Landtagswahl im Nürnberger Land

Norbert Dünkel hat die Nase vorn

Die CSU feierte im Wollner-Saal in Heuchling ihr gutes Abschneiden2013/09/wahl_du__nkel_eckstein_felssner_frauen1.jpg

NÜRNBERGER LAND — Norbert Dünkel holt bei der Landtagswahl im Nürnberger Land das Direktmandat. Das immerhin stand am Sonntagabend um 22 Uhr fest. Das genaue Ergebnis ließ da aber noch auf sich warten – eine ungewöhnliche Situation, ausgelöst wohl durch die hohe Zahl an Briefwählern.

Gegen 22 Uhr, als erst 158 von 228 Stimmbezirken im Landkreis ausgewertet waren, lag der CSU-Mann bei 43,3 Prozent. Damit tritt der Lebenshilfe-Geschäftsführer aller Voraussicht nach die Nachfolge von Kurt Eckstein als direkt gewählter Landtagsabgeordneter an. Ernst Bergmann, sein Kontrahent von der SPD, konnte nur 24,1 Prozent für sich verbuchen. Überraschend stark: der FW-Kandidat Andreas Tiedtke mit 11,9 Prozent. Karin Dobbert von den Grünen kam auf 8,8 Prozent.

Diese Ergebnisse sind vorläufig, da überall ungewöhnlich lange ausgezählt wurde. Ursache ist der hohe Anteil an Briefwählern, mit dem die Kommunen so nicht gerechnet haben (http://goo.gl/siUhar).

„Man muss jetzt noch abwarten“, äußerte sich Dünkel, „aber wenn sich das Ergebnis so bestätigt, haben wir deutlich hinzugewonnen". Das sei ein großer Erfolg für die Partei im Landkreis. Die CSU feierte ausgelassen in Heuchling.

Gespannt verfolgte zu diesem Zeitpunkt der SPD-Kandidat Bergmann die Auszählung. Genau vor einem Jahr war er in der gleichen Situation, als es um den Bürgermeistersessel im Altdorfer Rathaus ging. Damals reichte es wegen 68 Stimmen nicht. „Klar war, dass Norbert Dünkel der Favorit ist“, so der 51-Jährige, der erst spät für Thomas Beyer eingesprungen war. Darum sei er jetzt auch nicht unzufrieden. Er hoffe aber auf ein Ergebnis zwischen 23 und 25 Prozent – gegen 22 Uhr war er genau in diesem „Zielkorridor“. Und hatte zuhause in Altdorf einen Erfolg erzielt: Dort schlug er den politischen Gegner bei den Erststimmen mit 44,9 zu 33,5 Prozent.

Stille herrschte im Laufer Landratsamt, als die erste Hochrechnung über den Bildschirm lief. Die Freien Wähler, die sich hier am Wahlabend versammelt hatten, waren vom Resultat ihrer Gruppierung auf bayerischer Ebene sichtbar enttäuscht. „Wir hatten uns mehr ausgerechnet“, so Landrat Armin Kroder, „wir wollen schließlich regieren“. Woran lag es? Vielleicht daran, dass sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger nicht auf Koalitionspartner habe festlegen wollen, vermutete Direktkandidat Andreas Tiedtke. Der 39-Jährige wird es aller Voraussicht nach auch nicht über die Liste in den Landtag schaffen, dafür hätte es deutlich mehr Stimmen als 2008 gebraucht.

Der FDP-Kandidat Andreas Neuner aus Rückersdorf schließlich ist der Verlierer des Abends – seine Partei ist aus dem Landtag geflogen. Ein ziemlich überraschter Neuner: „Jetzt müssen wir überlegen, woran es lag. Ich wundere mich, dass der Populismus von Horst Seehofer belohnt wurde, und die Bürger nicht gesehen haben, wie viele Dinge die FDP angestoßen hat.“ 

Alle Ergebnisse bis 22.15 Uhr finden sich in der Tabelle auf dieser Seite, sie öffnet sich per Klick. Kommunen, in denen zu diesem Zeitpunkt noch ausgezählt wurde, listet die Seite des Landratsamts auf: http://goo.gl/yVt1DE

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer