Gemeinderat Kirchensittenbach

Verkehr und Feuerwehr als Topthemen

Entlang des Gewerbegebiets an der Kühnhofener Straße gibt es keinen Gehweg. Passanten müssen teilweise auf die Straße ausweichen. Im Zuge der Erweiterung der Firma Geru Plast wäre es angebracht, einen Gehweg zu bauen, so der Tenor im Kirchensittenbacher Gemeinderat. | Foto: E. Bodendörfer2019/11/20191106_112043.jpeg

KIRCHENSITTENBACH – Angelegenheiten von Ortsfeuerwehren und die Stellungnahme zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan in der Kühnhofener Straße in Altensittenbach, wo die Firma Geru-Plast ihr Werksgelände erweitern will, nahmen einen breiteren Raum in der jüngsten Sitzung des Kirchensittenbacher Gemeinderats ein.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Gemeinde eine Stellungnahme zu dem Vorhaben in Altensittenbach abgegeben. Damals wurde schon darauf hingewiesen, dass ein Rad- und Gehweg eingeplant werden sollte, dass die Entwässerung des vom Michelsberg kommenden Rauschbachs geregelt sein sollte im Hinblick auf mögliche Überschwemmungen der Staatsstraße, und dass eine Abbiegespur zum Firmengelände hin gewünscht ist, damit sich der Verkehr auf der Staatsstraße nicht staut und abbiegende Lkw keine Gefahr darstellen.

Die Stellungnahme der Stadt Hersbruck dazu: Eine Abbiegespur ist vorgesehen, ein Ausbau der Staatsstraße an dieser Stelle dagegen nicht. Der Rauschbach soll verlegt werden. Im Gemeinderat war man sich einig, dass noch einmal auf einen Gehweg hingewiesen werden sollte, zumal im Dunkeln Passanten, die teilweise auf der Straße laufen müssten, schwer zu erkennen sind. Auch nach einem Radweg sollte noch mal bei 
der Stadt Hersbruck nachgefragt werden.

Spritze für Feuerwehr

Nicht viel zu überlegen gab es bei einem Anliegen der Freiwilligen Feuerwehr Stöppach. Bereits 55 Jahre alt ist deren Tragkraftspritze. Doch sie funktioniert nicht mehr. Versuche von Fachbetrieben, sie zu reparieren, sind gescheitert. Seit fast zwei Monaten steht die Feuerwehr nun ohne eine funktionstüchtige Tragkraftspritze da und wird bei Einsätzen gar nicht alarmiert. Das soll sich schnell ändern. Angebote wurden eingeholt.

Der Gemeinderat stimmte dafür, eine neue Spritze für knapp 13000 Euro bei der Firma Nespor zu kaufen. Gefördert wird diese mit einem Festbetrag von 4500 Euro. Es handelt sich dabei um dasselbe Modell wie es die Freiwillige Feuerwehr Kleedorf vor einiger Zeit bekommen hat. Allerdings ist für dieses Jahr kein Geld mehr im Haushalt dafür vorgesehen, der Posten wird erst in den Haushalt 2020 einfließen.

Die Hohensteiner Feuerwehr hatte ebenfalls eine Anfrage an die Gemeinde gestellt. Die Mitglieder wollen einen überdachten Unterstand am Feuerwehrhaus aufstellen und den Platz darunter pflastern. Kommandant Matthias Häberlein würde sein Carport mit eingeblechtem Pultdach für diesen Zweck zur Verfügung stellen. Der Bauausschuss hatte sich die Situation vor Ort angesehen und war der Auffassung, dass dort ein Satteldach mit Ziegeln besser aussehen würde. Allerdings würde dies zu Mehrkosten führen, die die Gemeinde mittragen müsste.

Eine Alternativlösung?

Jochen Gerstacker (Wählergemeinschaft) wies darauf hin, dass noch der Unterstand des Kindergartens vorhanden sei und derzeit ungenutzt an der Kläranlage in Unterkrumbach lagere. Ziegel seien auch noch vorhanden. Nun soll geprüft werden, ob dieser Unterstand nach Hohenstein gebracht werden könnte. Vorher müssen allerdings noch Gespräche mit Verantwortlichen des Kindergartens geführt werden.

Im Kindergarten selbst laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Für das Gewerk Estricharbeiten sind vier Angebote eingegangen. Der Gemeinderat stimmte für das mit 16 200 Euro günstigste Angebot der Firma Estrichverlegung Grötsch aus Sulzbach-Rosenberg.

Wie berichtet, hat Kirchensittenbach beim Kreisentscheid zu „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Kategorie 250 bis 600 Einwohner neben Kirchröttenbach einen ersten Preis gewonnen. Bürgermeister Klaus Albrecht berichtete, dass angefragt worden sei, ob Kirchensittenbach auch beim Bezirksentscheid mitmachen wolle. „Wir sollten es probieren, zu verlieren haben wir nichts“, so der Bürgermeister. Der Gemeinderat ist derselben Meinung.

Weiter informierte Albrecht, dass eine Begehung mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamts am Sittenbach zwischen Kirchensittenbach und Aspertshofen stattgefunden habe. Er habe darauf hingewiesen, dass aufgrund des Wassermangels in den vergangenen zwei Jahren „alles zuwachse“. Dagegen würde nichts unternommen, weil durch den Bewuchs bei Starkregen das Wasser gebremst werde, so die Aussage der Wasserexperten.

Wo aber etwas getan werden muss, ist an der Einmündung der Gemeindestraße von Kleedorf kommend auf die Staatsstraße, weil dort Wasser austritt und besonders bei Frost zu Problemen führt. Dort sind Drainagen erforderlich. Am Sittenbach wenige Hundert Meter nördlich der Kläranlage hat die Gemeinde im Zuge der Flurneuordnung in Kleedorf eine größere Fläche zugeteilt bekommen. An dieser Stelle würde es sich laut Bürgermeister anbieten, eine kleine Mulde zu schaffen, quasi als Biotop und Regenrückhalt, damit bei Starkregen die Kläranlage nicht „absäuft“.

Tempo 30 nicht so einfach

Zuletzt ging es um Verkehrsangelegenheiten in Kirchensittenbach. Viele Autos würden viel zu schnell durch den Ort fahren. Brigitte Scharrer (CSU) fragte nach einer Möglichkeit, Tempo 30-Schilder aufzustellen. So einfach sei das nicht, sagte Albrecht. Fahrbahnteiler an den Ortseingängen wären eine weitere Möglichkeit, das Tempo zu drosseln.

Auch die Parksituation am Kindergarten wurde angesprochen. Zu den Bring- und Holzeiten herrsche dort eine angespannte Situation. Selbst die Rathausgasse auf der gegenüberliegenden Seite sei dann zugeparkt. Kinder und Eltern müssten die Staatsstraße überqueren an einer gefährlichen Stelle, wo viele Verkehrsteilnehmer sich nicht an Tempo 50 halten. Zu beiden Verkehrsthemen seien Gespräche mit dem Straßenbauamt am Laufen.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer