Regionale NS-Geschichte

Exkursion zu NS-Schauplätzen in Hersbruck und der Region

Die Exkursionsgruppe befasste sich auch mit der Geschichte des KZ-Außenlagers in Pottenstein.
Die Exkursionsgruppe befasste sich auch mit der Geschichte des KZ-Außenlagers in Pottenstein. | Foto: Ewart Bowen2026/07/Die_Exkursionsgruppe_befasste_sich_auch_mit_der_Ge.jpg

HERSBRUCK – Geschichte wird meistens aus Büchern gelernt, doch greifbar wird sie erst vor Ort, schreibt das Hersbrucker Paul-Pfinzing-Gymnasiums in einer Pressemeldung. Und so begaben sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c des PPG in einer Kooperation mit der Volkshochschule Hersbrucker Schweiz auf eine Exkursion zu den historischen Schauplätzen des Nationalsozialismus in der Region.

Erste Station war das ehemalige KZ-Außenlager Hersbruck. Das Lager bestand von Sommer 1944 bis April 1945 und diente der NS-Rüstungswirtschaft. Die Schülerinnen und Schüler erklärten, dass Hersbruck eines der größten Außenlager des KZ Flossenbürg war und die Häftlinge hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten.

Regionale Spuren nationalsozialistischer Macht

Im Anschluss richtete sich der Fokus auf die architektonischen Planungen des Nazi-Regimes. Die Gruppe besichtigte die Reste des Prototyps für das „Deutsche Stadion“ in Oberklausen. Die Schüler verdeutlichten dabei, wie Architektur zur Machtinszenierung instrumentalisiert wurde.

Die Reise führte weiter zur Burg Veldenstein in Neuhaus, die als privater Repräsentationsort von Hermann Göring diente. Hier wurde diskutiert, wie sich die NS-Elite in der Provinz inszenierte und welche regionalen Spuren diese Machtkonzentration bis heute hinterlässt.

Der letzte Abschnitt der Exkursion führte nach Pottenstein. Die Schülerinnen und Schüler beleuchteten dabei nicht nur die Geschichte des dortigen KZ-Außenlagers, sondern arbeiteten auch die Verbindung zur lokalen Geografie heraus und erläuterten, wie die SS die natürlichen Gegebenheiten des Ortes ausnutzte: Häftlinge wurden unter anderem zum Ausbau der Teufelshöhle sowie zu Arbeiten am Schöngrundsee und im Straßenbau missbraucht.

Empfang und Einordnung zur historischen Bildung vor Ort

Vor Ort wurden die Jugendlichen von Bürgermeister Christian Weber und Peter Engelbrecht empfangen. Engelbrecht, ein ausgewiesener Experte für die regionale NS-Geschichte, ergänzte die Ausführungen der Schüler, erklärte den Aufbau des Barackenlagers und spannte den Bogen zwischen SS-Führung und lokaler Infrastruktur.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren