Katharina Schulze in Lauf

Frauenpower für ein grünes Bayern

Landwirt mit Leidenschaft: Biobauer Volker Maußner aus Simmelberg (links) zeigt beim Stallgespräch mit Bürgermeister Benedikt Bisping und Katharina Schulze, wie er seine Angusrinder hält. | Foto: Isabel Krieger2020/02/Schulze-Hof-scaled.jpg

LAUF — Bei 25 Prozent liegen die Grünen laut Umfragen in Bayern derzeit, ein Ergebnis, das die Partei fünf Wochen vor den Kommunalwahlen mehr als beflügelt. Fleißig wie die Bienen schwärmt die Parteispitze aus, um die positive Stimmung noch zu verstärken. Nach Anton Hofreiter, der in Schnaittach Station machte, hieß es jetzt: „Triff Katharina Schulze“. Einen ganzen Tag verbrachte die Fraktionschefin der Grünen im Bayerischen Landtag in Lauf.

„1000 neue Mandatsträger plus x“, Katharina Schulze hat sich und der Partei für die Kommunalwahlen ein ordentliches Ziel gesetzt. Lauf, lobt die 34-Jährige, die seit 2017 die Fraktion gemeinsam mit Ludwig Hartmann führt, sei mit seinem Bürgermeister gut aufgestellt. „Er ist schon ein Vorbild. Wir wünschen uns noch mehr Kommunen und Landkreise unter grüner Führung“.

Benedikt Bisping hört das natürlich gern. Schon am Vormittag ist er zum Bahnhof geeilt, um Schulze vom Zug abzuholen. Man kennt sich seit Jahren, arbeitete im Parteirat und im Landesausschuss zusammen. „Erfrischend und motiviert“ sei sie, „die Katha“, sagt der 52-Jährige, und an Themen interessiert. „Dass sie sich einen ganzen Tag Zeit nimmt, ist nicht selbstverständlich“.

Mittagessen im Biomarkt

Vor dem Rathaus ein kurzer Abstecher in den Bahnhof Lauf rechts, der Bürgermeister ist stolz auf seinen Fahrkartenschalter, „ein Beitrag zur Mobilitätswende“. Am Mittag wird im Biomarkt von Grünen-Stadträtin Erika Vogel zusammen gekocht und gegessen, dann geht‘s raus aufs Land.

In Simmelberg hat Volker Maußner seinen Hof in den vergangenen Jahren auf Bio umgestellt und hält dort Angusrinder, deren Fleisch er direkt vermarktet.

Ein Landwirt, wie ihn sich die Grünen wünschen, doch der Weg, das wird beim informellen Stallgespräch schnell deutlich, braucht viel Idealismus. Nein, die Umstellung sei nicht leicht gewesen und es sei auch nicht leicht, das Bio-Fleisch zu vermarkten, sagt Maußner, viele Auflagen und Vorschriften, und auch Handel und Gastronomie ziehen nicht unbedingt, „Viele sind nicht bereit, für Biofleisch zu bezahlen“, sagt der 29-Jährige.

Katharina Schulze verspricht, die Eindrücke weiter zu geben. „Ich finde, dass der Staat solche Anstrengungen fördern muss“. Erst vor kurzem sei ein Antrag der Grünen gescheitert, in öffentlichen Kantinen und Schulen auf Biofleisch umzustellen, „aber wir versuchen es wieder“. Noch ein Abschlussfoto, dann geht es zur Polizei, wo sich die 34-Jährige, die auch innenpolitische Sprecherin ihrer Partei ist, über die Situation der Beamten informiert.

Dafür bleibt nur ein Stündchen, denn auch die Signierstunde ihres Buches steht noch an, bevor am Abend im Alten Rathaus von Lauf dann grüne Politik im Mittelpunkt steht. Die heißt 2020 mit einem Wort umschrieben: Frauenpower: Im März kommt noch Parteichefin Annalena Baerbock nach Lauf.

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