Marktgemeinderat Neuhaus

Sanierung der Neuhauser Wasserversorgung kommt voran

Erst zu teuer, dann eine Absage: Der Neubau der Fußgängerbrücke Finstermühle muss ein drittes Mal ausgeschrieben werden und verzögert sich dadurch noch einmal. | Foto: K. Möller2019/09/Bruecke.jpg

NEUHAUS – Die Marktgemeinde Neuhaus kommt dem Ende ihres Mammutprojekts – Wasser- und Abwasserversorgung samt Hochbehälterneubau, Wasserleitungsbau und Kanalisation – immer näher. In der Septembersitzung vergab der Marktrat den Auftrag zur Sanierung der in die Jahre gekommenen Wasserleitung in der Burgstraße.

Die Modernisierung der Wasser- und Abwasserversorgung stehe damit kurz vor dem Abschluss, erklärte Bürgermeister Josef Springer. Jetzt müsse mit der Leitung im Krottenseer Winkel nur noch eine Baumaßnahme bewältigt werden.

Der Wasserleitungsbau in der Burgstraße umfasse drei Abschnitte, erläuterte Diplom-Ingenieur Norbert Winter. Der erste Abschnitt bis Höhe der Burg erfolge in offener Bauweise. Vom zweiten Abschnitt an – bis zum alten Hochbehälter und darüber hinaus – würden die Leitungen in geschlossener Bauweise verlegt werden.

Verkehr kaum gestört

Das Einziehen der Leitungen in Leerrohre spare die Aufgrabungen, und größere Verkehrsbehinderungen könnten so vermieden werden. Mit dem Bau der Ringleitung erfolge natürlich auch die Einrichtung der erforderlichen Hausanschlüsse, ergänzte Winter.

Ohne Gegenstimme folgte der Gemeinderat dem Vorschlag des Bürgermeisters, alle drei Bauabschnitte an die Firma mit dem günstigsten Angebot – brutto 314 917 Euro – zu vergeben. Im Februar/März 2020 kann mit den Arbeiten begonnen werden, so dass im Mai die Burgstraße wieder frei befahrbar ist. Martin Wollner (CSU) sorgte sich um die Umleitungen während der ersten offenen Bauweise eingangs der Burgstraße. Denn die Waldstraße, in der in der Vergangenheit wiederholt Lastwagen feststeckten, biete sich als Umleitung an. Diesem Problem könne man mit anderen Ausweichstrecken begegnen, erklärte Springer dazu.

Zuschuss vom Land

Weil in der Burgstraße alte Leitungen gegen neue ausgetauscht würden, könne die Gemeinde bei diesem Vorhaben mit Zuwendungen durch den Freistaat Bayern rechnen, sagte der Bürgermeister. Allerdings fördere der Staat nur Härtefälle wasserwirtschaftlicher Maßnahmen. Ein solcher läge vor, wenn die Pro-Kopf-Belastung der Bürger mit den Investitionen seit 1992 eine Härtefallschwelle überschreiten würde. Diese werde in Neuhaus mit den Investitionen für das neue Kanal- und Leitungswassernetz sowie den Hochbehälter auf jeden Fall erreicht.

Der neue Wertstoffhof an der Kläranlage könne wohl im Oktober seinen Betrieb aufnehmen, informierte Springer. Derzeit liefen dort noch Arbeiten am Abwasserkanal und der Gasleitung. Nach Inbetriebnahme werde in diesem Bereich wohl ein Einbahnstraßensystem – Einfahrt oberhalb der Tankstelle, Ausfahrt Richtung Bahnhof – gelten, erklärte Springer auf Nachfrage von Sabine Richter (CSU).

In Sachen Bau von Eigentumswohnungen in der Waldstraße stehe die Erteilung der Baugenehmigung kurz bevor, berichtete Springer weiter. Als sehr ärgerlich bezeichnete er die Absage der Baufirma, die im April mit den Neubau der in die Jahre gekommenen Fußgängerbrücke Finstermühle beauftragt worden war. Nach Rücksprache mit der Förderungsbehörde werde der Brückenneubau im Winter ein drittes Mal ausgeschrieben. Im Frühjahr 2020 könnten dann die Baumaßnahmen neu vergeben werden.

Firma ist gebunden

Claudia Webert (CSU) wollte wissen, wann die Außenanlage des neuen Hochbehälters am Grottenberg endlich fertig werde. Genau könne er das nicht sagen, erklärte Norbert Winter. Die beauftragte Firma – die Möglichkeit der Verhängung einer Konventionalstrafe gegen sie bestehe nicht – sei derzeit an eine andere Baustelle in Nürnberg gebunden. Es bestehe aber die Zusage des Bauunternehmens, die notwendigen Arbeiten so bald wie möglich durchzuführen und abzuschließen.

Vor allem ältere Anwohner „Am Bühl“ hätten sich bei ihm über die Raser auf dieser Straße mit Tempolimit 30 km/h beklagt, berichtete Norbert Linnert (SPD). Mit diesem Problem beschäftige sich die Gemeinde seit Jahren, so Springer. Er wisse, die Verkehrsschilder und die großen Piktogramme auf der Straße würden da wenig helfen. Das Problem sei vor allem, dass es keine Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei gebe. Er überlege, an dieser Straße wieder eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufzustellen. Vielleicht könne damit die Raserei „Am Bühl“ ein wenig eingeschränkt werden.

N-Land Klaus Möller
Klaus Möller