2G ab Dienstag in vielen Bereichen

Ungeimpfte dürfen nicht mehr ins Kino oder zum Sport

Rot zeigt die bayerische Corona-Ampel. Ab Dienstag gilt damit in vielen Bereichen die „2G“-Regelung. | Foto: JFsPic /stock.adobe.com2021/11/rote-ampel-corona-symbolfoto-scaled.jpg

Nürnberger Land/Eckental – Fitnessstudios, der Besuch von Krankenhäusern, Hallenbädern, Thermen, Kinos, Theatern oder anderen Freizeiteinrichtungen: In all diesen Bereichen sind ab Dienstag nur noch Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter zwölf Jahren erlaubt. Heute stieg die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayern über die kritische 600er-Marke. Die Ampel steht damit auf Rot, in vielen Bereichen gilt künftig 2G. Das trifft auch die Wirtschaft.


So sind in den Eckentaler „Casino-Lichtspielen“ ab Dienstag ungeimpfte Jugendliche ab zwölf Jahren ausgesperrt, dabei machen junge Menschen einen großen Teil der Kinobesucher aus. „Für die Branche ist das schon kritisch“, so Betreiberin Antje Bezold.


Am Sonntag und Montag galt wegen der gelben Ampel noch die3G-plus-Regelung. Für Ungeimpfte ergibt sich seit heute kaum ein Unterschied, sagt Bezold. Bei Ticketpreisen von fünf bis zehn Euro hätten sie ein Vielfaches für einen PCR-Test drauflegen müssen. Schulkinder ab zwölf Jahren waren bei der gelben Ampel jedoch noch erlaubt.


Bevor die Regelung am Wochenende strenger wurde, seien die Besucherzahlen gut gewesen. Die Regelung mit 3G, ein Schnelltest reichte aus, sei sehr gut angenommen worden, sagt Bezold. Kinder, Eltern, Großeltern zog es ins Kino. „Man hat ein bisschen gespürt, dass die Menschen wegen der Entwicklung verunsichert sind“, sie wollten die Gelegenheit, ins Kino zu gehen, noch wahrnehmen.


Fitnessstudio lässt Verträge ruhen


Das Laufer Fitnessstudio „Scala“ kann wie seine Mitbewerber ab Dienstag keine Ungeimpften mehr hereinlassen, auch keine Jugendlichen. Dass die Ampel auf Rot gesprungen ist und welche Folgen das hat, hatte man dort am Montagnachmittag noch nicht mitbekommen.


„Wieder Umsatzverlust“, klagt Inhaber Thomas Eickhoff, Fitnessstudios mussten während der Pandemie schon komplett schließen. Nun werden im „Scala“ die Verträge von ungeimpften Mitgliedern für die Dauer der strengen Regelungen pausiert – aus Kulanz. Man will die Kunden ja nicht komplett verlieren. Anrufe und E-Mails bekommt das „Scala“ schon seit dem Wochenende, sagt Eickhoff.


„2G oder 3G plus, für mich ändert das jetzt nichts“, für den Besuch im Fitnessstudio mache keiner einen PCR-Test. Allerdings hätte er bei 3G plus nach wie vor Schüler über zwölf Jahren einlassen dürfen – nun muss er jene ohne Impfung wieder nach Hause schicken.

Nur mit PCR-Test zum Friseur


In Hotels, der Gastronomie und bei körpernahen Dienstleistungen gilt hingegen 3G plus – eine neue Frisur erhalten Ungeimpfte also mit einem PCR-Test. Realistisch sei das aber nicht, betont Friseur Benny Jahns. „Für einen 20-Minuten-Haarschnitt wird keiner einen PCR-Test machen“, sagt der Inhaber des Laufer Salons „Bennys Haircut“ am Oberen Marktplatz, ein reiner Herrenfriseur.


Der durchschnittliche Herrenhaarschnitt kostet bei „Bennys Haircut“ rund 30 Euro, mit PCR-Test dreimal so viel oder mehr. „Jetzt fällt der Anteil der Kundschaft komplett raus“, sagt Jahns. „Für das Geschäft ist es megascheiße.“


Ein paar Absagen hat der Friseur per E-Mail schon erhalten, manche seiner Kunden haben angekündigt, sich die Haare jetzt abzurasieren. Andere werden versuchen, den Haarschnitt künftig zu Hause zu bekommen, ist sich Jahns sicher. Die Regelung fördere, wie schon in der Frühphase der Pandemie, die Schwarzarbeit unter Friseuren. „3G plus ist nur schön dahergeredet“, effektiv sei es 2G.

PCR-Tests für 65 Euro oder mehr


Ungeimpften hat Jahns bis vergangene Woche Selbsttests im Salon angeboten – zum Einkaufspreis, also für wenige Euro. PCR-Tests gibt es nicht an jeder Ecke und sie kosten deutlich mehr – in der Laufer Arztpraxis Dr. Shane sind es beispielsweise 65 Euro. Einen Termin bekommt man dort am gleichen Tag, bis das Ergebnis vorliegt, dauert es aber ein bis zwei Tage. Das macht viele Unternehmungen also auch schwieriger zu planen.


Im Testzentrum am Nürnberger Flughafen erhält man sein PCR-Testergebnis auch tagesaktuell oder gar binnen eineinhalb Stunden – gegen einen satten Aufpreis.


3G gilt ab heute auch in Firmen


Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten müssen sich von Mitarbeitern, die Kontakt mit anderen haben, künftig nachweisen lassen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Das gilt nicht im Handel und im öffentlichen Nahverkehr.


Auf Kinder unter zwölf Jahren hat die 2G-Regelung keine Auswirkung. Jedoch muss das Alter nachgewiesen werden, wenn sie zum Sport oder ins Bad wollen.


Einen Vorteil hat 2G. Überall dort, wo die Regelung gilt, also im Kino, im Fitnessstudio oder in der Therme, entfällt die Maskenpflicht.


Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, und das durch Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses nachweist, kann auf Kulanz von Veranstaltern hoffen. Unter Vorlage eines gültigen PCR-Tests können Betroffene dann auch in 2G-Bereiche eingelassen werden.

In einer erstem Version des Textes war die Rede von Fußballtraining, für das nun auch 2G gilt. Laut dem Bayerischen Fußball-Verband bleibt Training im Freien aber wie bisher erlaubt.

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