B2-Umgehung von Forth

Angst vor Lärm

Reiner Heim (links) und Anwohner der betroffenen Straßen tragen Bürgermeisterin Ilse Dölle und Marktgemeinderäten aller Fraktionen ihre Bedenken zur ortsnahen Umgehung von Forth vor.
Reiner Heim (links) und Anwohner der betroffenen Straßen tragen Bürgermeisterin Ilse Dölle und Marktgemeinderäten aller Fraktionen ihre Bedenken zur ortsnahen Umgehung von Forth vor. | Foto: Krieger2018/04/Umgehung-Forth-Protest-Burger.jpg

FORTH — Knapp 90 Meter entfernt nur führt die vom Staatlichen Straßenbauamt bevorzugte Trasse der B2 nach den bisherigen Plänen um Forth herum. Anwohner sind nun sehr besorgt. Sie haben Angst vor Straßenlärm, wenn die Umgehung in dieser Form ab 2023 kommt. Beim Ortstermin mit Vertretern des Marktgemeinderates appellierten sie an die Verantwortlichen, alles Mögliche zu ihrem Schutz zu tun.

„Wir sind nicht gegen die B2-Umgehung und auch nicht gegen die geplante Variante“, sagt Reiner Heim, „doch das Schutzgut Mensch kommt bei dieser Trassenführung nur an zweiter Stelle“. Der Apotheker aus Forth hatte das Treffen organisiert. Rund zehn Familien aus dem Neubaugebiet, aber auch Anwohner aus der Goethestraße, der Dr.-Rolf-Filler-Straße und der Theodor-Heuß-Straße kamen. Sie hatten am Montag, bei der Infoveranstaltung des Staatlichen Straßenbauamtes im Sportheim des ASV Forth, zum ersten Mal Gelegenheit gehabt, die genaueren Pläne für die geplante Trasse um Forth zu sehen. Dabei hatte das Staatliche Straßenbauamt die 2,9 Kilometer lange orstnahe Umgehung von Forth eindeutig präferiert.

Für manche Anwohner ein völlig überraschendes Ergebnis. „Uns hat man gesagt, die Trasse wird viel weiter oben verlaufen“, sagt eine junge Frau, die mit Mann und zwei Kindern im von der Gemeinde Eckental als besonders familienfreundlich ausgewiesenen Neubaugebiet neben dem Altenheim Martha Maria gebaut hat. Nun hat sie Angst, in ihrem Garten irgendwann nur noch Straßenlärm zu hören. Keine schöne Vorstellung. „Noch dazu wohnen doch jetzt hier so viele Kinder.“

Appell an Gemeinderäte

Gemeinsam appellierten die Bürger an die Vertreter des Gemeinderates und Bürgermeisterin Ilse Dölle, die zum Ortstermin am Eckenberg gekommen waren, beim Entscheid für die Trasse, der am Dienstag auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates steht, ihre Bedenken und Ängste zu berücksichtigen. „Wir hoffen, dass sie uns im Blick haben“, sagte Heim.

Bürgermeisterin Ilse Dölle betonte erneut, der Markt Eckental habe zwar ein Mitspracherecht, aber letztlich keine Entscheidungsbefugnis in Sachen B2-Trasse. Die liege bei der Baubehörde. Sie riet den Anwohnern, ihre Einwände direkt an das Staatliche Straßenbauamt zu richten. Grünensprecher Manfred Bachmayer sieht das anders. Die Entscheidung des Marktgemeinderates habe sehr wohl Gewicht. „Wir müssen die Trasse so nicht übernehmen“, sagte Bachmayer. Widerstand von Gemeinden hätte schon oft zumindest noch Verbesserungen gebracht. Er verwies auf Heroldsberg, wo Proteste letztlich zu einer wesentlich verträglicheren Umsetzung der B2-Umgehung geführt hatten: Sie wurde so tief gelegt, dass die meisten Anwohner heute kaum etwas davon hören.

Wo und an welchen Stellen bei der ortsnahen Umgehung von Forth Schallschutzmaßnahmen etwa durch eine Tieferlegung, durch Schutzwälle oder gar eine Untertunnelung notwendig und sinnvoll sind, dazu gibt es seitens des staatlichen Straßenbauamtes bislang nur ungefähre Auskünfte. Ein Umstand, der auch einige Eckentaler Marktgemeinderäte ärgert. Sie hätten sich vorab mehr Information gewünscht. Zumal sei zwischen der Infoveranstaltung des Amtes und der Sitzung des Marktgemeinderates zu wenig Zeit. Am kommenden Dienstag wollen die Fachleute in der Sitzung noch einmal Auskunft geben. Sie werden sich auf viele Fragen einrichten müssen.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger