Energieversorgung

Pilotprojekt der Hewa: KI macht Wärmenetze effizienter

Hendrik Nijhuis (links) und Andreas Mark von der Hewa vor dem Steuermodul des Wärmenetzes Raiffeisenstraße Süd. In einem Pilotprojekt versuchen sie gemeinsam mit der Nürnberger Firma Diehl Metering die Energiewende vor Ort durch KI effizienter und damit wirtschaftlicher zu machen.
Hendrik Nijhuis (links) und Andreas Mark von der Hewa vor dem Steuermodul des Wärmenetzes Raiffeisenstraße Süd. In einem Pilotprojekt versuchen sie gemeinsam mit der Nürnberger Firma Diehl Metering die Energiewende vor Ort durch KI effizienter und damit wirtschaftlicher zu machen. | Foto: Porta/Stadtwerke Hersbruck2026/04/PM_Intelligentes_Wrmenetz_1800px.jpg

HERSBRUCK – Wie kann KI helfen, umweltfreundliche Nahwärme noch effektiver zu machen? In einem Pilotprojekt untersucht die Hewa derzeit gemeinsam mit der Nürnberger Firma Diehl Metering eine vielversprechende Lösung, die die Energiewende vor Ort noch wirtschaftlicher und bezahlbarer machen kann.

Lokale Wärmenetze sind umweltfreundlich, kommen ohne fossile Brennstoffe aus und erlauben Technologieoffenheit, wie das lokale Versorgungsunternehmen mitteilt. Das zeigen die fünf großen Wärmenetze der Hewa im Stadtgebiet: Sie werden „befeuert“ mit energiesparender Kraft-Wärme-Kopplung, umweltfreundlichen Hackschnitzeln, Bio-Methan oder mit einer CO2-freien Kombination aus Geothermie und Photovoltaik. Genau dort ist das Pilotprojekt angesiedelt – in der Heizzentrale. Hier laufen die Daten von aktuell elf, künftig bis zu 30 digitalen Wärmezählern zusammen, die in den umliegenden Ein- und Mehrfamilienhäusern verbaut sind. Die zeichnen genau auf, wie viel Heizenergie dort wann verbraucht wird und funken diese Verbrauchs-Daten quasi in Echtzeit in die Heizzentrale.

Viel entscheidender aber ist, was mit den Daten der kleinen Geräte der Firma Diehl Metering in der Heizzentrale passiert. Dank künstlicher Intelligenz kombiniert sie das System mit aktuellen Wetterprognosen und soll so in Zukunft dafür sorgen, dass das Netz möglichst effizient immer genügend Heizenergie bereitstellt. Das verdeutlicht Hewa-Wärmeexperte Hendrik Nijhuis mit einem griffigen Beispiel: „Wenn es aktuell mild und sonnig ist, in zwei Tagen aber Wolken aufziehen und es kälter werden soll, kann ich schon heute billigen PV-Strom nutzen, um genügend Fernwärme zu erzeugen.“ Die kann dann gespeichert werden und muss nicht erst – teurer – produziert werden, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.

„Wir gehen davon aus, damit in jedem Wärmenetz bis zu 20 Prozent herausholen zu können“, sagt Jonas Porzelt von Diehl Metering. Wie Hendrik Nijhuis hofft auch er, das mit dem Pilotprojekt belegen zu können – und anschließend die Technik auch in anderen Wärmenetzen gewinnbringend für alle Seiten einsetzen zu können.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren