Drei Musikerinnen im Na und!

Tiefgang zum Abschalten und Mitsingen

Annabeth McNamara an der Gitarre, im Hintergrund ihr Freund, der sie begleitete. Foto: Thomas Raum2013/09/5_2_3_2_20130927_SINGEN.jpg

HERSBRUCK – Ein Abend der leiseren Töne gab es im „Na und?“ am Mittwoch in Hersbruck. Inspirierend und gesanglich hochkarätig lauscht ein interessiertes Publikum bereits den beiden Openern Hannah Grosch (Gesang, Gitarre) und der Bassistin Isabel Rößler – das Musikexportpaket aus Hersbruck, dessen Erstlingswerk mit anspruchsvollen Werken gerade erscheint. Klasse Gesang, tolle Bassbegleitung, wenig Instrumentarium, etwas Gitarre – das reicht völlig und hat genug Überzeugungskraft für ein faszinierendes Programm mit Tiefgang und passt im Gesamtkonzept zur Folgekünstlerin. Hauptact des Abends war die sanfte Annabeth McNamara.

„Wir bedanken uns für die Technik und die Mischerunterstützung,“ so Hannah Grosh nach der Zugabe an Kickbetreiber Peter Wagner. Super Bühnenpräsenz – die beiden begleiten im süddeutschen Raum die aus Arizona stammende Songwriterin Annabeth McNamara, die samt Freund und unterschiedlichen Saiteninstrumenten ihre akustischen Eigenkreationen unter das Publikum streut. „My songs have a lullabye effect” – so die Sängerin zu später Stunde – „so close your eyes and listen”. Augen zu und genießen also.

Anmutend sanftes Liedgut mit samtiger gitarristischer Untermalung ihres französischen Freundes Maxime gab es für die Ohren – musikalischer Genuss und wahrlich etwas zum Abschalten. Das Publikum lauschte der unheimlich klaren hohen Stimme einer intuitiven Sängerin, oberhell und hoch, egal ob über die Landschaft oder Indianer gesungen wurde. Ihr Ton ist phänomenal und braucht auch wenig Lautstärkenunterstützung.

Das erinnert stark an eine Mixtur aus Joni Mitchell, Alanis Morrisette und Cindy Lauper, beflügelt das Ohr und lässt Gefühle frei – ein Mitschwimmen durch die Gegenden, durch Erlebtes und Erfahrenes, aus dem die Musikerin ihre Eingebungen holt. Natürlichkeit im Ton, erdverbunden. Egal ob „Never satisfied“ oder „Catalonia“ – stets ist die Tiefe ihrer Erlebnisse hörbar, singt sie mit ihrer hochkarätigen Stimme präzise und einfühlsam, summt unisono mit dem Publikum ihre Themen. Anti-Folk und Indie-Pop – sie formt eine klasse Mischung, die sehr sinnlich klingt und mitreißt. Mal mit Ukulele, dann wieder Banjo oder Gitarre – schönes Fingerpicking, weniger ist mehr und passt auch besser zum Songmaterial. Zum Abschluss gibt es noch mal alles – etwas zum Abschalten und Wegdriften, von dem man noch lange zehren kann. Von diesen Musikerinnen wird man noch hören – da dürfte sich jeder nach diesem Highlight sicher sein.

N-Land Alfred Eichhorn
Alfred Eichhorn