Katzers geben neues Buch heraus

Behringersdorfer Abenteurer am Nordkap

Tanja und Denis Katzer blicken mit ihrem Hund Ajaci, der sie stets begleitet, auf den 1000 Meter unter ihnen gelegenen Lysefjord. | Foto: Katzer2021/11/NOR_01576-crop-scaled.jpg

Behringersdorf – Wäre alles nach Plan gelaufen, so wären Tanja und Denis Katzer jetzt wohl irgendwo im Dschungel. Nach Kambodscha wollten sie, Thailand, Laos standen auch auf dem Expeditionsprogramm. Doch dann kam die Pandemie. Von heute auf morgen waren die Grenzen dicht, auch für Abenteurer wie die beiden Behringersdorfer.

Doch die Reiselust der beiden, die nach eigenen Angaben schon 444  000 Kilometer zurückgelegt haben, ob zu Fuß, per Kanu oder per E-Bike, ist ungebrochen. „Am Anfang haben wir die Ruhe genossen, aber irgendwann wollten wir wieder unterwegs sein“, sagt Denis Katzer. Und so entdeckten die beiden im Sommer 2020 Europa. Statt nach Asien machten sie sich mit ihrem Expeditionsmobil auf ans Nordkap, den nördlichsten vom Festland aus erreichbaren Punkt Europas. Davon erzählt ein soeben erschienenes Buch.

Begeistert von Norwegen

„Ich dachte immer, dass ich mal ans Nordkap komme, wenn ich alt bin“, sagt der 61-jährige Katzer. Jetzt hat er den Trip eben vorgezogen – und mit Norwegen ein „fantastisches Land“ entdeckt, wie er selbst sagt.
Sechs Monate waren die Behringersdorfer zwischen Fjorden und Gletschern unterwegs, sie erlebten dabei viel Einsamkeit. Denn nur kurz, nachdem sie aufgebrochen waren, schloss auch Norwegen seine Grenzen. „Als wir am Nordkap ankamen, war niemand außer uns da. Dort sind normalerweise Tausende Touristen“, so Katzer.
Auf der Insel Senja, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, überstand das Paar einen Sturm in seinem Fahrzeug, den Riesengletscher Josdedalsbreen überquerte es mit E-Bikes, bei Andenes sah es Wale im Meer. Und, natürlich: Auf der Reise entstanden beeindruckende Fotos der Polarlichter – auch sie sind in dem Buch abgedruckt.

Dass seine Frau und er sich in einer durchaus privilegierten Position befanden, ist Denis Katzer klar. Viele professionelle Reisende, die vor allem von Vorträgen leben, hat die Corona-Pandemie kalt erwischt. Von heute auf morgen fehlten jene Einnahmen, mit denen die Trips finanziert werden. „Manche Kollegen sind pleitegegangen“, sagt er, „aber wir hatten das Glück, dass wir starke Sponsoren haben“. Die fränkischen Abenteurer werden unter anderem von E-Bike- und Reisemobil-Herstellern unterstützt, und beide Branchen boomen gerade, auch wegen der Pandemie. Katzer: „Wir sind gut durch die Krise gekommen.“

Mitreisen per Instagram

Corona sei in Norwegen zwar durchaus ein Thema gewesen, dort habe es auch Hotspots gegeben, sagt Katzer, aber unter freiem Himmel ist die Ansteckungsgefahr eben auch gering. „Und wir reisen ein Stück weit für die Leute, die das momentan nicht können“, so der Behringersdorfer. In den sozialen Medien, auf Instagram oder Facebook, hat das Paar inzwischen eine ansehnliche Zahl an Followern.

Jetzt schlägt die Pandemie erneut zu, die Zahlen steigen wieder – also wird es wohl vorerst nichts mit der eigentlich geplanten Fortsetzung der E-Bike-Expedition in Asien. Kein Problem für Denis Katzer: „Wir bleiben erst einmal in Europa.“ Die Behringersdorfer wollen den Kontinent vom äußersten Süden bis zum äußersten Norden durchqueren. Erst einmal geht es, wenn es Corona zulässt, im Frühjahr in den Süden. Albanien, sagt Katzer, soll ja auch ganz schön sein.

Info

Tanja und Denis Katzer: Norwegen. Aufgeladen zum Nordkap. Roadtrip mit Expeditionsmobil und E-Bike. 386 Seiten, Books on Demand. ISBN 978-3754372968. Zu bestellen unter anderem über www.denis-katzer.de.

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