Die Schnaittacher sorgen sich um ihr Freibad

Noch ist Winter – aber was passiert mit dem Schnaittacher Freibad, wenn die Saison wieder beginnt? Foto: Sichelstiel2010/12/12249_New_1291219563.jpg

SCHNAITTACH — Über kein Thema können die Schnaittacher derzeit besser streiten als über das Freibad, dessen Sanierung ins Stocken geraten ist. Wann wird es fertig? Wer trägt Schuld an den Verzögerungen? Und vor allem: Was kostet der Umbau tatsächlich? Drei zentrale Fragen bei der Bürgerversammlung im „Tausendschön“.

Der Grund für allen Ärger, die Baustelle des Schnaittacher Freibads, lag nur einen Steinwurf entfernt bei der neunten und letzten der Schnaittacher Bürgerversammlungen, die im „Tausendschön“, dem früheren Badsaal, und damit direkt im Kernort stattfand. Und schon früh am Abend war klar: Für Georg Brandmüller, den Bürgermeister der Marktgemeinde, würde es nicht einfach werden.

In seinem Rückblick auf das Jahr hatte Brandmüller kaum seine Freude über den neuen Marktplatz verkündet, da musste er auch schon Unerfreuliches berichten: „Mangelhafte Arbeiten“ seien auf der Bad-Baustelle ausgeführt worden. Von den Betonwänden blättere Spachtelmasse ab, der Untergrund in den Becken sei zu grobkörnig für die Verlegung von Folien und ein Wasserbehälter erfülle nicht die DIN-Norm.

In der anschließenden Fragerunde wurde er darum vor allem von Stephan Tralau, dem Ortsvorsitzenden der Freien Wähler, und dem früheren Marktgemeinderat Konrad Schlenk in die Zange genommen. Zuvor hatte bereits einer der nicht einmal 40 Zuhörer die Kernfrage gestellt: „Macht das Bad überhaupt noch auf?“ Klare Antwort vom Bürgermeister: „Das Bad hat in dieser Saison zu öffnen, alles andere wäre eine Katastrophe.“

Tralau kritisierte vor allem die gestiegenen Kosten. Man habe mit 1,3 Millionen Euro angefangen und sei mittlerweile bei knapp zwei Millionen. Zahlen, die Brandmüller so nicht bestätigen wollte. Er geht nach wie vor von Bruttomehrkosten in Höhe von 300 000 Euro aus. Rechtliche Schritte gegen den Planer behält sich die Kommune vor. Man prüfe derzeit, ob man juristischen Beistand benötige.

Schnaittach hätte sich schon längst einen Rechtsanwalt besorgen müssen, hielten die Kritiker dagegen, zumal angesichts des anstehenden Winters weitere Schäden an den Becken absehbar seien. Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auf zwei TÜV-Gutachter, die den Markt inzwischen unterstützen.

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Schlenk, selbst Architekt, warf dem mit der Badsanierung beauftragten Ingenieurbüro aus Baden-Württemberg vor, dass es sich mit der Planung nicht auskenne. Vor der Vergabe des Auftrags habe kein Wettbewerb stattgefunden. Zwar seien mehrere Experten nach Schnaittach eingeladen worden, doch alle hätten unterschiedliche Vorgaben von der Kommune bekommen.

Als laut Brandmüller „einzig politisch legitimiertes Gremium“ wird der Bau- und Umweltausschuss über das weitere Vorgehen in der Sache beraten. Vorerst, so der Bürgermeister, sei man dem Planer „auf Gedeih und Verderb ausgeliefert“, denn ein neuer steige „auch nicht zum Selbstkostenpreis ein“. Über die Gründe für die Auswahl des Ingenieurbüros sagte er nur, dass dieses ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt habe. Und auf dieser Basis sei damals der Beschluss im Schnaittacher Marktgemeinderat gefallen.

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