Marktgemeinderat Neuhaus

Teurer Brückenneubau in Finstermühle

Vor allem die für den Neubau der maroden Fußgängerbrücke Finstermühle veranschlagten Kosten – auf die Gemeinde kommen rund 250.000 Euro zu – sorgten für rege Diskussionen. | Foto: K. Möller2019/04/Finstermuehle.jpg

NEUHAUS – Der Wunsch des Gemeinderats, die Kosten für den Neubau der in die Jahre gekommenen Fußgängerbrücke Finstermühle könnten sich nach einer zweiten Ausschreibung vermindern, erfüllte sich leider nicht. Im Gegenteil.

Aufgrund der boomenden Bauwirtschaft, der Vorgaben des Wasserwirtschaftsamts, der Lage der Brücke an einem Feuchtbiotop und der Anfahrbarkeit des Pegnitzufers an dieser Stelle liegt das günstigste Angebot jetzt bei rund 513 000 Euro.

Das sei wohl sehr viel Geld, erklärte Bürgermeister Josef Springer. Allerdings sei die Brücke ein wichtiger Rad- und Fußweg; man schaffe damit ein Projekt, das wie die alte Brücke wohl auch 100 Jahre überdauern werde. Zudem könne die Gemeinde hier nach erfolgreichen Verhandlungen mit einer Naturparkförderung von 50 Prozent rechnen. Die notwendige Befürwortung dieses Projekts durch das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz liege bereits vor.

Diese Kosten seien für die Gemeinde ein harter Brocken, stellte Norbert Linnert (SPD) fest. Er sehe die wichtige Funktion der Brücke für Bewohner und Wanderer. Aber wegen des maroden Zustands müsse die Gemeinde das Projekt angehen.

Projekt für Zukunft

Bei dem 50-prozentigen Zuschuss müsse man die „Wahnsinnskosten“ übernehmen, so der Fraktionsvorsitzende der CSU, Hans Trenz. Man lasse jetzt eine behindertengerechte Brücke bauen, die mit Sicherheit wieder 100 Jahre ihren Dienst tun werde. Auch Rudolf Lendl (BNU) sprach sich mit Blick auf den Zuschuss dafür aus, eine „anständige“ Brücke zu bauen, wie sie von den Bürgern gewünscht werde.

Gegen den Vorwurf von Bernard Kulacz (SPD), die Gemeinde baue in Finstermühle eine Brücke in „Mercedes-Ausführung“, wehrte sich Bürgermeister Springer. Die Gemeinde erfülle eine absolut notwendige Maßnahme, auf deren Kosten sie keinen Einfluss habe. Man sei sich durchaus bewusst, dass mit Steuergeldern sparsam umgegangen werden müsse.

Enges Ufer

Ursache für die hohen Kosten seien vor allem die Vorgaben des Wasserwirtschaftsamts und die Lage der Baustelle, erläuterte Diplom-Ingenieur Norbert Winter. Weil das Amt keinen Mittelpfeiler erlaube, müsse eine Stahlbrücke mit einer Spannweite von 21 Metern und einer Breite von zwei Metern vor Ort eingehoben werden. Was die Sache teuer mache, so Winter, ist, dass die Zufahrt sehr eng ist. Außerdem sei wenig Platz
 für die Betongründungen für einen Stahlüberbau ohne Mittelpfeiler.

Mit der Übernahme der Brückenbeschilderungen als Eigenleistung der Gemeinde sollen die Brückenkosten um rund 10 000 Euro gesenkt werden, zumal diese nicht gefördert werden. Die Vergabe für den Neubau der Brücke in Finstermühle mit einem Gesamtvolumen von nun rund 501 000 Euro brutto beschloss der Rat ohne Gegenstimme.

Wegen notwendiger Schneid- und Stemmarbeiten an verschiedenen Brückenteilen verzögert sich die Fertigstellung der Hammerschrotter Behelfsbrücke. Diese Arbeiten seien aufgrund der alten Baupläne nicht vorhersehbar gewesen, informierte Winter. Er sei aber zuversichtlich, dass die abschließende Asphaltierung und damit die Fertigstellung am 2. oder 3. Mai erfolgen könne.

Um die möglichen Mehrkosten dieser zusätzlichen Maßnahmen sorgten sich Kulacz und Linnert. Die würden nicht ins Gewicht fallen, erklärte Winter. Da die alten Brückenkappen nun abgestemmt werden mussten, sei für die Stahlbrücke auf der Hammerschrotter Seite keine und Richtung Neuhaus nur eine kleine Rampe von zehn Zentimetern notwendig. Die Kosten für die geplanten Anrampungen in Höhe von 26 Zentimetern fielen jetzt nicht mehr an.

Ganz altes Amt

Vor der Wahl des Feldgeschworenen betonte Bürgermeister Springer (CSU) die Bedeutung dieses wohl ältesten kommunalen Ehrenamtes in Bayern. Seit rund 500 Jahren hüten sie die Grenzen im Gemeindegebiet und arbeiten heute eng mit den Vermessungsämtern zusammen.

Gleich nach seiner Wahl nahm Springer Matthias Krieger den Feldgeschworenen-Eid ab, in dem er sich zur gewissenhaften, unparteiischen Ausübung seiner Tätigkeit und vor allem zur Verschwiegenheit auf Lebenszeit verpflichtete.

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