Sachsen-Franken-Bahnstrecke

Gemeinsames Ziel: Elektrifizierung

Der Gotthardtunnel (mit 318 Meter der längste der sieben Tunnels) am Ende des Veldener Bahnhofs Richtung Hersbruck.2014/02/5_2_1_2_20140225_BAHN.jpg

VELDEN – „Die vollständige Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale ist für den Personen- und Güterverkehr in der Mitte Europas von zentraler Bedeutung“, so die Kernaussage in einer Broschüre, die bei einer Infoveranstaltung zur Elektrifizierung der Schienenstrecke Nürnberg – Bayreuth/Cheb Argumente und Planungsstand zu diesem Thema beinhaltete.

Landrat Armin Kroder begrüßte in der Veldener Musikhalle neben MdL Norbert Dünkel und mehreren Kreisräten nahezu alle Bürgermeister der an der Bahnstrecke liegenden Kommunen sowie Vertreter von Fachverbänden. Dabei betonte er, dass der Erhalt und der Ausbau einer guten Verkehrsstruktur ein wichtiges Ziel für die Weiterentwicklung des Landkreises sei. Dazu gehörten besonders der Ausbau und die Elektrifizierung der „Pegnitztal-Bahnstrecke“. Als „Lebensader des Landkreises“ müsse sie leistungsfähig bleiben.

Nach einem Grußwort von Veldens Bürgermeister Herbert Seitz machte Dipl.-Geograph Günter Finzel, Stabsstelle Strukturentwicklung-Verkehr der Stadt Bayreuth, Ausführungen zur Bedeutung der „Sachsen-Franken-Magistrale“ für die Metropolregion Nürnberg, zu der auch die Landkreise Bayreuth und Hof gehören. Die bisherigen Ergebnisse und Fakten habe man in einer Broschüre zusammengefasst. Die Elektrifizierungslücke zwischen Hof und Nürnberg sei ein gravierendes Entwicklungshemmnis nicht nur für alle Anlieger, sondern auch für die deutschland- und europaweite Eisenbahn-Verkehrsplanung. Zwar werde die Berechtigung auf politischer Ebene anerkannt. Doch sei leider auf bayerischem Gebiet (außer Anschluss Hof 2013) im Gegensatz zu Sachsen bislang nichts passiert.

In den Verkehrswegeplan 2015 des Bundes müsse der Lückenschluss mit höchster Priorität eingestuft werden. Indem EU-Mittel für den Ausbau in Aussicht stünden, könne man ersehen, dass die Strecke europaweit hohen Stellenwert habe; nicht zu vergessen die Anbindung Tschechiens über den Abzweig Richtung Cheb. Nur durch „hohen politischen und bürgerschaftlichen Druck“ könne erreicht werden, dass Fördermittel nicht verloren gingen.

In der anschließenden Diskussion betonte auch MdL Norbert Dünkel die Bedeutung der Strecke. Laut Bundesverkehrsministerium sei die Elektrifizierung bis Hof nur ein „erster Meilenstein“ gewesen. Deshalb müsse man schnellstmöglich mit einer Vorentwurfs-Planung beginnen, um die Aufnahme für 2015 vorzubereiten. Auch sollte die Bayerische Eisenbahngesellschaft dies in zukünftigen Fahrplan-Entwürfen berücksichtigen. Kreisrat Dr. Thomas Beyer unterstrich ebenfalls die Wirtschaftlichkeit der Strecke. Die Bildung einer Interessengemeinschaft bekundeten auch mehrere Bürgermeister. Benedikt Bisping (Lauf) sicherte die Unterstützung seiner Stadt zu, Josef Springer (Neuhaus) forderte einen Zeitplan unter Einbeziehung des anstehenden Gutachtens zum möglichen Erhalt der 23 Bahnbrücken. Und Werner Wolter (Hartenstein) wünschte sich, dass die Chance für zukünftige Generationen nicht verspielt werde.

Vertreter der BI „Eisenbahnbrücken Pegnitztal“ wiesen darauf hin, dass der Erhalt der Brücken einer Elektrifizierung nicht im Wege stehe. „Auch wir wollen eine leistungsfähige Strecke“, so Georg Buchfelder. Günter Finzel ergänzte, dass in politischen Diskussionen die Tunnelanpassung zwar dramatisiert werde, die Aufweitung (Lichtraumprofil) kein unüberwindbares Hindernis darstelle. Jedenfalls werde dadurch das Gleisbett nicht nach unten abgesenkt. Da die Brücken meist unmittelbar an die sieben Tunnel (zwischen Velden und Artelshofen) grenzen, würde sich eine zeitliche Zusammenführung der Baumaßnahmen geradezu aufdrängen. Auch erwähnte er, dass durch die Baumaßnahme die Strecke für die Anlieger geräuschärmer werde. Die Elektrifizierung kann zudem für die Erweiterung der Nürnberger S-Bahn genutzt werden; aber voraussichtlich nur im 30-Minuten-Takt, so die VGN-Vertreterin.


Nur mit vereinten Kräften sei die Elektrifizierung von Marktredwitz nach Nürnberg mit den Abzweigen nach Bayreuth und Cheb anzugehen, fasste Kroder zusammen. Damit werde für die Metropolregion eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung sichergestellt. Mit 100-prozentiger Zustimmung verfassten die Politiker eine Resolution: Um die Elektrifizierung bis 2022 zu erreichen, müssten die Vorentwurfsplanungen heuer beginnen und die Baumaßnahmen zeitlich gebündelt werden. Die Projektumsetzung müsste durch Bürgerinformationen und -beteiligung und Anpassung der Baustellenfahrpläne begleitet werden. Und schließlich müssten Bahnbetrieb und Fahrplangestaltung nach der Elektrifizierung optimiert werden.

Die Gründungsversammlung der Interessengemeinschaft findet am Mittwoch, 14. Mai, von 9 bis 11.30 Uhr in Pegnitz statt.

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