen.

Für eine endgültige und dauerhafte Erschließung müsste man jedoch vor allem für zwei Probleme Lösungen finden,  so der Vorsitzende. Die direkte Anbindung der Mühle erfolge derzeit fast ausschließlich von der St 2162 über einen geschotterten Zufahrtsweg und einer Brücke über die Pegnitz mit bis zu zwölf Tonnen Belastbarkeit. Beim geplanten Projekt seien rund vierzig Fahrtenpaare werktags und sechzig an den Wochenenden zu erwarten.

Die beteiligten Fachbehörden fordern aufgrund dieser prognostizierten Verkehrsmengen bereits im Vorfeld eine Neuordnung der Erschließung der Harnbachmühle. Als neue Haupterschließung solle künftig der Mühlenweg dienen, der von Rupprechtstegen kommend das Areal erreicht. Die bestehende Zufahrt von der St 2162 soll für die Öffentlichkeit mit Schranke gesperrt werden, aber aus Sicht von Mühlenkraft weiterhin als Rettungsweg für Feuerwehr, Notarzt oder als Bedarfszufahrt für Service-Lkw benutzbar bleiben.

Eine weitere Alternative, eine neue Straße mit Einmündung etwa gegenüber der Zufahrt zum Steinbruch zu bauen, sei wegen des zu hohen finanziellen Aufwands und der Trassenführung durch die geschützten Pegnitzwiesen verworfen worden, erläuterte der Vorsitzende. Es bleibe also, wie in einer Anlage des Bebauungsplans erläutert, nur der Ausbau des schmalen Mühlenweges zwischen der Pegnitzbrücke in Rupprechtstegen und der Kläranlage mit einer Regelbreite von 4,50 Metern und Ausweichstellen im Abstand von rund hundert Metern. Damit würde nebenbei auch die Erschließung der Grundstücke bis zum Alten- und Pflegeheim und zur Kläranlage verbessert; zudem soll ein Sammelparkplatz oberhalb der Kläranlage entstehen.

Weiterhin verläuft über das Gelände der Pegnitztalradweg. Der aus Richtung Rupprechtstegen kommende und bis zum Altenheim asphaltierte Mühlenweg ist Teil dieses Radweges und werde bislang kaum als Kfz-Zufahrtsmöglichkeit zur Mühle genutzt.

Ein weiteres Problem sei, dass für den Bereich Harnbachmühle noch kein Anschluss an das öffentliche Abwassernetz bestehe. Im Endausbau seien etwa 160 Einwohner-Gleichwerte realistisch. Bevorzugte Lösung wäre die Entsorgung über einen direkten Anschluss an die Kläranlage Rupprechtstegen. Ob es hier freie Kapazitäten gibt, werde eine durch die Gemeinde in Auftrag gegebene Überrechnung zeigen. Projektiert sei jedenfalls eine Abwasserleitung von der Mühle unter der Pegnitz hindurch bis zum Anschluss an die Druckleitung Enzendorf – Rupprechtstegen beim bestehenden Schachtbauwerk.

Strom- und Wasserversorgung für das Mühlengelände seien dagegen gesichert; einmal durch eine Freileitung der N-Ergie, zum anderen habe die Gemeinde Hartenstein die Wasserleitung in diesem Bereich erst 2015 erneuert. Ein Löschwasserhydrant ist ebenfalls vorhanden.


Durch die Lösungen, so Blase, dürfte einer Umsetzung nichts im Wege stehen. Und Riehl fügte an, dass mit der öffentlichen Auslegung der Verein seinem Ziel, auf dem Gelände einen „integrativen Ort der Bildung, Arbeit und Entwicklung für Menschen mit und ohne Behinderung“ zu schaffen, einen wichtigen Schritt näher gekommen sei.

So könne, meinte Riehl fast schwärmerisch, ein „Paradies entstehen für herausfordernde Abenteuer und eindrückliche Erlebnisse, wo die Selbstverständlichkeit der Begegnung und gemeinsamen Entwicklung von Menschen mit und ohne Behinderung gelebt und vermittelt werden könne“.

Die Auslegung der Pläne erfolgt bis einschließlich 25. April bei der Gemeinde Hartenstein.

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