Saturn V erstrahlt in neuem Glanz

Vor der Renovierung war die Saturn V mit etlichen Schmierereien und Aufklebern verunstaltet. Jetzt entspricht sie noch mehr dem Original. Foto: Zuber2012/05/raketerastanlagealt_New_1337778601.jpg

FEUCHT – Eine Rakete auf der Rastanlage? Das Modell der amerikanischen Mondrakete Saturn V steht bereits seit April 1994 auf dem Gelände von Feucht-Ost an der A 9. Mit frischem Anstrich fällt sie jetzt noch mehr auf und ist damit ein wertvoller Hinweis auf das Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht.

Im Maßstab 1:10 hatte die Firma Dornier das Modell angefertigt. Zunächst stand es im Raumfahrt-Dokumentationszentrum in Markdorf am Bodensee. Als dessen Betreiber, der Raketenenthusiast Heinz Schulte, sein Engagement beendete, schenkte er seine Modelle und seine Sammlung dem Museum in Feucht.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ein passender Standort für die Saturn V gefunden war. Die damalige 2. Vorsitzende des Museums, Dr. Erna Roth-Oberth, – Tochter des Raumfahrtpioniers Hermann Oberth, der lange in Feucht lebte – schlug dem Marktgemeinderat vor, das Modell direkt vor dem Museum in der Pfinzingstraße aufzustellen. Die Gemeinderäte lehnten jedoch ab, weil sie das Ortsbild nicht verändern wollten. Der Denkmalschutz wiederum sprach sich gegen einen Standort auf dem nahen Privatgrundstück von Roth-Oberth aus. Einig wurde man sich dann mit der Autobahndirektion Nordbayern.

Soldaten der 5. Raketenstaffel aus Roth verankerten das Modell 1994 auf der Rastanlage Feucht-Ost am Rande des Parkplatzes, nachdem sie es frisch gestrichen hatten. Eine Tafel informiert über die Hintergründe der Rakete im Kleinformat.

Im Laufe der Jahre wurde sie mit Aufklebern und Schmierereien „verziert“. Um sie wieder zu einem echten Hingucker zu machen, wurde die Saturn V überarbeitet. Sie ähnelt nun noch stärker dem Original, berichtete Karlheinz Rohrwild. Der Leiter des Museums enthüllte gemeinsam mit Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht die ebenfalls renovierte Tafel, die auch eine Wegbeschreibung zum Museum liefert.

Die Gemeinde hatte sich finanziell an der Renovierung beteiligt, die passend zum 100. Geburtstag von Wernher von Braun in diesem Jahr durchgeführt wurde. Von Braun war ein Schüler Hermann Oberths. Er wurde technischer Berater des US-amerikanischen Raketenprogramms und später stellvertretender Direktor der NASA. An der Entwicklung der Saturn V hatte er maßgeblichen Anteil.

Diese Trägerrakete startete am 16. Juli 1969 in Kap Kennedy mit Apollo-11-Astronauten zum Mond. Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.

Dies ist der Infotafel neben dem Modell zu entnehmen, die noch durch Hinweise auf den Markt Feucht und das Zeidel-Museum, das in direkter Nachbarschaft zum Raumfahrt-Museum zu finden ist, ergänzt werden soll.

Für beide Museen, die zu wenig Platz für alle ihre Exponate haben, soll in den kommenden Jahren ein Konzept entwickelt werden. „Wir wollen das in Ruhe angehen und damit die Zukunftschancen für beide Einrichtungen verbessern“, kündigte Bürgermeister Rupprecht an. Denn hier werde „tolle ehrenamtliche Arbeit geleistet“. Zudem würden beide Museen Feucht „positiv in der Welt bekannt machen“. M.R.

Wer mehr über die Raumfahrt erfahren möchte: Das Feuchter Museum, Pfinzingstraße 12-16, ist am Wochenende von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Weitere Informationen unter Telefon 09128/3502 und unter www.oberth-museum.org.

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