Trommelnd um die Welt

Musikalische Projektwoche an der Grundschule Hammerbachtal

Die Lehrerinnen der Grundschule Hammerbachtal stimmten die Schüler zusammen mit Dieter Weberpals aufs Trommeln ein | Foto: A. Pitsch2021/07/IMG_8735-scaled.jpg

ENGELTHAL – Es wirkt fast wie eine kleine Völkerwanderung zur Wiese am Ortsrand von Engelthal: Eltern, Geschwister und Großeltern treibt die Neugier den Hang hinauf. Dort sitzen schon die Kinder der Grundschule Hammerbachtal ganz gespannt, was sie in der musikalischen Projektwoche erwarten wird.

Denn auf diese haben Schüler und Lehrer lange hingefiebert; sie haben gehofft und gebangt, ob sie überhaupt stattfinden kann. Den Mut, daran zu glauben, gab ihnen Frank Gutzeit, Vorsitzender des Bürgervereins „Lebendiges Offenhausen“ und „Motor“ der Aktion, wie es Schulleiterin Carola Kanne bei der Begrüßung ausdrückte.

Er steckte das Schulteam mit der Begeisterung an, den Kindern nach den schwierigen Monaten eine Freude zu machen. „Es gibt nichts Schöneres, als das tun zu können“, meinte Werner Pfaffenberger denn auch in Gutzeits Vertretung. Schließlich mussten die Mädchen und Jungs Pausen in Zonen verbringen, verschiedene Unterrichtsformen über sich ergehen lassen, das Lernen daheim meistern und sich Corona-Tests unterziehen. „Da kullerte auch mal ein Tränchen“, fassten die Lehrerinnen in einem Rückblick anschaulich zusammen. Monate ohne „tägliche Routine“ also, brachte es Henfenfelds Bürgermeister Markus Gleißenberg auf den Punkt.

Singen hat gefehlt

Und gerade weil die musikalische Grundschule Hammerbachtal in dieser Kompetenz durch die Pandemie so eingeschränkt war, passte die Idee einer musikalischen Projektwoche unter dem Motto „Wenn die Maske fällt, reisen wir musikalisch um die Welt“ perfekt. Um Instrumente und Referenten für Workshops bezahlen zu können, nahm die Schule erfolgreich an der Crowdfundig-Aktion der N-Ergie teil.

Jetzt saßen sie also da auf der Wiese – alle Klassen aus den Schulhäusern. „Das ist das erste Mal in diesem Schuljahr, dass wir uns alle gemeinsam treffen“, erklärte Kanne. Kein Wunder, dass alle ganz aufgeregt waren: Die Kinder winkten den erspähten Familienmitgliedern, plapperten wild durcheinander – bis plötzlich die Trommeln erklangen.

Jeder Schüler durfte an einen Luftballon seinen Wunsch fürs nächste Schuljahr knoten. | Foto: A. Pitsch2021/07/IMG_8745-scaled.jpg

Schlagartig wurde es still, als die Lehrerinnen zusammen mit Dieter Weberpals die Djemben rhythmisch bearbeiteten. „Sie waren vorher auch nervös“, verriet Offenhausens Bürgermeister Martin Pirner den Kindern später, „weil sie etwas Neues gelernt haben und vorführen mussten. Am Ende der Woche trommelt ihr sicher genau so gut sie sie“.


Hoffen auf den Herbst

Doch bevor die Mädels und Jungs nun das Programm für diese Woche kennenlernten, gab es noch eine Überraschung: viele bunte Luftballons. Jeder Schüler durfte an ein Exemplar seinen Wunsch fürs nächste Schuljahr knoten. Schon beim Anblick der farbenfrohen Ballonwolken in den Händen des Elternbeirats waren die Kinder schier aus dem Häuschen: der ein oder andere so sehr, dass der Ballon schon vor dem geplanten gemeinsamen Abflug in die Lüfte stieg.

Als dann aber alle gleichzeitig gen Richtung des blauen Himmels schwebten, war von der Pandemie kurz nichts zu spüren. Dennoch fragten die Lehrerinnen in einem kreativ umgedichteten Lied „Wann wird`s mal wieder richtig Schule?“ Sicher nicht mehr in dieser Woche, denn in der schreibt die Musik den Stundenplan.

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