Volksmusik und jazzige Töne gab es auf dem Konzert im „Roggers“

„Die Namenlosen“ in Rockenbrunn

Beste Stimmung herrschte beim Konzert der Formation „Die Namenlosen“ im Biergarten in Rockenbrunn. | Foto: Vinzenz Dorn2019/08/Namenlosen-in-Rockenbrunn.jpg

ROCKENRBRUNN — Über dem geschichtsträchtigen Wirtshaus in Rockenbrunn, allgemein und weithin als „Roggers“ bekannt, wölbt sich ein wolkenloser Abendhimmel. Die Sonne liegt noch auf den Bäumen und Büschen hinter dem Biergarten. Auf einer hölzernen Plattform in der Mitte der Gaststätte haben sich die „Namenlosen“ niedergelassen und ihre Instrumente ausgepackt.

Sie spielen ohne Programm, einfach nach Lust und Laune drauflos, und wie sich herausstellt, wird das eine prächtige Kirchweihmusik eine Woche vor der „Kirwa“. Das quadratische Areal ist voll besetzt. In den offenen Gewölben harrt das Publikum, was da über sie hereinbricht, und auf der Balustrade stehen ebenfalls etliche Zaungäste.

Schmissig geht es los mit dem sinnigen Titel „Fangmer oo“. Dem folgt eine launige Begrüßung durch den langen Thomas, ein kleines Gedicht über Franken, und dann rauschen die fränkisch-oberpfälzischen Weisen in den Rockenbrunner Abendhimmel.

„Madler mogsd mi gor ned?“

Das Programm lässt für den Volksmusikfan kaum Wünsche offen. Die „Stern-Polka“ mit auf die „Namenlosen“ gemünztem Text, Zwiefache, Schottisch und verzwickte Zwitter aus verschiedenen Rhythmen sorgen für anhaltend gute Laune, die durch einheimische Gassenhauer wie „Wou is denn as Gerchla“ und den „Bubblmoo“ kräftig angeheizt wird.

Für Abwechslung sorgen zwischendrin immer mal wieder jazzige Töne, denen dann aber gleich wieder Lieder aus dem Gäu folgen, wie der Happurger Schottisch oder „Madler mogsd mi gor ned“.

Unvermittelt bittet Thomas um Ruhe, weil er ein Liebesgedicht vortragen will, und tatsächlich – die Gespräche verstummen. Es kommt, wie es kommen musste: Der Vers endet auf verblüffende, lustige Art, und schallendes Gelächter durchdröhnt die alten Mauern.

Da juckte das Tanzbein

Bei dermaßen abwechslungsreicher Musik mit eingestreuter Lyrik ist es kein Wunder, dass die Stimmung ausgelassen und fröhlich bleibt und die Musikanten zu immer neuen, gern auch einmal derben oder schlüpfrigen Versen animiert, die natürlich am deutlichsten beklatscht werden. Hin und wieder wird auch mitgesungen und etlichen Gästen war deutlich anzumerken, dass das Tanzbein bei der flotten Musik heftig gejuckt und gezuckt hat.

Auch die hereinbrechende Dunkelheit und die damit verbundene spürbare Abkühlung tun der guten Laune keinen Abbruch. Die erfahrenen „Roggerianer“ haben dagegen vorgesorgt und so müssen nach dem offiziellen Rausschmeißer doch die üblichen Zugaben gegeben werden, welche die Combo aber zum Besten gibt.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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