Am Sonntag gingen deutlich mehr Menschen zur Wahl als vor fünf Jahren

CSU bei Erststimmen besser, bei Zweitstimmen schlechter als 2008

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NÜRNBERGER LAND – Nachdem die Endergebnisse der Landtagswahlen in den einzelnen Kommunen erst am späten Sonntagabend feststanden, verzieht sich jetzt der Wahlkampf-Rauch.

Sah es am Wahlabend noch so aus, als hätte die CSU auch im Nürnberger Land einen triumphalen Sieg eingefahren, so relativiert sich das beim Vergleich mit den Wahlen von 2008. Dasselbe gilt für den Stimmkreis Nürnberg-Ost.

Hier wie im Landkreis sind die Christsozialen weit entfernt vom landesweiten Zuwachs, liegen aber mit einem Stimmanteil von über 40 Prozent weit vor den zweitplatzierten Sozialdemokraten.

Norbert Dünkel holte das Direktmandat mit 41,33 Prozent und fuhr damit rund einen Prozentpunkt mehr an Wählerstimmen ein als sein Vorgänger Kurt Eckstein im Jahr 2008, der damals allerdings unter denkbar schlechteren Voraussetzungen antrat, verlor die CSU seinerzeit doch bayernweit zweistellig. Bei den Zweitstimmen bleiben die Christsozialen im Nürnberger Land in diesem Jahr sogar noch knapp unter dem Ergebnis von 2008.

Für die SPD erreichte Ernst Bergmann zwar nicht das Resultat seines Vorgängers Thomas Beyer bei den Erststimmen, er blieb um rund zwei Prozent dahinter. Allerdings holte die SPD bei den Zweitstimmen im Nürnberger Land um rund 3,5 Prozentpunkte gegenüber 2008 auf.

Gestern Nachmittag sah Bergmann zunehmend optimistisch einem Einzug in den Landtag entgegen. Durch den Stimmenzuwachs ergab sich nämlich für die Mittelfranken-SPD ein weiteres Mandat, so dass von den zwölf Stimmkreiskandidaten sieben ins Maximilianeum einziehen werden. Die ausgezählten Erststimmen hatten ihn bis Redaktionsschluss mit über 19.000 Stimmen auf den dritten Platz gehievt.

Komplizierte Auszählung

Da aber Erst- und Zweitstimmen addiert werden und die Auszählung der mittelfränkischen Stimmkreise noch längst nicht abgeschlossen war, ließ sich bis zum Abend noch nichts Definitives sagen. Rein rechnerisch könnten die Resultate des Nürnberger-Land-Kandidaten, in Stimmkreisen, in denen er nicht populär ist, so mau ausfallen, dass er wieder nach hinten geschoben wird.

Andreas Tiedtke holte für die Freien Wähler bei den Erststimmen nahezu dasselbe Ergebnis wie sein Vorgänger Martin Seitz 2008 (Tiedtke 11,78, Seitz 11,42), bei den Zweitstimmen allerdings mussten die Freien einen kleinen Rückschlag von rund 11 auf 9,67 Prozentpunkte hinnehmen. So auch die Grünen (von knapp 10,3 auf jetzt 9,4), deren Spitzenkandidatin Karin Dobbert 9 Prozent erreichte, einen Prozentpunkt mehr als ihre Vorgängerin Jutta Berlinghof 2008. Andreas Neuner erlebte für die FDP eine rabenschwarzen Wahltag mit nur 1,86 Prozent der Erststimmen im Nürnberger Land. Katja Hessel hatte 2008 noch 4,72 Prozent geholt.

Nur noch 2,29 Prozent der Wähler gaben den Liberalen ihre wichtige Zweitstimme im Landkreis. Wie bei der FDP halbierte sich der Kreis der Wähler auch bei den Linken im Nürnberger Land. Votierten für den Feuchter Richard Schlappa 2008 noch vier Prozent der Wähler, so erreichte Werner Schäfer jetzt nur noch zwei Prozent.

Und die mit großen Hoffnungen und hohen Zielen gestarteten Piraten erlebten auch im Landkreis ein Debakel. Ihr Altdorfer Direktkandidat Christian Kubisch blieb unter der Zwei-Prozent-Marke, die Zahl der Zweitstimmen-Wähler liegt bei den Piraten bei nur 1,84 Prozent.

Von Wahlmüdigkeit konnte in diesem Jahr weder im Stimmkreis Nürnberger Land noch im Stimmkreis Nürnberg-Ost die Rede sein: Die Wahlbeteiligung lag deutlich über der von 2008, im Landkreis mit 68,70 Prozent um 5,5 Prozent höher als bei den vorangegangenen Landtagswahlen.

ab/gs

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