ALTDORF/INNTAL – Zehn Bergsteiger der Sektion Altdorf reisen ins Inntal und überschreiten die Hohe Munde in der Mieminger Kette in der Nachbarschaft der Zugspitze. Ein Erlebnis der besonderen Art, das gutes Wetter voraussetzt – dieses Glück haben sie.
Am frühen Freitagmorgen stiegen die Bergsteiger in die S-Bahn, ausgestattet mit Rucksack und Helm – und voller Vorfreude auf das, was am Wochenende bevorstand. Schon der Wirt der Übernachtungshütte schwärmte in der E-Mail vom „vermutlich besten Bergwetter des Jahres.“
Auf dem Weg in die Alpen, den die Gruppe ausschließlich mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegte, war ausreichend Zeit, noch einmal die Route und die Herausforderungen zu besprechen: Denn die Überschreitung der Hohen Munde, ein über 2600 Meter hoher Gipfel im Mieminger Gebirge südlich des Wettersteingebirges, erfordert nicht nur starke Kondition und Ausdauer auf den vielen Aufstiegsmetern, sondern auch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im Gipfelbereich. Gewitterrisiko können Bergsteiger hier nicht gebrauchen – denn viele Stellen, an denen geklettert wird, sind seil- und eisenversichert.
Am frühen Nachmittag kam die Gruppe in Wildermieming an. Es ging hinauf zur Neuen Alplhütte, die einen „idealen Stützpunkt auf der Tour über das Gebirge darstellte“, wie die DAV-Gruppe betont.
Noch am gleichen Tag ging es auf den Gipfel des Judenkopfes. Am nächsten Tag brachen die zehn Alpinisten früh auf, um für den kräftezehrenden Überstieg von West nach Ost genügend Zeitpuffer zu haben. Das Wetter hätte nicht besser sein können: nicht heiß, aber sonnig und vor allem ohne jegliches Gewitter- und Regenrisiko.
Zuerst stieg die Gruppe auf moderaten Wegen durch Wald hinauf zur Niederen Mund, dem westlich vorgelagerten Sattel. Von hier aus ging es auf einem breiten Rücken hinauf Richtung Gipfel. Teilweise auf Geröll, teilweise auf Gras, auf dem Edelweiß blüht. Am Mittag war der Aufstieg geschafft, das Gipfelkreuz aber trotzdem noch rund eine Stunde entfernt.
Nun begann der heikle Teil: über schmale Grate, hinab an Engstellen, seilversichert, über Eisenkrampen, auf schmalen Felssimsen balancierend, dann wieder mit viel Kraft die Wand hinauf. Alle meisterten die Kletterei mit Sicherheit und Konzentration, niemand geriet in Schwierigkeiten. Heiterkeit kam auf, als ein fremder Bergsteiger, „völlig textilfrei, sogar ohne Schuhe“, vorbei kletterte.
Mittagessen auf dem Berggipfel
Auf dem Gipfel wurde das Mittagessen ausgepackt und das Rundum-Panorama bewundert, zeigte man sich gegenseitig prominente Berge wie den Olperer, Habicht und natürlich auch die Zugspitze. „Es fiel schwer, sich davon zu trennen, doch der Abstieg ist lang und sehr beschwerlich“, heißt es im DAV-Bericht.
Steile Geröllwege und Schrofenabsätze forderten noch einmal volle Konzentration und alle Kräfte. Die Nacht in der Hütte im Gemeinschaftslager war ruhig, alle Teilnehmer schliefen gut – kein Wunder. Am dritten Tag ging es auf Waldwegen hinunter ins Tal weiter bis Seefeld, wo die Gruppe den Zug nach Mittenwald bestieg und einige Stunden später, „auf die Minute genau“ wieder in Altdorf ankam.
