Direktmandant an CSU

Süden puscht Eckstein in den Bezirkstag

Armin Kroder verfolgte den Ausgang der Wahl im Landratsamt (zusammen mit Andreas Tiedtke/im Hintergrund) an Großbildschirmen und auf seinem Handy. Foto: J. Ruppert2013/09/5_2_1_2_20130917_BEZIRK.jpg

NÜRNBERGER LAND – „Wir sind Bezirksrat“, gratulierte Norbert Dünkel seinem Parteifreund Bernd Eckstein augenzwinkernd zum Erfolg. Der CSU-Kandidat hat nämlich das Direktmandat zum Bezirkstag gewonnen und beerbt den frisch gebackenen Landtagsabgeordneten aus Hersbruck im mittelfränkischen Gremium.

Die Bezirksratswahl wurde erst gestern ausgezählt. Rasch kristallisierte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Landrat Armin Kroder und Bernd Eckstein heraus. Der neue Amtsinhaber hatte am Ende mit 31,1 zu 28,8 Prozent gerade einmal 2,3 Prozentpunkte Vorsprung.

Entscheidend war Bernd Ecksteins Stärke im Süden des Landkreises. Dort sammelte der Altdorfer Stadtrat durchgehend rund doppelt so viele Stimmen wie Armin Kroder, der in Lauf, in Hersbruck und – mit einigen Ausnahmen – im Hersbrucker Umland die Nase vorn hatte. Außenseiter Michael Groß von der SPD holte das traditionell „rot“ wählende Röthenbach, konnte die beiden Hauptkonkurrenten aber nicht gefährden. Mit der Zahl der Erststimmen sei er aber sehr zufrieden.

„Eine ganz enge Kiste“, kommentierte der Gewinner den Ausgang und freute sich riesig. Schließlich ist ein amtierender Landrat unter den Gegenkandidaten ein „anderes Kaliber“ als ein „normaler“ Bewerber. Während sich der CSU-ler bei Terminen „abstrampeln musste“, hatte der Kreischef dank seines Bekanntheitsgrades und der amtsbedingten Medienpräsenz Vorteile.

„Ich bin überrascht, dass so regional abgestimmt worden ist“, sagte Bernd Eckstein. In den kommenden Jahren möchte er deshalb daran arbeiten, dass sich die Resultate beim nächsten Urnengang angleichen.

„Unsere Hoffnung bestand darin, dass die Wähler die überregionale Bedeutung des Mandats eines Bezirksrats erkennen und entsprechend gewichten“, sagte Norbert Dünkel. Dennoch fieberte er bis zur Bekanntgabe des letzten Ergebnisses mit und freute sich über den Ausgang „fast mehr als über sein eigenes Ergebnis“.

Inhaltlich sieht der frisch gebackene Landtagsabgeordnete seine und Ecksteins künftige Arbeit recht ähnlich: Einrichtungen und Finanzmittel in den Landkreis lenken ohne die Gesamtaufgaben aus den Augen zu verlieren. Norbert Dünkel weiß aus Erfahrung, dass dabei persönliche Präsenz vor Ort gefordert ist.

„Überhaupt nicht“, sagte Armin Kroder auf die Frage, ob er über das Ergebnis enttäuscht sei. Schließlich hat er das Resultat der Freien Wähler im Vergleich zu 2008 bei den Erststimmen fast verdreifacht. Auch bei den Zweitstimmen erwies sich der Landrat als Stimmenfänger, so dass die FW im Nürnberger Land dem landesweiten Trend trotzte und zulegte.

Allerdings geht für Armin Kroder die Spannung weiter. Er ist auf der mittelfränkischen Liste auf Rang drei platziert. Die Wähler können aber in diese Rangordnung durch ihre Stimmvergabe eingreifen. Mit seinem Abschneiden hat der Landrat deshalb allerbeste Chancen über den „Listen-Umweg“ noch in den Bezirkstag einzuziehen. Ob er es geschafft hat, wird aufgrund des komplizierten Verfahrens allerdings erst im Laufe des heutigen Tages bekannt.

Keine Rolle spielte Dr. Elisabeth Altmann. Die Bewerberin der Grünen kam nur auf etwas über acht Prozent. Zum Vergleich: Ihre Parteifreundin Karin Dobbert holte als Landtagsdirekt-Kandidatin fast ein Prozent mehr. Die FDP erlebte mit etwa zweieinhalb Prozent fast ein Debakel, sogar die Gruppierung „Die Franken“ schnitt besser ab.

Im Stimmkreis Amberg-Sulzbach holte der Amberger CSU-Stadtrat Martin Preuß fast 41 Prozent. Richard Gaßner von der SPD erhielt respektable 28 Prozent und muss auf die Liste hoffen. Keine Siegchance hatte der Auerbacher Bürgermeister Joachim Neuß, der für die Freien Wähler kandidierte.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert