Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten

Zugunglück in Ochenbruck

Es war riesiges Glück, dass niemandem etwas passiert ist. Nur einen knappen Meter vor dem Haus kam der Waggon zum Erliegen. | Foto: Ulrich2020/07/Ochenbruck-Zugunglueck-1970-1.jpg

OCHENBRUCK – Vor 50 Jahren entgleisten auf der Strecke nach Neumarkt sechs Waggons, drei von ihnen stürzten die Böschung hinunter.

Plötzlich ein lauter Knall: Am 10. Juli 1970 riss ein gewaltiger Krach morgens um 5.10 Uhr die Anwohner am Bahnhof Ochenbruck aus dem Schlaf: Über die etwa 15 Meter hohe Böschung zur Straße nach Burgthann waren drei von sechs entgleisten Güterzug-Waggons gestürzt. Ein weiterer Waggon verfing sich in einem Baum am Bahndamm.
Die Bundesbahndirektion Nürnberg stellte damals fest, dass ein Tragfederbruch zu dem Unglück geführt hat. Der enstandene Sachschaden an Fahrzeugen und Anlagen betrug 246 000 Mark, die verlorene Brikett-Ladung nicht mitgerechnet. Der etwa 500 Meter lange, auf 88 Achsen rollende und mit Briketts sowie Holz beladene Zug befand sich auf der Fahrt in Richtung Neumarkt, als sich in Ochenbruck etwa in der Mitte der Waggonkette ein Wagen quer stellte und fünf weitere mit aus den Schienen riss. Drei davon kippten über die Böschung auf die Fahrbahn vor der Unterführung und entluden dabei tonnenweise Briketts über Straße und Umgebung.

Das Ausmaß des Zugunglücks in Ochenbruck war groß. Foto: Ulrich2020/07/Ochenbruck-Zugunglueck-2.jpg

Verstreute Waggonteile überall

Beim Aufschlag wurden die Aufbauten der Waggons zu Schrott deformiert. Teile der Wagen lagen nach dem Unglück auf dem Bahndamm und im benachbarten Gelände verstreut. Eine der schweren Achsen war bis knapp vor eine Hauswand in einen Gemüsegarten gerollt. Die Gleise der Regensburger Fahrspur hatten sich mitsamt den Schwellen merklich verzerrt und neben den Schienen waren einige Fahrleitungsmasten umgerissen worden.
Infolge der totalen Blockade der zweigleisigen Strecke mussten in den nächsten Stunden mehrere Züge von Nürnberg und Fürth aus über Ingolstadt und Schwandorf nach Regensburg umgeleitet werden. Ein Eilzug fiel ganz aus. Die Reisenden des Wien-Holland-Expresses wurden mit Omnibussen nach Nürnberg gebracht, wo ein Ersatzzug für sie bereitstand.

Den Berufsverkehr bewältigte man mit Zügen und Omnibussen im Pendelbetrieb, ehe um 10.47 Uhr wenigstens das Gleis Regensburg-Nürnberg wieder freigegeben werden konnte. Erst für den späten Abend erwartete man damals auch die Freigabe der Strecke in der Gegenrichtung, nachdem den ganzen Tag über Gleisbau- und Oberleitungstrupps der Bundesbahn die Folgen der im großen und ganzen noch glimpflich verlaufenen Entgleisung zu beseitigen bemüht waren.
Ähnlich mühsam verliefen die Räumungsarbeiten auf dem blockierten Straßenstück an der Unterführung. Die Nürnberger Berufsfeuerwehr beseitigte mit einem 16-Tonnen-Kranwagen die übereinander gestürzten Kohlenwaggons. Gegen 20 Uhr erst konnten dann die Umleitungen wieder aufgehoben werden, die tagsüber eingerichtet worden waren.db

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