Analyse des Wahljahres

Freie Wähler: „Die Mitte darf nicht die leiseste Kraft im Land sein“

Die Freien Wähler im Süden des Nürnberger Lands wollen künftig enger zusammenarbeiten.
Die Freien Wähler im Süden des Nürnberger Lands wollen künftig enger zusammenarbeiten. | Foto: Freie Wähler2026/09/q80-f337x132-813x572-1.webp

BURGTHANN – Die Freien Wähler aus dem Süden des Landkreises haben sich in Burgthann getroffen, um über die politische Lage, die Erfahrungen des Wahljahres und die weitere Ausrichtung der Partei im Nürnberger Land zu sprechen. Ein Schwerpunkt der Diskussion war die zunehmende Polarisierung der politischen Debatte.

Landrat Armin Kroder betonte die besondere Verantwortung kommunal verwurzelter Politik: „Die Menschen erwarten zu Recht, dass Politik Probleme löst und nicht ständig neue Konflikte produziert. Gerade in den Kommunen erleben wir jeden Tag, dass unterschiedliche Auffassungen zusammengebracht werden müssen. Es geht nicht um links oder rechts, sondern darum, was für unsere Heimat und die Menschen vernünftig und machbar ist.“

Für Kreisvorsitzende Julia Bürner liegt darin der ursprüngliche Kern der Freien Wähler: „Unsere Bewegung ist groß geworden, weil Menschen gesagt haben: Wir wollen uns einmischen, Verantwortung übernehmen und vor Ort etwas verbessern. Genau diesen Geist brauchen wir heute wieder mehr denn je.“

Auch Robert Ilg, FW-Fraktionssprecher im Kreistag Nürnberger Land, sieht in der kommunalen Verankerung eine besondere Stärke: „Kommunalpolitik zwingt uns zur Sachlichkeit. Wenn eine Schule saniert, eine Straße gebaut oder ein Haushalt aufgestellt werden muss, hilft keine Ideologie. Am Ende braucht es eine vernünftige Entscheidung. Diese Haltung wollen wir auch in die großen politischen Debatten einbringen.“ Der stellvertretende Kreisvorsitzende und Altdorfer Stadtrat Dr. Ralf Schabik sieht deshalb auch einen Auftrag an die eigenen Reihen.

Schabik erinnert an eigene Stärke

„Die politische Mitte darf nicht die leiseste Kraft im Land sein. Gerade jetzt braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen und für ihre Überzeugungen einzustehen. Unsere Stärke sind unsere Mitglieder, Mandatsträger und Unterstützer in den Gemeinden. Diese Stärke müssen wir gemeinsam auf die Straße bringen“, betonte er. Der Landtagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der FW-Landtagsfraktion, Felix Locke, machte deutlich, dass die Freien Wähler die Sorgen der Menschen ernst nehmen müssten, ohne gesellschaftliche Spaltung zu verstärken.

„Zuhören und Antworten geben“

„Wenn Menschen Sorgen haben, wenn sie sich nicht mehr gehört fühlen oder das Vertrauen in Politik verlieren, dürfen wir sie nicht belehren oder abstempeln. Wir müssen zuhören und Antworten geben. Gleichzeitig müssen wir jeder Radikalisierung von links wie von rechts entschieden entgegentreten. Die demokratische Mitte darf das Feld nicht den politischen Rändern überlassen.“

Das Treffen sollte zugleich Auftakt für eine stärkere Vernetzung im südlichen Landkreis sein. Die Freien Wähler wollen den direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern intensivieren und zugleich Menschen motivieren, sich kommunalpolitisch einzubringen.

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