Jugendzentrum feierte Geburtstag

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FEUCHT – Schon von weitem verkündete eine leuchtende 25 im Fenster: Das Jugendzentrum (JuZ) Feucht feiert Geburtstag. Von nah und fern kamen Gäste in Feuchts Schulstraße 1, um zu gratulieren und mitzufeiern.

Bürgermeister Konrad Rupprecht ließ in einem Rückblick das vergangene Vierteljahrhundert Revue passieren und lud schon mal zur 50-Jahr-Feier im Jahr 2033 ein. Der stellvertretende Landrat Norbert Reh überbrachte neben Grüßen einen Scheck. Und erklärte, wie wichtig es sei, dass es Einrichtungen wie das Juz gibt, die von den Kommunen unterstützt werden.

Der Geburtstag war natürlich ideal für Gespräche über die Anfänge und Entwicklung der Einrichtung. Auf Schautafeln war zusammengestellt worden, was es in den vergangenen Jahren an Höhepunkten gab. Es fanden sich auch Zeitzeugen ein – ehemalige Mitarbeiter und Nutzer des Hauses. „Es ist schön für uns, zu sehen, dass aus unseren Anfangsbestrebungen eine solche Einrichtung wurde“, so die Feuchterin Barbara Liebel. Sie war ebenso wie Andreas Barthel eines der Gründungsmitglieder der „Aktionsgemeinschaft Jugendzentrum“ (AGJZ) gewesen. Die hatte 1977 erstmals auf A4-Blättern gefordert, der Jugend in der Marktgemeinde eigene Räume zuzugestehen. Diese „Flugblätter“ waren der Beginn der beileibe nicht durchweg positiv aufgenommenen Bemühungen um eigene Räume. „In Feucht gab es für Jugendliche relativ wenig, was richtig spannend war“, begründet Barthel sein Engagement für die Einrichtung. „Die nächsten Treffs waren erst in Altdorf oder Nürnberg zu finden.“ Auch Liebel, die über die Teestube der evangelischen Jugend zur kämpferischen AGJZ kam, erinnert sich noch daran, dass es vor 25 Jahren in Feucht so gut wie gar nichts für junge Leute gab – „bis auf Tanz oder Disko bei der evangelischen oder katholischen Jugend“.

Damit sich das ändern konnte, wurde aus der Gruppe 1980 ein Verein, dem 1983 vom Markt Feucht Räume im ersten Stock des so genannten Lehrerwohnhauses zur Nutzung überlassen wurden. Das wurde nach und nach renoviert, vieles erledigten die jungen Leute selber. Vereinsmitglieder übernahmen anfangs die Verantwortung und Betreuung. „Mietz“ alias Heribert Miethaner kannten die meisten der älteren Besucher. Er hatte das Zentrum junger Leute von 1988 bis 1993 geleitet. „Ich habe das große Glück gehabt, dass eine ganz große Gruppe Jugendlicher kam, die sich einbrachte“, berichtete er aus seiner aktiven Juz-Zeit. Es habe viel Arbeit gegeben, um die Räume her- und einzurichten. Die Bühne zum Beispiel sei damals gemeinsam gebaut worden. „Schulbälle, Theater im Haus, Metal-Partys und Discos“ fallen Miethauer spontan auf die Frage ein, was denn so zu seiner Zeit im Jugendzentrum los war.

Inzwischen steht den Teenagern das ganze Haus Schulstraße 1 – inklusive eines Neubaus zur Verfügung. Es sind Zimmer wie der Bastelraum oder das Cafè da, dazu Räume, um zu quatschen, zu kickern, zu proben. „No Sanity“, „Bad Cyde“ und „Abaddon`s Gate“ nennen sich die drei Bands des Juz, die abends im hauseigenen Konzertsaal aufspielten. Da hatten die „Funny Bunnys“ für ihre Hip-Hop- Auftritte schon viel Beifall bekommen, war der offizielle Stehempfang vorbei.

Heute teilen sich Leiter Manfred Schmid, Aneta Piernikarczyk-Wysocka und Nicole Müller die monatlich 80 Stunden zur Anleitung der Juz-Besucher zwischen 10 und 25 Jahren. Das Haus wird laut Leiter Schmid von mehreren Cliquen genutzt, die ein faires Miteinander pflegen.

Wer sich umschauen und erfahren möchte, was im Juz so läuft, der sollte einfach mal bei einem „Offenen Treff“ vorbeischauen: Mittwoch und Donnerstag von 17 bis 22 Uhr, Freitag von 18 bis 23.30 Uhr und Samstag von 17 bis 23.30 Uhr wird dazu eingeladen. Der „Youngstertreff“ für die Acht- bis 13-Jährigen ist immer freitags von 16 bis 18 Uhr.

N-Land Antje Seilkopf
Antje Seilkopf