Sieg bei Special Olympics World Winter Games

Münzinghof holt Olympia-Gold

Die siegreichen Stocksportler vom Münzinghof. | Foto: Luca Siermann2017/04/8034314.jpeg

GRAZ – Was war das für ein Erlebnis für die Stocksportler Katrin Stadler, Oliver Dengler, Hans-Jürgen Glenz und Patrick Czerney vom Münzinghof: Sie waren Teil der 114-köpfigen deutschen Delegation bei den Special Olympics World Winter Games und holten zudem Gold. Die vier mischten sich unter 2700 Athleten und 1100 Trainer aus 107 Ländern, die in neun Sportarten ihre Besten suchten.

Unter dem Motto „Heartbeat for the World“ gaben die Sportler bei Stocksport, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Floor Hockey, Floorball, Schneeschuhlauf, Ski Alpin, Ski Nordisch und Snowboard vollen Einsatz. Komplettiert wurde die Menschenmenge durch 3000 Freiwillige Helfer, 5000 Familienmitglieder und Freunde, 800 Kongressteilnehmer, 800 Medienvertreter und viele viele begeisterte Zuschauer aus der ganzen Welt.

Doch vor diesen Genuss hat der Sport harte Vorbereitung gesetzt: Begonnen hat alles im Frühjahr 2014. Hier fanden zum ersten Mal in Deutschland Special Olympics-Bewerbe im Stocksport statt und vom Münzinghof waren zwei Teams am Start. Diese sicherten sich Gold und die Qualifikation für die Deutschen Spiele in Inzell im Frühjahr 2015. Auch aus Inzell kehrte man mit Gold und einmal Bronze nach Hause und so hatte man sich auch für die Teilnahme an den Weltspielen qualifiziert.

Dieses Unternehmen begann im November mit einem zweitägigen Vorbereitungslehrgang in der Stockhalle in Abenberg. Hier konnten die Sportler nicht nur an ihrer Technik arbeiten und Abläufe verbessern, sondern auch die Stocksportkollegen aus der Caritas Werkstatt Pocking, die sich ebenfalls mit einer Mannschaft qualifiziert hatte, kennenlernen. Anfang Februar folgte dann die offizielle Einkleidung der Athleten und Trainer, bevor es endlich los ging.

Alleine die deutsche Delegation beeindruckte die Münzinghofer: 114 Personen teilten sich auf 78 Athleten aus 31 verschiedenen Einrichtungen und Vereinen, 27 Trainer, drei Mannschaftsärzte, zwei Fotografen, einen Pressesprecher und drei Personen als Delegationsleitung auf. Zum Auftakt gab es einen kurzen Besuch bei Microsoft, einem Hauptsponsor der Special Olympics. Da war sogar der Bayerische Rundfunk zugegen. Neben Vertretern aus der Microsoft-Geschäftsführung wünschte auch der deutsche Innenminister, Thomas de Maizière, per Videobotschaft für die Weltspiele alles Gute und viel Erfolg.

Beim Stocksport waren 34 Teams am Start – je zwei Teams aus Luxemburg und Deutschland und 30 aus Österreich. Bei Special Olympics ist es so, dass ein Großteil der Zeit auf die Qualifikation gelegt wird. Es geht dabei um eine möglichst ausgewogene und gerechte Zusammenstellung der verschiedenen – in diesem Fall sieben – Gruppen. Jedes Team soll eine möglichst gerechte Chance auf eine Medaille haben. Innerhalb der Gruppen wird um Medaillen gespielt.

Das Team vom Münzinghof war als „Germany II“ am Start und qualifizierte sich zusammen mit Luxemburg II und drei österreichischen Teams für die Gruppe E. Der Wettkampf war eine besondere Situation, schließlich umgaben viele Sportler, Trainer, Zuschauer und Reporter die Franken.
Kein Wunder, dass die Finals sehr nervös begannen. Ruhe kehrte bei den Franken auch nach dem ersten Sieg nicht ein. Und dann ging Partie zwei knapp verloren. Durchatmen, ausblenden und sich neu sammeln waren angesagt. Spiel drei gewann die Truppe wieder – doch noch war alles offen.

Nur ein Erfolg barg noch die Chance auf Silber oder Gold. Es blieb dramatisch und tränenreich bis zum Schluss. Da die Münzinghofer über Luxemburg triumphierten, standen zwei Mannschaften punktgleich (6:2) an der Spitze. Silber war sicher. Und dann brachte die offizielle Auswertung alle Dämme zum Reißen, denn auf der Schluss-Tabelle auf den Monitoren in der Messehalle stand Gold für Deutschland. Zwischen Jubelschreie und Freudentränen mischte sich sogleich der ORF. „Unglaublich, was da dann so los war“, sagen die vier noch heute.

Die Kollegen aus Pocking holten Silber. Die „Siegesfeierei“ zog sich noch über mehrere Stunden und Tage hin und das ganze Dorf begrüßte die Sportler mit großem Jubel. Die Stadt Velden und Landrat Armin Kroder ehren die Olympiasieger am 25. April um 17.30 Uhr in der Musikhalle Velden. Die Bevölkerung ist eingeladen. Es gibt „Sau am Spieß“ und Bilder sowie Videos von diesen aufregenden zwei Wochen werden zu sehen sein.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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