LAUF – Für viele Menschen mit einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit stellt bereits der Gedanke an einen mehrmonatigen Klinikaufenthalt eine der größten Hürden dar, sich überhaupt Hilfe zu suchen. Genau hier setzt ein Angebot der Suchtberatung der Diakonie NAH e.V. an: Seit einem Jahr gibt es eine eigene Therapiegruppe im Rahmen der Ambulanten Rehabilitation Sucht (ARS), die seither wöchentlich in Lauf stattfindet, wie die Diakonie in einer Pressemitteilung mitteilt.
„Manche Klienten, die zu uns in die Beratung kommen und abstinent leben wollen, können sich nicht vorstellen, für mehrere Monate in eine Klinik zu gehen“, berichtet Hans Walcher, Sozialpädagoge und einer von vier ARS-Therapeuten der Diakonie. Die Diakonie NAH kooperiert dabei laut Mitteilung schon seit Jahren mit anderen Suchtberatungsstellen bei diesem Angebot.
Die ARS richtet sich nach Angaben Walchers an alkohol- und medikamentenabhängige Menschen ab 18 Jahren, die dauerhaft suchtmittelfrei leben wollen. Die Behandlung dauert in der Regel zwölf Monate und läuft in wöchentlichen Einzel- und Gruppensitzungen. Anders als bei einer stationären Reha bleiben die Teilnehmer dabei in ihrem gewohnten Umfeld und können therapeutische Fortschritte direkt im Alltag umsetzen. Die Einzelsitzungen finden je nach Wohnort in Lauf oder Neumarkt statt, die Gruppensitzungen ausschließlich in Lauf.
Leben ohne Alkohol
Für die Teilnahme gibt es klare Voraussetzungen, wie Psychologin und Gruppentherapeutin Hannah Bögler-Haas erklärt: „Voraussetzungen für die Behandlung sind unter anderem die Fähigkeit zur dauerhaften Abstinenz unter ambulanten Bedingungen, ein ausreichend stabiles Lebensumfeld und die Bereitschaft zur regelmäßigen Teilnahme an den Therapiesitzungen.“ In den Sitzungen sollen sich die Teilnehmenden laut Diakonie mit den Auslösern des eigenen Trinkens auseinandersetzen und Impulse für ein zufriedenes Leben ohne Alkohol erhalten.
Die Gruppe sei derzeit konstant besetzt, so Walcher. Interessierte könnten sich bei der Suchtberatung melden, um gemeinsam zu klären, ob die ARS für sie infrage kommt. Die Kosten übernimmt in der Regel die Rentenversicherung, beim Antragsverfahren unterstützt die Suchtberatung der Diakonie NAH.
Info: Telefonisch ist die Gruppe unter 09151/9087676 zu erreichen oder per Mail unter [email protected]
