HERSBRUCK - Bei einem Hochzeitsjubiläum würde man von „Diamant“ reden, dem Edelstein der Ewigkeit. Eine passend erscheinende Assoziation auch für die Johanneskirche in Hersbruck, die in diesem Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückblickt, was nun gebührend gefeiert werden soll. Dabei – so ist man sich im Kirchenvorstand der Ostbahngemeinde einig – muss es keineswegs nur still und leise zugehen.
Zur Besiedelung der „Ostbahn“ war es schon im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung, des aufblühenden Hopfenhandels und nicht zuletzt durch den Bau der „Alten Bahn“-Linie gekommen. Das einsetzende Wirtschaftswachstum und die Boomerjahre hatten später ihr Übriges getan und in den Nachkriegsjahren für erheblichen Zulauf in dem noch vergleichsweise jungen Siedlungsgebiet gesorgt.
Architektur der Sechziger als Denkmal
So wurde Mitte der 1960er Jahre der Ruf nach einer eigenen Kirche für die „Ostbahn“ lauter, zu der dann auch die Ellenbacher und Leutenbacher gehören sollten, die kirchengemeindlich bis dahin zu Happurg gehörten. Als die neue Johanneskirche am 23. Oktober 1966 nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit eingeweiht wurde, verzeichnete die „Ostbahn“ bereits mehr Einwohner als die Altstadt.
Schnell hatte es gehen müssen, für jahrelange Bautätigkeiten hatte man keine Geduld. Und so steht auch der architektonische Baustil der Kirche charakteristisch für die unerbittliche Effizienz der 1960er Jahre: Unter der Schlichtheit kubischer Beton- und Glaselemente werden Kirchenraum und Gemeindesaal unter einem gemeinsamen Dach vereinigt. Gleichzeitig kommen in der Formensprache tiefgründige geistliche Wahrheiten zum Ausdruck.
Jugendgottesdienste und Festtermine
Die Authentizität des modernen Sakralbauwerks beeindruckte selbst das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, sodass sie die vergleichsweise junge Kirche 2020 zum Baudenkmal erhoben. „Ich habe manchen Kratzer abgekriegt…“ heißt es in einem Liedtext von Curd Jürgens. In Bezug auf die Johanneskirche mag dies allenfalls für manche Teile der Außenhülle gelten, die in naher Zukunft ohnehin ein wenig überholt werden soll.
Pünktlich zum Jubiläumsjahr hat sich eine Gruppe Jugendlicher dafür stark gemacht, eine neue Form von Jugendgottesdiensten an den Start zu bringen. Das Jubiläum im Jahr 2026 soll zudem mit mehreren über das Jahr verteilten Veranstaltungen gebührend gefeiert werden. Den Auftakt macht ein Konzert mit der Bamberger Gruppe „Die alte Dame und Herr Mond“? Mit kernigen Grooves und deutschen Songtexten begeistert die Band ihr Publikum und so sind Jung und Alt zum Konzert am Freitag, 24. April, um 19 Uhr in die Johanneskirche eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Am 27. Juni soll es auf dem Kirchengelände um die Johanneskirche ein Open-Air-Konzert mit heimischen Musikgruppen geben und auch beim Gemeindefest am 19. Juli wird das Jubiläum eine Rolle spielen.
