Gebäude steht nur noch pro forma unter Denkmalschutz

Dach der Harnbachmühle stürzt ein

Das alte Mühlengebäude ist längst nicht mehr zu retten. Da es weiterhin akut einsturzgefährdet ist, sollten Warnschilder und Zaun unbedingt respektiert werden. | Foto: Siegfried Fuchs2016/12/7724127.jpg

HARNBACHMÜHLE – „Plötzlich hat’s an Ries’nschlag getan und s’Dach von derena Mühl is eing’stürzt“, berichtet ein zufällig vorbeikommender Augenzeuge. Er hatte am vergangenen Sonntag um 11.30 Uhr aus nächster Nähe miterlebt, wie der Dachstuhl des ohnehin seit langem baufälligen Wohngebäudes krachend zusammenfiel.

Das Mühlengebäude ist noch in der Liste der Baudenkmäler des Landesamtes für Denkmalpflege – Gemeinde Hartenstein – aufgeführt. Beschrieben sind das Obergeschoss mit Fachwerkgiebel, wohl aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert, sowie der Sandsteinquaderbau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nebst Stallungen.

Aber dieser Status war wohl ohnehin nicht mehr haltbar. Der Verein Mühlenkraft mit dem engagierten Altdorfer Sonderschul-Studienrat Jochen Riehl an der Spitze kaufte das Anwesen 2009. Damals habe man, so berichtete er neulich bei einer Veranstaltung, zunächst ein Gutachten in Auftrag gegeben mit dem Ziel der Erhaltung des Haupt- und der danebenstehenden Stallgebäude.


Der Gutachter sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Gebäude „nach wirtschaftlich vertretbaren Gesichtspunkten kein erhaltenswertes Denkmal“ seien. Demnach bestehe der Denkmalstatus nur noch pro forma bis zum Antrag auf Abriss. Das Baurecht bleibe aber erhalten.

Mittlerweile habe man die Arbeiten durch ein Abrissunternehmen ausgeschrieben und wolle noch vor Saisonbeginn, das heißt möglichst bis März, die „Ruine“ beseitigen lassen. Wie der aktuelle Einsturz des Daches deutlich zeige, ist dringend davon abzuraten, Absperrung und Warnschilder zu ignorieren. Am und im Gebäude besteht Lebensgefahr.

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