Lüftungsanlagen für Laufer Grund- und Mittelschulen

Frische Luft für alle Klassenzimmer

So futuristisch und einfach die Rohre der Lüftungsanlage für Klassenzimmer aussehen, so effektiv ist das vom Max-Plank-Institut entwickelte System. | Foto: Stadt Lauf2021/01/corona-abluftsystem-filteranlage-klassenzimmer-lauf-schule-aero.jpg

LAUF – Wenn die Schüler der Laufer Grund- und Mittelschulen irgendwann nach den Weihnachtsferien in ihre Klassenzimmer zurückkehren, dann verspricht ein komplett neues und innovatives Abluftsystem eine wesentlich bessere und vor allem virenfreiere Luft in allen Räumen.

Dieses Abluftsystem, das auf einer Idee des Max-Plank-Instituts basiert, wird nach der Einrichtung eines Test-Klassenzimmers noch vor Weihnachten derzeit über die Feiertage in insgesamt 61 Klassenzimmern in drei Schulen installiert.

Als der Laufer Bürgermeister Thomas und der Stadtrat über das Bauamt von dem neuen und mit relativ geringem Aufwand zu bauende System erfuhren, „waren alle sofort von dieser Möglichkeit begeistert“, schildert Bauamtsleiterin Anette Nürnberger die Situation. Und alle Räte stimmten in den letzten Sitzungen vor Weihnachten sofort zu, auch wenn der Einbau ohne Zuschüsse, also nur mit Stadtmitteln, gestemmt werden muss.

Der Hintergrund ist, dass das Coronavirus durch kleine luftgetragene Partikel, sogenannte Aerosole, übertragen wird. Deshalb muss in den Schulen derzeit regelmäßig gelüftet werden. Mit vielen Nachteilen.

90 Prozent der Aerosole

Abgesehen davon nämlich, dass es dabei während der Wintermonate in den Klassenzimmern schnell kalt wird, gelingt es auch nicht immer, die gesamte Raumluft während eines Lüftungsvorgangs auszutauschen.
Abhilfe schaffen könnte hier die im Max-Planck-Institut für Chemie entwickelte Abluftanlage, die in Laborversuchen über 90 Prozent der Aerosole kontinuierlich entfernte. und in einer Gesamtschule in Mainz schon erfolgreich im Unterrichtsbetrieb getestet wurde.

Das Prinzip der Anlage ist denkbar einfach: Jeder Mensch wärmt mit seinem Körper und seinem Atem die Luft in seiner Umgebung auf, die dann nach oben steigt. Wird dieser Luftstrom ins Freie transportiert, nimmt er Aerosole und damit auch mögliche Coronaviren mit sich. Zudem reduziert sich die CO2-Anreicherung im Klassenraum.

Abluftleitungen an der Decke

Unter der Federführung von Bernd Lienhard aus dem Laufer Bauamt wurde das System in Lauf weiter entwickelt und an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst. Abluftleitungen an der Decke der Klassenzimmer nehmen die aufsteigende warme Luft auf und leiten sie, ohne dass die Fenster geöffnet werden müssten, nach außen ab.

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Frische Luft strömt dann von alleine in die Klassenzimmer nach. Sogar im Sommer ist die Anlage nutzbar: Bei hohen Temperaturen kann sie nachts zur Kühlung der Klassenräume eingesetzt werden, weil sie die warme Luft aus dem Raum befördert. Die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräten hält man in Lauf nicht für zielführend – nicht zuletzt auch wegen der hohen Folgekosten.

Bürgermeister Thomas Lang und die Schulleitungen der Laufer Grund- und Mittelschulen freuen sich nun auf die neuen Anlagen und loben vor allem die ausführenden Firmen, weil sie während der Feiertage den Umbau vornehmen.

Insgesamt werden die Abluftanlagen in 61 Klassenzimmern eingebaut. In der Bertlein-Schulel, in den Containern, 34 Stück, in der Schule-Heuchling 13 Stück und in der Schule-Rudolfshof 14 Stück. Die Kunigundenschule besitzt nach der Sanierung schon eine moderne Lüftungsanlage.

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