Bundestagswahl im Nürnberger Land

Acht Direktkandidaten stehen zur Wahl

Die Direktkandidaten für den Bundestag im Wahlkreis Roth. Oben (von links): Marlene Mortler (CSU), Christian Nürnberger (SPD), Marina Schuster (FDP), Tom Aurnhammer (Grüne), unten (von links): Helmut Johach (Linke), Hartwig Kohl (Freie Wähler) und Michael Ceglar (Piraten).2013/09/Bildschirmfoto_2013-09-20_um_17.26.45.png

CSU

Marlene Mortler

Marlene Mortler betont ihre Heimatverbundenheit. Im Nürnberger Land kam die 57-Jährige zur Welt; hier hat sie geheiratet, drei Kinder groß gezogen, und „hier, in Dehnberg, lebe ich bis heute auf unserem Bauernhof, den mein Mann Siegfried und unser Sohn Jörg bewirtschaften“, wie sie sagt. Als Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft engagierte sie sich zunächst als Landfrau ehrenamtlich. Seit 1990 ist sie Kreisrätin, seit 2002 Bundestagsabgeordnete. „Jetzt kandidiere ich erneut, weil ich will, dass unser Land ein erfolgreiches Land unter Bundeskanzlerin Merkel bleibt.“ Deutschland stehe gut da, Bayern allen voran. Die Arbeitslosigkeit sei auf einem Tiefststand, im Wahlkreis herrsche nahezu Vollbeschäftigung. Jetzt wolle sie in Berlin weiter dafür sorgen, dass die Region „die lebens- und liebenswerte Heimat für alle“ bleibt. Dafür brauche es weiter gerechte und beste Chancen für Arbeitgeber und –nehmer, für Jung und Alt, für Starke und Schwache – und: mündige Bürger.

SPD

Christian Nürnberger

Eigentlich könnte er in drei Jahren sein „dann beginnendes Rentnerleben auf dem Golfplatz verbringen“, betont der 62-jährige gebürtige Schönberger, der mit seiner Familie in Mainz lebt. Stattdessen kandidiere er nun für den Bundestag. Warum? Weil er in seinem Leben nie etwas anderes kennengelernt habe als Frieden und Freiheit und Wohlstand. Nun will er aktiv daran mitwirken, dass seine Kinder das später auch einmal sagen können. Er glaube nicht, dass es von selbst noch einmal 60 Jahre so weitergehen wird. Bei seiner Kandidatur werfe er „ein gelebtes Leben außerhalb der Politik“ in die Waagschale. In Schönberg bei Lauf geboren und aufgewachsen als Kind einer kleinbäuerlichen Familie, kam er über den zweiten Bildungsweg zum Studium, wechselte nach vier Semestern Theologie, Philosophie und Pädagogik an die Nannen-Journalistenschule. Er ist Publizist, evangelisch, verheiratet und hat zwei Kinder. Nun will er sich als „interessante Alternative“ zur Wahl stellen.

FDP

Marina Schuster

Marina Schuster ist 37 Jahre alt, Diplom-Kauffrau und kommt aus Greding. Seit 2005 ist sie Bundestagsabgeordnete und seit 2009 menschenrechtspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. Seit 1997 engagiert sie sich in ihrer Partei in der Überzeugung, dass Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl unerlässlich sind. „Liberale Politik muss sich an den Menschen- und Bürgerrechten orientieren“, lautet Schusters Grundüberzeugung. Der Schutz der Menschenwürde ist für sie die wichtigste Aufgabe des Rechtsstaates. Sie will sich weiter für eine moderne und weltoffene Gesellschaftspolitik einsetzen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und mit einer besseren frühkindlichen Bildung mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Für eine stabile soziale Marktwirtschaft dürfe es weder neue Steuern und Abgaben noch neue Schulden geben. Schuster setzt stattdessen auf eine strikte Haushaltskonsolidierung und eine schrittweise Abschaffung des Solis.

Grüne

Tom Aurnhammer

Aurnhammer stellt sich knapp vor: „46, glücklich verheiratet, zwei Söhne, aus Georgensgmünd.“ Seit 1995 ist er selbstständiger Mediengestalter Bild/Ton in der Veranstaltungsbranche. Als Hobbys nennt er: „Fotografieren, Musizieren, Kommunizieren“. Er glaubt an eine Welt neben Bildschirmen und hält es für wichtig, dass Menschen aus der Realwirtschaft Politik machen. Er ist Vorstandsmitglied der Grünen im Kreis Roth und in Georgensgmünd.

Linke

Helmut Johach

Johach, Jahrgang 1941, ist verheiratet und lebt in Rednitzhembach. Nach dem Philosophie-Soziologie-Pädagogik-Studium war er in der Lehrerbildung an der Uni und als Therapeut an einer Fachklinik für junge Suchtkranke tätig. Für „Die Linke“ kandidiert er, weil sie „als einzige Partei glaubhaft und konsequent für soziale Gerechtigkeit eintritt“. Er ist für einen flächendeckenden Mindestlohn, gegen Hartz IV, gegen Leiharbeit und „unsoziale Minijobs“ sowie für „eine armutsfeste Alterssicherung“. Johach möchte Ganztagsschulen mit kleineren Klassen, Lerngruppen und gut ausgebildeten Lehrern. Das gesamte Bildungssystem müsse kostenlos sein. Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime müssten sicher finanziert sein, mit einem guten Tariflohn für Pflegekräfte. Eine solidarische Bürgerversicherung, in die auch Selbstständige und Beamte einzahlen, sei nötig. Er ist gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr und für die Eindämmung der Rüstungsexporte. 

Freie Wähler

Hartwig Kohl

Hartwig Kohl ist 56, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Nach dem Abitur in Oberstdorf im Allgäu folgte das Medizinstudium in Erlangen und die Facharztausbildung in Stuttgart. 1991 hat er sich als freiberuflicher Urologe in Hersbruck niedergelassen. Die „sich zusehends verschlechternden Rahmenbedingungen für die Erbringung ambulanter, aber auch stationärer medizinischer Leistungen“ haben ihn als Quereinsteiger 2012 zu den Freien Wählern gebracht. Pflegenotstand, Ärztemangel, unattraktive Arztsitze, nicht besetzbare Notarztschichten und rote Zahlen bei fast der Hälfte der kommunalen Krankenhäuser sind für ihn die Folgen „einer vollkommen verfehlten Gesundheitspolitik aller im Bundestag vertretenen Parteien seit knapp 20 Jahren“. Weitere wichtige Themen Kohls: Altersarmut, Mindestlohn, Kitas, kindliche und frühkindliche Bildung, Ausbildung, „Spitzelstaat“, Euro-Problematik, Energiewende, Fracking und Genmanipulation.

Piraten

Michael Ceglar

Michael Ceglar ist in Nürnberg geboren und in Lauf aufgewachsen. Der 50-Jährige ist  verheiratet und hat eine Tochter. Von Beruf ist er Diplom-Ingenieur (FH) Elektrotechnik und Angestellter eines globalen Konzerns für Telekommunikations-Infrastruktur. Politisch war er zunächst etwa zehn Jahre in der SPD aktiv, trat dort aber 1998 wieder aus. Als die Finanzkrise 2009 sich zur politischen Krise der EU auswuchs, wollte er sich wieder in die Politik einbringen. 2011 trat er den Piraten bei, die ihm pro-europäisch, basisdemokratisch und progressiv genug sind und die für ihn „glaubhaft die Demokratisierung Europas vertreten und hinreichend Mitwirkungsmöglichkeiten bieten“. Ceglar ist Gründungsmitglied des Kreisverbandes Nürnberger Land. Er arbeitet am Bundestags- und Europawahlprogramm in der bundesweiten „AG Europa“ mit.

Außerdem kandidiert der Kaufmann Torsten Steinbeck aus Pommelsbrunn für die NPD.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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